Mit etwas schwanger gehen

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„Mit etwas schwanger gehen“ (Psalm 7,15; Ijob 15,35; Jesaja 59,4)

Der Ausdruck „mit etwas schwanger gehen“ wird heute verwendet, wenn ein Mensch lange über einen Gedanken, einen Plan oder eine Entscheidung nachdenkt, bevor etwas sichtbar wird oder umgesetzt wird. Die Redewendung hat ihren Ursprung in mehreren Bibelstellen, unter anderem in Psalm 7,15, Hiob 15,35 und Jesaja 59,4. Dort wird das Bild von Schwangerschaft und Geburt symbolisch gebraucht, um innere Vorgänge im Menschen zu beschreiben. Allerdings geht es in diesen Bibelstellen meist nicht um etwas Gutes, sondern um das Entstehen von Bosheit, Unheil oder Lüge im Herzen des Menschen.

In Psalm 7,15 heißt es: „Siehe, der Böse hat Böses im Sinn; mit Unheil geht er schwanger und wird Lüge gebären.“ Das Bild beschreibt, wie Gedanken und Absichten im Inneren eines Menschen wachsen, bis sie schließlich sichtbar werden. So wie ein Kind im Mutterleib heranwächst und zur Welt kommt, entwickeln sich auch Gedanken, Wünsche oder Pläne im Herzen eines Menschen. Die Bibel zeigt damit, dass böse Taten nicht plötzlich entstehen, sondern sich oft über lange Zeit entwickeln.

Auch das Buch Hiob verwendet dieses Bild. In Hiob 15,35 heißt es: „Sie gehen schwanger mit Unheil und gebären Mühsal.“ Hier wird deutlich, dass Menschen durch ihr falsches Denken und Handeln Leid hervorbringen. Die Schwangerschaft dient als Bild für einen inneren Prozess, der schließlich Folgen hat.

Und auch Jesaja 59,4 berichtet davon, dass Menschen „Unheil ausbrüten“. Die Propheten kritisieren damit Ungerechtigkeit, Lüge und Bosheit im Volk. Schlechte Gedanken bleiben nicht verborgen, sondern führen irgendwann zu sichtbaren Taten.

Heute wird die Redewendung meistens in neutraler oder positiver Bedeutung verwendet. Wenn jemand „mit einem Gedanken schwanger geht“, bedeutet das, dass er sich intensiv mit einer Idee oder einem Plan beschäftigt. Vielleicht trägt jemand lange einen Wunsch oder ein Vorhaben in sich, bevor daraus eine Entscheidung entsteht. Das Bild macht deutlich, dass wichtige Dinge Zeit brauchen, um zu reifen.

Die biblische Bedeutung erinnert jedoch daran, dass auch Gedanken Verantwortung mit sich bringen. Was Menschen im Herzen tragen, beeinflusst ihr Handeln. Gute Gedanken können Gutes hervorbringen, während Hass, Neid oder Bosheit ebenfalls wachsen und Schaden anrichten können. Die Bibel zeigt deshalb, wie wichtig das innere Leben des Menschen ist.

Jesus greift diesen Gedanken später ebenfalls auf, wenn er sagt, dass böse Worte und Taten aus dem Herzen kommen. Damit macht die Bibel deutlich, dass das menschliche Denken und Fühlen entscheidend für das Verhalten ist. Menschen sollen deshalb nicht nur auf ihre äußeren Taten achten, sondern auch auf ihre inneren Einstellungen.

Die Redewendung ist heute auch positiv zu verstehen. Große Ideen, Veränderungen oder kreative Werke entstehen oft nicht sofort. Menschen tragen Gedanken lange mit sich herum, entwickeln sie weiter und bringen sie schließlich zur „Geburt“. Künstler, Schriftsteller oder Forscher gehen oft lange „mit etwas schwanger“, bevor ihre Idee Wirklichkeit wird.

Für Christen enthält das Bild eine wichtige Botschaft: Menschen sollen darauf achten, womit sie ihr Herz und ihre Gedanken füllen. Gute Gedanken, Liebe und Vertrauen können Gutes hervorbringen, während Hass und Lüge zerstörerische Folgen haben.

„Mit etwas schwanger gehen“ beschreibt einen inneren Prozess, bei dem Gedanken oder Pläne wachsen, bis sie sichtbar werden. Die Bibel verwendet dieses Bild in Psalm 7,15, Hiob 15,35 und Jesaja 59,4 vor allem für das Entstehen von Bösem. Heute wird die Redewendung meist allgemein für langes Nachdenken oder das Reifen einer Idee gebraucht. Sie erinnert daran, dass Gedanken Kraft besitzen und das Handeln der Menschen prägen.