Das anvertraute Pfund Lukas 19,12-23
Der Ausdruck „das anvertraute Pfund“ stammt aus dem Gleichnis von Jesus Christus im Evangelium nach Lukas (Lk 19,12–23). In diesem Gleichnis erzählt Jesus von einem vornehmen Mann. Dieser reist in ein fernes Land und vertraut seinen Dienern jeweils eine Geldmenge an. Damit sollen sie wirtschaften, bis er zurückkehrt.
Das „anvertraute Pfund“ steht für Gaben, Fähigkeiten. Es steht auch für die Verantwortung, die einem Menschen im Leben gegeben sind. Wichtig ist: Diese Gaben sind nicht Eigentum des Dieners. Sie sind ihm anvertraut. Und sie sollen genutzt, entfaltet und sinnvoll eingesetzt werden.
Im Gleichnis reagieren die Diener unterschiedlich. Einige setzen das ihnen Anvertraute ein und erwirtschaften Gewinn, andere handeln aus Angst oder Bequemlichkeit und vergraben ihr Pfund, anstatt damit zu arbeiten. Bei der Rückkehr des Herrn werden die treuen Diener gelobt und belohnt, während derjenige, der sein Pfund ungenutzt ließ, zur Rechenschaft gezogen wird.
Das Gleichnissfordert dazu auf, Verantwortung ernst zu nehmen und mit den eigenen Möglichkeiten aktiv umzugehen. Es geht nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern um die Haltung. Das, was man besitzt – Talente, Zeit, Wissen oder Einfluss – soll man nicht ungenutzt lassen, sondern fruchtbar machen.
„Das anvertraute Pfund“ findet heute oft Verwendung, um persönliche Fähigkeiten oder Aufgaben zu beschreiben, die einem Menschen gegeben sind und die er sinnvoll einsetzen soll. Es erinnert daran, dass jeder Mensch etwas beitragen kann. Untätigkeit aus Angst oder Gleichgültigkeit bedeutet immer auch eine verpasste Chance.
Das Bild fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, Vertrauen ernst zu nehmen und die eigenen Möglichkeiten nicht brachliegen zu lassen, sondern sie im Leben aktiv und bewusst einzubringen.
Zuwachs und Zinsen
Wer um seine Begabungen, Fähigkeiten und Potenziale weiß, wer sein Vermögen kennt, sein Kapital und seine Ressourcen, der wird sehr sicher damit arbeiten wollen, um es zu vermehren. Begabungen und Fähigkeiten wollen eingeübt und trainiert werden, sonst gehen sie verloren. Vermögen, das nicht arbeitet und das keine Zinsen bringt, wird über kurz oder lang weniger werden. Auch der persönliche Glaube, der brach liegt und nicht wachsen kann, wird irgendwann dahingehen. – Und das Bild mit den eigenen Pfunden kann auch missverstanden werden.
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