Paradiesische Zustände

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Paradiesische Zustände Lk 23,43; 2Kor 12,4; Offb. 2,7

Der Ausdruck „paradiesische Zustände“ hat seinen Ursprung in verschiedenen biblischen Vorstellungen vom Paradies. Diese werden unter anderem im Evangelium nach Lukas (Lk 23,43), im zweiten Korintherbrief (2 Kor 12,4) sowie in der Offenbarung des Johannes (Offb. 2,7) beschrieben. Die Texte zeigen unterschiedliche Facetten eines Ortes oder Zustands, der durch Nähe zu Gott, Frieden und Vollkommenheit geprägt ist.

In Lukas 23,43 spricht Jesus dem reuigen Mitgekreuzigten eine Verheißung zu. Danach soll dieser noch am selben Tag mit ihm im Paradies zu sein. Hier steht das Paradies für eine unmittelbare Gemeinschaft mit Gott nach dem Tod. Der Zustand ist frei von Leid und Schuld. Im zweiten Korintherbrief berichtet Paulus von Tarsus von einer visionären Erfahrung, in der er „in das Paradies entrückt“ wurde und unaussprechliche Worte hörte. Für ihn ist das ein Hinweis auf eine Wirklichkeit, die menschliche Vorstellungskraft übersteigt. In der Offenbarung schließlich wird das Paradies mit dem „Baum des Lebens“ verbunden, der denen verheißen ist, die überwinden. Hier ist es ein Bild für ewiges Leben und erneuerte Schöpfung.

Ort oder Zustand des Daseins

Gemeinsam ist diesen Vorstellungen, dass das Paradies als Ort oder Zustand vollkommener Harmonie gilt. Es istrei von Leid, geprägt von Frieden, erfüllt von Gottes Gegenwart. Hier ist es ein Gegenbild zu den Begrenzungen und Mühen der irdischen Welt und zugleich Ziel und Hoffnung des Glaubens.

Im übertragenen Sinn findet der Ausdruck „paradiesische Zustände“ heute Verwendung, um besonders angenehme, friedliche oder ideale Lebensverhältnisse zu beschreiben. Damit kann ein Ort gemeint sein, der durch Schönheit und Ruhe besticht, oder eine Situation, in der Sorgen und Konflikte in den Hintergrund treten.

Die biblische Grundlage verleiht dieser Redewendung jedoch eine tiefere Dimension. Sie erinnert daran, dass die Sehnsucht nach solchen „paradiesischen Zuständen“ im Menschen verankert ist und auf eine umfassendere Hoffnung verweist: auf eine Wirklichkeit, in der das Leben in seiner ursprünglichen Fülle und in Gemeinschaft mit Gott vollendet wird.