Um das goldene Kalb tanzen

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Um das goldene Kalb tanzen 2. Mose 32,8

Der Ausdruck „um das goldene Kalb tanzen“ geht auf die Erzählung in Exodus (2. Mose 32,8) zurück. In dieser Szene wird beschrieben, was geschieht, während Mose auf dem Berg Sinai verweilt. Das Volk Israel fertigt ein goldenes Kalb als Götzenbild an und betet es auch an. In Abwesenheit ihres Anführers wenden sich die Menschen von dem Gott ab, der sie aus Ägypten geführt hat. Sie suchen sich ein sichtbares, greifbares Objekt der Verehrung.

„Um das goldene Kalb tanzen“ beschreibt die ausgelassene, aber zugleich fehlgeleitete Verehrung dieses selbstgemachten Götzen. Das Tanzen steht dabei für die festliche, aber in diesem Fall religiös fehlgeleitete Feier rund um das Götzenbild. Die Szene zeigt eine Mischung aus Unsicherheit, Ungeduld und dem Wunsch nach unmittelbarer, sichtbarer Sicherheit, die das Vertrauen auf den unsichtbaren Gott verdrängt.

Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute verwendet, um eine Haltung zu beschreiben, in der Menschen materiellen Dingen, Macht oder äußeren Werten eine übermäßige Bedeutung beimessen. „Um das goldene Kalb tanzen“ kann somit für das Streben nach Geld, Erfolg oder anderen weltlichen Zielen stehen, denen ein nahezu kultischer Stellenwert eingeräumt wird.

Im weiteren Kontext der Bibel wird die Geschichte des goldenen Kalbes zu einem warnenden Beispiel für den Verlust von Orientierung und Vertrauen. Sie zeigt, wie schnell Menschen sich von grundlegenden Werten und von ihrem Glauben entfernen können, wenn Unsicherheit oder Ungeduld überhandnehmen.

So steht die Redewendung sinnbildlich für die Gefahr, äußeren oder materiellen Dingen eine zentrale Rolle im Leben zu geben und dabei das eigentliche Fundament aus dem Blick zu verlieren.

Allzumenschliches

Wenn Menschen dem Mammon dienen, wenn nur die Rendite zählt, dann ist das oft ein Tanz ums goldene Kalb. Die Redewendung beschreibt eine Fixierung auf materielle Dinge oder den überhöhten Kult, der über Ideen, Personen oder Projekte veranstaltet wird. Kulturelle Werte, ethische Grundsätze treten in den Hintergrund. Sie haben dem Schein, der Gier und falchen Idealen, z.B. Gled, Luxus und Macht, den Vortritt zu lassen.