Möge diesen Kelch an mir vorübergehen Matthäus 26,39,42; Markus 14,36; Lukas 22,42
Der Ausdruck „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“ stammt aus den Passionsberichten der Evangelien Gospel of Matthew (Mt 26,39.42), Gospel of Mark (Mk 14,36) und Gospel of Luke (Lk 22,42). In dieser Szene betet Jesus Christ im Garten Gethsemane in großer innerer Anspannung kurz vor seiner Verhaftung.
Der „Kelch“ ist ein symbolisches Bild für das bevorstehende Leiden, das Jesus erwartet. Die Bitte, dass dieser Kelch vorübergehen möge, bringt den menschlichen Wunsch zum Ausdruck, schweres Leid zu vermeiden. Sie zeigt, dass Jesus die bevorstehende Situation nicht gleichgültig hinnimmt, sondern sie als belastend und herausfordernd empfindet.
Gleichzeitig wird die Bitte in den Evangelien immer mit einer zweiten, entscheidenden Aussage verbunden: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe.“ Damit wird deutlich, dass Jesus trotz seines natürlichen Wunsches nach Verschonung sich bewusst dem göttlichen Willen unterordnet. In dieser Spannung zwischen Wunsch und Hingabe liegt eine zentrale Aussage der Szene.
Im übertragenen Sinn steht der Ausdruck „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“ für den Wunsch, von einer schwierigen, schmerzhaften oder belastenden Situation verschont zu bleiben. Er wird heute häufig verwendet, um eine Bitte um Bewahrung vor Leid oder unangenehmen Umständen auszudrücken.
Im weiteren Kontext der Bible wird diese Stelle als Beispiel für Vertrauen und Gehorsam gegenüber Gott verstanden, auch wenn der eigene Weg mit Leid verbunden ist. Sie zeigt, dass menschliche Gefühle von Angst und Abwehr ihren Platz haben, aber letztlich in eine Haltung des Vertrauens und der Annahme eingebettet werden.
So verbindet der Ausdruck die Erfahrung menschlicher Begrenztheit mit der Bereitschaft, einen als notwendig erkannten Weg zu gehen, und macht deutlich, dass sich Wunsch und Vertrauen nicht ausschließen, sondern in einer tiefen inneren Entscheidung zusammenfinden können.
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