Bis an das Ende der Welt aus Mk 13,24-27
Der Ausdruck „bis an das Ende der Welt“ greift eine starke Bildsprache aus der Endzeitrede Jesu auf. Im Evangelium nach Markus (Mk 13,24–27) beschreibt Jesus gewaltige Zeichen: Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond seinen Schein verlieren, die Sterne werden vom Himmel fallen. Und dann heißt es, dass der Menschensohn kommen und seine Auserwählten sammeln wird „von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels“.
„Bis an das Ende der Welt“ meint hier nicht nur einen geografischen Rand, sondern die äußerste Grenze menschlicher Erfahrung. Es geht um die Vollendung der Geschichte, um einen Zeitpunkt, an dem alles Vorläufige an sein Ziel kommt. Die Sprache ist bewusst bildhaft und kosmisch – sie will nicht naturwissenschaftlich erklären, sondern die Erschütterung und Größe dieses Geschehens verdeutlichen.
Für die ersten Christen war diese Rede Trost und Mahnung zugleich. In Zeiten von Verfolgung und Unsicherheit sollten sie wissen: Die Geschichte ist nicht dem Zufall überlassen. Gott führt sie zu einem Ziel. Das „Ende der Welt“ ist nicht nur Untergang, sondern zugleich Sammlung, Wiederherstellung und Hoffnung.
Auch heute wird der Ausdruck oft dramatisch gebraucht, wenn von Krisen oder Katastrophen die Rede ist. Doch im biblischen Sinn ist das Ende nicht bloß Zerstörung. Es ist Offenbarung: Gott zeigt seine Herrschaft und sammelt, was zerstreut war.
Der Satz weist also weit über unsere Angstbilder hinaus. „Bis an das Ende der Welt“ erinnert daran, dass Gottes Blick weiter reicht als unsere Gegenwart. Er umfasst Anfang und Ende – und ruft dazu auf, wachsam und hoffnungsvoll zu leben, im Vertrauen darauf, dass selbst die äußersten Grenzen der Welt in Gottes Hand liegen.
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