Keusch wie Josef

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Keusch wie Josef 1.Mose39

Der Ausdruck „keusch wie Josef“ bezieht sich auf die Erzählung in Genesis 39, in der Joseph als junger Mann in Ägypten dient und in das Haus des Potifar gelangt. Dort versucht die Frau seines Herrn, ihn zu verführen. Sie fordert ihn wiederholt auf, sich mit ihr einzulassen.

Joseph weist diese Versuche entschieden zurück. Er begründet seine Ablehnung nicht nur mit Loyalität gegenüber seinem Herrn, sondern vor allem mit seiner Verantwortung vor Gott. Er will keine Schuld auf sich laden und das Vertrauen missbrauchen, das ihm entgegengebracht wurde. Selbst als sie ihn bedrängt, bleibt er standhaft und entzieht sich der Situation, indem er flieht.

„Keusch wie Josef“ beschreibt daher eine Haltung der Treue, Selbstbeherrschung und moralischen Integrität. Keuschheit wird hier nicht nur im engeren Sinn verstanden. Sie ist eine innere Haltung, die sich durch Loyalität, Klarheit und das Festhalten an ethischen Überzeugungen auszeichnet – auch dann, wenn Versuchung oder Druck vorhanden sind.

Joseph wird somit zu einem Vorbild für Standhaftigkeit in schwierigen Situationen. Seine Geschichte zeigt, dass es möglich ist, Versuchungen zu widerstehen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Selbst wenn dies persönliche Nachteile mit sich bringen kann.

So steht der Ausdruck „keusch wie Josef“ sinnbildlich für die Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen und an einer als richtig erkannten Haltung festzuhalten – geprägt von Selbstdisziplin, Vertrauen und moralischer Klarheit.

Die Keuschheit gilt seit altersher als eine der sieben himmlischen Tugenden; ihr Gegenpart ist die Wolllust (lat.: luxuria). Diese Liste himmlischer Tugenden entstand im Mittelalter. Die Tugenden ringen in den Herzen der Menschen mit ihrem jeweiligem Widersacher um die Vorherrschaft.
Grundlage für diese Liste war die Psychomachia, ein Werk des des christlichen Dichters Prudentius (348 bis ca. 405).

Das Wort Keusch leitet sich ab vom lateinischen concius für „bewusst“; im Mittelhochdeutschen hieß es kiusche für „sittsam“ oder „bewusst“. Die Keuschheit, die hir eigentlich gemeint ist, reicht damit ein wenig weiter als sexuelle Abstinenz.