Was du tun willst, das tue bald Joh 13,27
Die Worte „Was du tun willst, das tue bald“ stammen aus dem Johannesevangelium (Johannes 13,27). Jesus spricht sie während des letzten Abendmahls zu Judas Iskariot, dem Jünger, der ihn später verraten wird. Dieser kurze Satz gehört zu den eindrucksvollsten und zugleich geheimnisvollsten Aussagen der Passionsgeschichte.
Die Szene spielt am Abend vor der Kreuzigung Jesu. Während des gemeinsamen Mahls kündigt Jesus an, dass ihn einer seiner Jünger verraten werde. Die Jünger sind erschüttert und fragen sich, wer gemeint sein könnte. Jesus gibt Judas ein Stück Brot als Zeichen. Danach sagt er zu ihm: „Was du tun willst, das tue bald.“ Daraufhin verlässt Judas die Gemeinschaft der Jünger und geht hinaus in die Nacht, um die Verhaftung Jesu vorzubereiten.
Auf den ersten Blick könnte es so erscheinen, als würde Jesus Judas zu seinem Verrat auffordern. Dies ist jedoch nicht die eigentliche Bedeutung der Worte. Jesus billigt den Verrat nicht, sondern zeigt, dass er die bevorstehenden Ereignisse kennt und ihnen bewusst entgegensieht. Er weiß, dass sein Leiden und Sterben Teil des göttlichen Heilsplans sind. Deshalb versucht er nicht, das Unvermeidliche aufzuhalten.
Die Aussage macht deutlich, dass Jesus die Kontrolle über die Situation nicht verliert. Obwohl er verraten wird, bleibt er nicht ein hilfloses Opfer der Umstände. Er geht seinen Weg bewusst und freiwillig. Die Worte zeigen seine Entschlossenheit, den Auftrag zu erfüllen, den er von Gott empfangen hat.
Zugleich wirft die Geschichte Fragen nach Verantwortung und Entscheidungsfreiheit auf. Judas trifft seine eigene Entscheidung und trägt die Verantwortung für sein Handeln. Jesus kennt zwar die Absichten seines Jüngers, zwingt ihn jedoch nicht dazu. Die Erzählung verdeutlicht, dass Menschen die Freiheit besitzen, zwischen Gut und Böse zu wählen.
Im übertragenen Sinn wird die Redewendung heute manchmal verwendet, um jemanden zu einer raschen Entscheidung oder zum entschlossenen Handeln aufzufordern. Im biblischen Zusammenhang steht jedoch weniger die Eile als vielmehr die Konsequenz einer Entscheidung im Mittelpunkt. Judas hat sich bereits innerlich festgelegt, und nun wird sein Vorhaben Wirklichkeit.
Die Worte „Was du tun willst, das tue bald“ erinnern daran, dass Entscheidungen Folgen haben. Sie zeigen zugleich die Souveränität Jesu, der seinen Weg trotz Verrat, Leiden und Tod bewusst geht. Damit weist die Erzählung über die unmittelbare Situation hinaus und macht deutlich, dass Gottes Plan selbst durch menschliches Versagen nicht aufgehalten werden kann.