Friede sei mit dir! Friede sei mit euch!

Friede sei mit dir! Friede sei mit euch! 1. Chr. 2,18; Psalm 106,1; Lukas 24,36; Johannes 20,19.21.26

Der Gruß „Friede sei mit dir! Friede sei mit euch!“ durchzieht die Bibel wie ein leiser, aber kraftvoller Strom. Er begegnet in unterschiedlichen Zusammenhängen – als Segenswunsch, als liturgischer Ruf, als Zuspruch in Momenten der Angst. So klingt der Lobpreis „Danket dem HERRN, denn er ist freundlich“ im Buch der Psalmen (Ps 106,1) wie ein Fundament des Friedens: Gottes Güte schafft Vertrauen.

Im Neuen Testament erhält der Friedensgruß eine besondere Tiefe. Nach seiner Auferstehung tritt Jesus in die Mitte der verängstigten Jünger und spricht: „Friede sei mit euch!“ – wie berichtet im Evangelium nach Lukas (Lk 24,36) und im Evangelium nach Johannes (Joh 20,19.21.26). Die Türen sind verschlossen, die Herzen unsicher. In diese Situation hinein spricht Christus keinen Vorwurf, sondern Frieden.

Dieser Friede ist mehr als die Abwesenheit von Streit. Er meint das hebräische „Schalom“ – Ganzheit, Heil, Versöhnung mit Gott und untereinander. Wenn Jesus „Friede sei mit euch“ sagt, schenkt er nicht nur einen Wunsch, sondern eine Wirklichkeit: Die Angst soll weichen, Vertrauen soll wachsen, die Gemeinschaft soll neu beginnen.

Der Friedensgruß verbindet Himmel und Erde. Er steht am Anfang und am Ende vieler Begegnungen. In ihm liegt der Wunsch nach Schutz, Bewahrung und innerer Ruhe. Zugleich ist er Auftrag: Wer Frieden empfängt, soll ihn weitergeben.

So bleibt der Ruf „Friede sei mit dir! Friede sei mit euch!“ zeitlos. Er erinnert daran, dass echter Friede von Gott kommt und Menschen verwandeln kann – selbst hinter verschlossenen Türen.

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