Jemandes Typ sein – Nicht jemandes Typ sein Röm 5,14
Der Ausdruck „jemandes Typ sein“ bzw. „nicht jemandes Typ sein“ stammt aus der Alltagssprache und beschreibt, ob jemand einem bestimmten Geschmack, einer Vorstellung oder einem Ideal entspricht. Es geht dabei oft um äußere Erscheinung, Ausstrahlung oder persönliche Vorlieben, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Während die Redewendung heute meist im zwischenmenschlichen oder auch partnerschaftlichen Kontext verwendet wird, lässt sich der Gedanke im Licht von Römer 5,14 auch tiefer verstehen.
In Römer 5,14 spricht Paulus darüber, dass der Tod „herrschte“ von Adam bis Mose, auch über diejenigen, die nicht durch ein eigenes, vergleichbares Vergehen gesündigt hatten wie Adam. Adam wird dabei als „Vorausbild“ (Typus) des Kommenden verstanden – also als eine Art Vorabbild für Christus, der später kommt. Hier begegnet uns der Begriff „Typ“ in einem theologischen Sinn: als Vorbild oder Hinweis auf etwas, das noch folgen wird.
Übertragen auf den Ausdruck „jemandes Typ sein“ lässt sich sagen: Im übertragenen Sinn passt jemand „zu einem Bild“ oder „entspricht einer bestimmten Vorstellung“. In der Bibel wird Adam als ein „Typ“ Christi verstanden, allerdings nicht im Sinne einer Ähnlichkeit im Verhalten, sondern als Gegenüberstellung: Adam als der Erste, durch den Sünde und Tod in die Welt kommen, Christus als der, durch den Gnade und Leben kommen.
So zeigt sich ein interessanter Spannungsbogen zwischen Alltagssprache und biblischem Sprachgebrauch. Während „jemandes Typ sein“ meist subjektive Vorlieben beschreibt, geht es im Römerbrief um eine tiefere heilsgeschichtliche Beziehung zwischen zwei Figuren, die einander gegenübergestellt werden, um Unterschiede und Zusammenhänge sichtbar zu machen.
In diesem Sinne kann der Ausdruck helfen, zu verstehen, dass „Typen“ oder Vorbilder in der Bibel nicht nur zufällige Beispiele sind, sondern bewusst gesetzte Hinweise, die auf größere Zusammenhänge verweisen. Gleichzeitig erinnert er daran, dass im zwischenmenschlichen Bereich vieles von individuellen Wahrnehmungen geprägt ist – und dass „passen“ oder „nicht passen“ oft eine Frage der Perspektive ist.
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