Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen

Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen nach Matthäus 6,20

Schätze sammeln war schon immer toll. Ob Legosteine, Matchboxautos oder Playmobilfiguren. Und alle, die nicht schnell genug um die Ecke sind, müssen die Kostbarkeiten begutachten, ob sie wollen oder nicht. Wir sind als Kinder stolz auf alles, was irgendwie besonders ist. Und es braucht nicht viel, um was ganz besonderes in etwas Neuem zu sehen. Dementsprechend umfangreich ist dann auch unsere Sammlung. Mit zunehmendem Alter ändern sich unsere Kriterien, nach denen gesammelt wird und die Sammlungen werden anders.

Was meint Jesus mit Schätzen, die weder von Motten noch von Rost gefressen werden und die auch noch für Diebe uninteressant sind?

Gott hat dem Volk Israel und den Gläubigen Reichtum und Wohlstand verheißen (5. Mose 28,1–14). Für die Menschen, zu denen Jesus in seiner Berg-predigt spricht, ist seit jeher Vermögen ein Zeichen von Gottes Segen. Man wirtschaftet und spart heute mehr denn je. Man legt sich Vorräte an und das eine oder andere Polster, um für alle Unwägbarkeiten der Zukunft gerüstet zu sein. Und manche möchten die erworbenen Schätze auch gerne zeigen.

Doch schon in Sprüche 23,4.5 werden die Menschen gewarnt: „Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit! Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht mehr da. Denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.“ –

Sammlungen und Reichtümer

Irdischer Reichtum kann sehr vergänglich sein. Die oben genannten Motten zerfressen gewebte und wertvolle Stoffe. Der Rost zerstört viele Metalle, somit Stoffe, die doch eigentlich beständig scheinen. Geld und Wertsachen können gestohlen werden oder durch Betrug abhandenkommen, selbst Krypto-währungen sind nicht so ganz sicher vor Gaunerei. Und tragischerweise soll auch schon jemand eine Festplatte mit Daten und damit ein Bitcoinvermögen entsorgt und vernichtet haben.

Viele Dinge wie Leistung, Erfolg, Ansehen, Dinge, die über „Mein Hut, mein Stock, mein Regenschirm“ – wir kennen den Werbeslogan vom Schaukelpferd – sogar noch hinausgehen, sind erstrebenswert und keineswegs verwerflich. Berufliches Vorankommen und (auch finanzieller) Erfolg zeugen von einer gelungenen Berufswahl sowie von Ehrgeiz und Gewissenhaftigkeit.

Wo dein Schatz ist …

Als Jesus jedoch mahnt, die Zuhörenden sollen sich Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen. Er lässt eine Begründung folgen: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz..“ (Mt.6,21)

Bei dem, was uns wichtig ist und wonach wir streben, da sind auch unsere Aufmerksamkeit und unsere Gedanken; damit beschäftigen wir uns. Es wird über kurz oder lang unser Leben bestimmen. Umgekehrt lässt das, was uns täglich umgibt, womit wir uns beschäftigen, darauf schließen, wo unsere Interessen liegen und was unsere Schätze sind bzw. sein werden. Wenn wir also – um zum Gleichnis zurückzufinden – am großen Abendmahl Gottes teilnehmen möchten, liegt es doch nahe, sich mit dem zu beschäftigen, was Jesus als „Reich Gottes“ bezeichnet.

Jesus spricht von der Gottes- und Nächstenliebe. Die Menschen sollen Gott über alle Dinge und den Nächsten wie sich selbst lieben. Er spricht auch von der Feindesliebe. Und er nennt eine Goldene Regel: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ (Mt.7,12; vgl. Lk.6,31)

In der Bergpredigt fordert Jesus die Erneuerung des Menschen und die Abkehr von ichbezogener Denk- und Handlungsweise des „alten Adam“. Die Zuhörenden sollen sich in Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit üben – allesamt sehr positive Eigenschaften und überdies Schätze, die gemeinhin als Tugenden bekannt sind, und deren Liste sich erweitern lässt, z.B. Bildung, Weisheit, u.a. Und da wir zu Gottes Tafel geladen sind, nehmen wir uns gern eine Auszeit vom Alltag als seine Gäste. Denn wo dein Schatz ist …

Aus „Gleichnisse des Jesus von Nazareth“, F.Weber, BoD 2025

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„Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen“ (Matthäus 6,20)

Der Ausdruck stammt aus der Bibel und wird von Jesus von Nazareth in der Bergpredigt (Matthäus 6,20) verwendet. Er steht im Zusammenhang mit der Aufforderung, den Blick nicht ausschließlich auf vergängliche, materielle Dinge zu richten, sondern auf Werte, die Bestand haben.

Mit „Schätzen“ sind hier nicht nur materielle Güter gemeint, sondern alles, was ein Mensch als wertvoll betrachtet und in das er investiert: Zeit, Energie, Aufmerksamkeit und Lebensgestaltung. Jesus stellt zwei Arten von „Schätzen“ gegenüber: solche, die auf der Erde liegen und vergehen können, und solche, die im übertragenen Sinn im „Himmel“ gesammelt werden und nicht dem Verfall unterliegen.

Die Erwähnung von Motten und Rost macht anschaulich, dass irdische Besitztümer vergänglich sind. Kleidung kann von Motten zerstört werden, Metalle können rosten und an Wert verlieren. Diese Bilder verdeutlichen, dass materielle Sicherheit und Besitz nicht dauerhaft garantiert sind und jederzeit Schaden nehmen können.

Im Gegensatz dazu steht die Vorstellung von bleibenden Werten. Dazu zählen beispielsweise zwischenmenschliche Beziehungen, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit anderen Menschen. Diese „Schätze“ sind nicht an äußere Bedingungen gebunden und verlieren nicht in gleicher Weise an Bedeutung.

Der Satz lädt dazu ein, über die eigenen Prioritäten nachzudenken: Worin investiert ein Mensch sein Leben? Was wird als wirklich wertvoll angesehen? Die Aussage fordert dazu auf, nicht nur kurzfristige oder vergängliche Ziele zu verfolgen, sondern auch das im Blick zu behalten, was Bestand hat und über das Sichtbare hinausgeht.

„Schätze sammeln, die weder Motten noch Rost fressen“ ist eine Einladung, das eigene Leben an dauerhaften Werten auszurichten und bewusst zu entscheiden, worin man seinen eigentlichen Reichtum sieht.

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