Ein Ende mit Schrecken nehmen nach Psalm 73,19
Der Ausdruck „ein Ende mit Schrecken nehmen“ erinnert an die eindrücklichen Worte aus dem Psalmen, genauer aus Psalm 73,19. Dort beschreibt der Beter das Schicksal der Gottlosen mit den Worten: „Wie sind sie so plötzlich verwüstet, gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.“
Psalm 73 ringt mit einer alten, aber immer aktuellen Frage: Warum geht es den Gottlosen scheinbar gut, während die Gerechten leiden? Der Psalmbeter blickt zunächst neidisch auf den Erfolg der Frevler. Sie scheinen sorgenfrei, mächtig und sicher zu leben. Dieses Empfinden bringt ihn ins Wanken. Erst als er „in das Heiligtum Gottes“ geht, erkennt er das wahre Ende ihres Weges.
Das „Ende mit Schrecken“ beschreibt dabei nicht bloß ein dramatisches Finale, sondern die plötzliche Enthüllung einer trügerischen Sicherheit. Was fest und beneidenswert erschien, erweist sich als brüchig. Reichtum, Macht und Überheblichkeit können keinen dauerhaften Halt geben. Der Schrecken liegt in der Erkenntnis, dass das Fundament fehlte.
Der Satz mahnt, nicht nur auf den augenblicklichen Erfolg zu schauen, sondern das Ziel des Weges zu bedenken. Ein Leben, das allein auf Selbstsicherheit und Ungerechtigkeit gründet, trägt den Keim seines eigenen Zusammenbruchs in sich.
Gleichzeitig endet der Psalm nicht in düsterer Drohung, sondern in Vertrauen: „Dennoch bleibe ich stets an dir.“ Das Gegenbild zum „Ende mit Schrecken“ ist die Nähe zu Gott. Wer sich an ihm orientiert, findet Halt, der über das Sichtbare hinausreicht.
So erinnert Psalm 73 daran, dass nicht der augenblickliche Eindruck entscheidet, sondern das Ende des Weges – und dass wahre Sicherheit nicht in äußerem Glanz, sondern in innerer Bindung an Gott liegt.
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