Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Verfasst von

in

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. nach 2.Mose 7,3

Die Redewendung „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“ wird heute oft verwendet, wenn etwas völlig Unerwartetes oder Erstaunliches eintritt. Häufig geschieht dies mit einem gewissen Augenzwinkern, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas kaum für möglich Gehaltenes dennoch Wirklichkeit geworden ist. Der Ursprung dieser Formulierung liegt in der Bibel, insbesondere in den Berichten über Mose und den Auszug Israels aus Ägypten.

In 2. Mose 7,3 spricht Gott zu Mose vor dessen Begegnung mit dem Pharao: „Ich will das Herz des Pharao verhärten und viele Zeichen und Wunder tun im Land Ägypten.“ Diese Ankündigung steht am Beginn einer Reihe außergewöhnlicher Ereignisse, die später als die zehn Plagen Ägyptens bekannt werden. Durch diese Zeichen soll deutlich werden, dass Gott Macht über die Natur, über die Geschichte und über die Herrscher der Welt besitzt.

In der Bibel haben Zeichen und Wunder eine besondere Funktion. Sie dienen nicht in erster Linie dazu, Menschen zu erstaunen oder zu unterhalten. Vielmehr sollen sie auf Gottes Wirken hinweisen. Ein „Zeichen“ verweist auf eine tiefere Bedeutung, während ein „Wunder“ etwas Außergewöhnliches bezeichnet, das die gewohnten Erfahrungen übersteigt. Beide zusammen sollen den Menschen helfen zu erkennen, dass Gott handelt und seine Verheißungen erfüllt.

Die Ereignisse in Ägypten zeigen dies besonders deutlich. Mose steht einem mächtigen Herrscher gegenüber und besitzt aus eigener Kraft keine Möglichkeit, das Volk Israel zu befreien. Die Zeichen und Wunder machen sichtbar, dass die Befreiung nicht das Werk menschlicher Stärke ist, sondern auf Gottes Eingreifen zurückgeht. Sie sind Ausdruck seiner Treue und seines Willens, sein Volk aus der Unterdrückung zu retten.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Redewendung von ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und Eingang in die Alltagssprache gefunden. Wenn heute jemand sagt: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“, meint er meist, dass etwas Überraschendes oder kaum Erwartetes eingetreten ist. Die Wendung drückt Staunen darüber aus, dass sich eine Situation anders entwickelt hat, als man angenommen hatte.

Doch die biblische Bedeutung reicht tiefer. Sie erinnert daran, dass die Wirklichkeit größer sein kann als das, was Menschen planen oder erwarten. Immer wieder erleben Menschen Ereignisse, die sie als glückliche Fügung, unerwartete Hilfe oder erstaunliche Wendung wahrnehmen. Auch wenn solche Erfahrungen nicht mit den großen Wundern der Bibel gleichgesetzt werden können, zeigen sie doch, dass das Leben Raum für Überraschungen lässt.

Die Aussage „Es geschehen noch Zeichen und Wunder“ kann deshalb auch Hoffnung vermitteln. Sie erinnert daran, dass festgefahrene Situationen sich verändern können und dass nicht alles von menschlichen Möglichkeiten abhängt. Wo Menschen keinen Ausweg mehr sehen, können neue Perspektiven entstehen.

So verweist 2. Mose 7,3 auf Gottes machtvolles Handeln in der Geschichte. Die Zeichen und Wunder in Ägypten waren Ausdruck seiner Gegenwart und seines Rettungswillens. Die daraus entstandene Redewendung lebt bis heute fort und erinnert daran, dass das Unerwartete möglich bleibt und dass Staunen ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens ist.