Jemanden mit Füßen treten Josua 10,24; 1.Sam 2,29
Der Ausdruck „jemanden mit Füßen treten“ hat im Alten Testament eine bildhafte und zugleich ernste Bedeutung. Das Buch Josua (Jos 10,24) berichtet, wie besiegte Könige niedergeworfen werden und die Anführer Israels ihre Füße auf deren Nacken setzen. Dieses Zeichen steht für vollständige Unterwerfung und militärischen Sieg. Der Fuß wird zum Symbol der Überlegenheit, der andere liegt wehrlos am Boden.
Eine andere, innere Dimension klingt im Erstes Buch Samuel (1 Sam 2,29) an. Dort wird dem Priester Eli vorgeworfen, Gottes Opfer „zu ehren“ – im Sinn von missachten oder verachten – indem er das Fehlverhalten seiner Söhne duldet. Auch hier geht es um Geringschätzung, um das Niederdrücken dessen, was heilig oder wertvoll ist.
Im übertragenen Sinn bedeutet „jemanden mit Füßen treten“, ihn zu demütigen, zu missachten oder seine Würde zu verletzen. Es beschreibt ein Verhalten, das Macht ausübt, ohne Rücksicht auf den anderen. Der Ausdruck macht deutlich, wie tief eine solche Herabsetzung trifft. Wer mit Füßen getreten wird, erfährt nicht nur Niederlage, sondern auch Entwürdigung.
Die biblischen Texte zeigen zugleich, dass Macht nicht Selbstzweck ist. Sie steht unter Gottes Gericht. Wer andere unterdrückt oder das Heilige verachtet, setzt sich selbst einer höheren Verantwortung aus.
So erinnert die Redewendung daran, wie verletzend Geringschätzung sein kann. Sie mahnt, die Würde des anderen zu achten und Macht nicht zur Demütigung zu gebrauchen. Denn vor Gott ist kein Mensch dazu bestimmt, mit Füßen getreten zu werden.
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