Der inwendige Mensch

Der inwendige Mensch Römer 7,22; Epheser 3,16

Der Ausdruck „der inwendige Mensch“ findet sich unter anderem in den Briefen an die Römer (Röm 7,22) und an die Epheser (Eph 3,16) und wird in den Aussagen von Paulus verwendet. Mit diesem Begriff beschreibt Paulus die innere, geistliche Dimension des Menschen im Gegensatz zum äußeren, sichtbaren Leben.

Im Römerbrief spricht Paulus davon, dass er „Lust hat an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen“. Damit meint er die tiefere Ebene seines Wesens, in der er Gottes Willen erkennt und bejaht. Obwohl der Mensch im Alltag mit inneren Konflikten und Schwächen ringt, gibt es doch eine innere Ausrichtung, die sich nach dem Guten und nach Gott sehnt. Der „inwendige Mensch“ steht somit für das Gewissen, den Willen und die geistliche Orientierung eines Menschen.

Im Epheserbrief wird dieser Gedanke weitergeführt, wenn Paulus darum betet, dass die Gläubigen „mit Kraft gestärkt werden durch seinen Geist am inwendigen Menschen“. Hier geht es um eine innere Erneuerung und Stärkung, die nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern durch Gottes Wirken geschieht. Der inwendige Mensch ist der Bereich, in dem geistliches Wachstum stattfindet und in dem der Glaube gefestigt wird.

Der Begriff macht deutlich, dass der Mensch nicht nur aus dem besteht, was äußerlich sichtbar ist, sondern auch aus einer inneren Wirklichkeit, die sein Denken, Wollen und Fühlen prägt. Diese innere Seite ist entscheidend für die persönliche Entwicklung und für das Verhältnis zu Gott. Während der äußere Mensch den Veränderungen der Zeit unterliegt, wird der inwendige Mensch durch geistliche Prozesse geformt und gestärkt.

Im übertragenen Sinn kann der Ausdruck „inwendiger Mensch“ auch für das innere Leben eines Menschen stehen, das durch Werte, Überzeugungen und Glauben bestimmt wird. Es geht um die innere Haltung, die das äußere Handeln beeinflusst und ihm Richtung gibt.

So beschreibt der „inwendige Mensch“ die unsichtbare, aber zentrale Dimension des menschlichen Lebens. Die biblischen Texte machen deutlich, dass diese innere Seite nicht vernachlässigt werden soll, sondern durch Gottes Geist gestärkt und erneuert werden kann, sodass Denken, Wollen und Handeln in Einklang mit dem Guten und Göttlichen stehen.

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