Sein Scherflein beisteuern

„Sein Scherflein beisteuern“ (Markus 12,41–44; Lukas 21,2)

Der Ausdruck „sein Scherflein beisteuern“ stammt aus der Bibel und geht auf die Beobachtung zurück, die Jesus von Nazareth im Tempel macht (Markus 12,41–44; Lukas 21,2). Dort sieht er, wie Menschen Geld in den Opferkasten legen, darunter auch eine arme Witwe, die nur zwei kleine Münzen gibt – sogenannte Scherflein.

Im Vergleich zu den großen Spenden anderer wirkt ihr Beitrag unbedeutend gering. Doch Jesus hebt gerade diese Gabe hervor und bewertet sie nicht nach ihrem materiellen Wert, sondern nach der inneren Haltung, mit der sie gegeben wird. Die Witwe gibt „alles, was sie zum Leben hat“, und zeigt damit Vertrauen, Hingabe und Großzügigkeit.

Der Ausdruck „sein Scherflein beisteuern“ hat sich daraus als Redewendung entwickelt und bedeutet heute, einen kleinen, aber dennoch wichtigen Beitrag zu einer gemeinsamen Sache zu leisten. Dabei steht nicht die Größe des Beitrags im Vordergrund, sondern die Bereitschaft, sich einzubringen.

Die zugrunde liegende Botschaft macht deutlich, dass auch scheinbar kleine Beiträge Bedeutung haben können. In Gemeinschaften, Projekten oder im gesellschaftlichen Zusammenleben kommt es nicht nur auf große Leistungen an, sondern ebenso auf viele kleine Beiträge, die zusammen etwas bewirken.

Gleichzeitig erinnert die Geschichte daran, dass die Bewertung von Leistungen nicht allein nach äußeren Maßstäben erfolgen sollte. Vielmehr zählen auch Motivation, Einsatzbereitschaft und die persönliche Haltung. Ein kleiner Beitrag kann in seiner Wirkung und Bedeutung größer sein, als er auf den ersten Blick erscheint.

So steht „sein Scherflein beisteuern“ für die Idee, dass jeder Mensch – unabhängig von den eigenen Möglichkeiten – etwas zum Ganzen beitragen kann, und dass selbst kleine Gaben wertvoll sind, wenn sie mit Einsatz und Überzeugung gegeben werden.

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