Wir sind allzumal Sünder

„Wir sind allzumal Sünder“ (Römer 3,23)

Der Ausdruck „Wir sind allzumal Sünder“ stammt aus der Bibel, genauer aus dem Römer (Römer 3,23). Gesprochen wird dieser Gedanke von Paulus von Tarsus im Rahmen einer grundlegenden Aussage über den Zustand des Menschen vor Gott.

Im biblischen Zusammenhang bringt der Vers eine zentrale Einsicht zum Ausdruck: Alle Menschen haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes. Damit wird keine einzelne Gruppe herausgestellt, sondern eine allgemeine menschliche Wirklichkeit beschrieben. Der Satz macht deutlich, dass niemand vollkommen ist und alle Menschen in irgendeiner Form hinter dem zurückbleiben, was als Maßstab gilt.

Die Aussage steht im Kontext einer größeren Argumentation im Römerbrief, in der Paulus zeigt, dass sowohl Juden als auch Nichtjuden gleichermaßen auf Gottes Gnade angewiesen sind. Die Betonung liegt darauf, dass kein Mensch sich aus eigener Leistung oder moralischer Vollkommenheit vor Gott rechtfertigen kann.

Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck verwendet, um auf die menschliche Fehlbarkeit hinzuweisen. Er erinnert daran, dass Irrtum, Schwäche und Schuld zum menschlichen Leben dazugehören und nicht nur einzelne betreffen, sondern eine gemeinsame Erfahrung sind.

Gleichzeitig bildet dieser Gedanke im weiteren Verlauf des Römerbriefs die Grundlage für die Botschaft von Vergebung und Gnade. Gerade weil alle Menschen als „Sünder“ beschrieben werden, wird die Möglichkeit der Versöhnung als Geschenk verstanden, das nicht auf Leistung beruht.

Die Einsicht „Wir sind allzumal Sünder“ fasst eine zentrale biblische Einsicht zusammen: die universale Unvollkommenheit des Menschen – verbunden mit der daraus folgenden Notwendigkeit von Gnade und der Hoffnung auf Erneuerung.

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