Schlagwort: 1. Johannes

  • Des Menschen Wille ist sein Himmelreich

    Des Menschen Wille ist sein Himmelreich 1. Joh 2, 17

    Der Satz „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“ bringt eine volkstümliche Einsicht über Selbstbestimmung und persönliche Lebensgestaltung zum Ausdruck. Er lässt sich im Licht von Aussagen wie 1. Johannes 2,17 im Buch verstehen, in dem Johannes schreibt: „Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“

    Die Redewendung „Des Menschen Wille ist sein Himmelreich“ betont zunächst, dass der Mensch die Freiheit hat, seinen eigenen Willen zu verfolgen und daraus eine Art inneres „Reich“ zu formen. Was ein Mensch will, entscheidet wesentlich darüber, wie er denkt, handelt und sein Leben ausrichtet. In diesem Sinn kann der eigene Wille zur prägenden Kraft werden, die das persönliche Lebensgefühl und die Lebensrichtung bestimmt.

    Im biblischen Zusammenhang

    Der Gedanke wird jedoch relativiert. Der erste Johannesbrief stellt dem menschlichen Willen die Vergänglichkeit der Welt gegenüber. Während menschliche Wünsche und Ziele oft auf das Vorübergehende gerichtet sind, bleibt nur das bestehen, was im Einklang mit dem Willen Gottes steht. Damit wird deutlich, dass der menschliche Wille zwar wichtig ist. Er kann aber nicht das letzte Maß aller Dinge sein.

    Der Vers lädt dazu ein, den eigenen Willen kritisch zu reflektieren und ihn an höheren Maßstäben auszurichten. Nicht jeder Wunsch führt automatisch zu einem guten oder erfüllten Leben. Vielmehr geht es darum, zwischen kurzfristigen Interessen und dauerhaften Werten zu unterscheiden. In der biblischen Perspektive gewinnt der Wille des Menschen dann an Tiefe, wenn er sich an Gottes Willen orientiert und nicht nur auf das eigene Wohl oder momentane Bedürfnisse beschränkt bleibt.

    Im übertragenen Sinn kann die Redewendung auch darauf hinweisen, dass Menschen sich durch ihre Einstellungen und Entscheidungen gewissermaßen ihre eigene „Welt“ schaffen. Wer bewusst handelt und seine Werte klärt, gestaltet aktiv sein inneres und äußeres Leben. Gleichzeitig erinnert der biblische Kontext daran, dass diese Gestaltung nicht losgelöst von Verantwortung und Orientierung geschehen sollte.

    So verbindet der Satz zwei Perspektiven. Einerseits die Bedeutung des menschlichen Willens für die persönliche Lebensführung, andererseits die Einsicht, dass wahre Beständigkeit und Sinn nicht allein aus eigenem Wollen entstehen, sondern im Bezug auf etwas Größeres, Bleibendes gefunden werden.

    Apropos des Menschen Wille und sein Himmelreich:

    Die Redewendung findet sich bereits in „Die deutschen Sprichwörter“ von Karl Simrock aus dem Jahr 1846. Es handelt sich um einen Ausdruck, dessen Herkunft heute nicht mehr so recht nachzuvollziehen ist. Hier und da war zu lesen, der Ausdruck ginge auf den deutschen Dichter Johann Jakob Wilhelm Heinse (1746-1803) zurück.

    Menschen sind dann glücklich, wenn sie selbstbestimmt und nach eigenem Gusto ihre Entscheidungen treffen und ihre Wünsche und Pläne in die Tat umsetzen und verwirklichen können. Die Freiheit, in eigener Verantwortung selbst zu entscheiden, nach jeweils eigenen Vorstellungen und Wünschen zu leben und eigene Ziele verfolgen zu können, ist ein hohes Gut.

    Mit einem Anflug von Ironie findet der Ausdruck Verwendung, um davor zu warnen, dass es zu Problemen führen kann, wenn jemand stur und unbelehrbar seinen Willen durchsetzen will, bzw. wenn absehbar ist, dass die getroffene Entscheidung nicht die beste war …

    Friedrich Schiller meinte: „Des Menschen Wille, das ist sein Glück.“
    Andere Aphoristiker waren der Meinung, des Menschen Wille sei sein Hindernis, seine Hölle oder gar seine Achillesferse. (siehe aphorismen.de)

  • Die Welt liegt im Argen

    Die Welt liegt im Argen nach Gal.1,4 und 1.Joh.5,19

    Die Redewendung „Die Welt liegt im Argen“ beschreibt eine grundlegende biblische Sicht auf die menschliche Welt und ihre Zustände. Sie fasst die Aussage zweier neutestamentlicher Texte zusammen, insbesondere Galater 1,4 und 1. Johannes 5,19. Dort wird deutlich gemacht, dass die Welt in ihrer gegenwärtigen Gestalt von Unheil, Sünde und Vergänglichkeit geprägt ist.

    Im Galaterbrief schreibt der Apostel Paulus, dass Jesus Christus „sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns herausreiße aus der gegenwärtigen bösen Welt“. Diese Formulierung zeigt, dass die Welt nicht nur neutral als Schöpfung Gottes betrachtet wird, sondern zugleich als ein Bereich, der vom Bösen beeinflusst ist. Der Mensch lebt in einer Wirklichkeit, in der Schuld, Leid und Ungerechtigkeit vorhanden sind.

    Noch deutlicher wird dieser Gedanke im ersten Johannesbrief. Dort heißt es: „Die ganze Welt liegt im Argen“, und zugleich wird unterschieden zwischen der Welt und denen, die aus Gott geboren sind. betont, dass die Welt zwar unter dem Einfluss des „Bösen“ steht, aber nicht völlig von Gott getrennt ist. Vielmehr besteht ein Spannungsfeld zwischen Gottes guter Schöpfung und der Realität der Sünde.

    Mit „Welt“ ist in diesen Texten nicht die Erde als Naturraum gemeint, sondern die menschliche Gesellschaft in ihrer Gottesferne. Es geht um Strukturen, Denkweisen und Handlungen, die sich von Gottes Willen entfernen. „Im Argen liegen“ bedeutet dabei, dass etwas beschädigt, unvollkommen oder vom Bösen geprägt ist. Der Ausdruck beschreibt also keinen hoffnungslosen Zustand, sondern eine ernsthafte Diagnose der menschlichen Wirklichkeit.

    Hoffnung auf Veränderung

    Gleichzeitig ist diese Sichtweise nicht resignativ. Sowohl Paulus als auch der Johannesbrief bleiben nicht bei der Feststellung des Mangels stehen. Im Zentrum steht vielmehr die Botschaft, dass Gott in diese Welt eingreift. Durch Jesus Christus wird die Macht des Bösen nicht einfach ignoriert, sondern überwunden. Die „Errettung aus dieser Welt“ bedeutet, dass ein neuer Anfang möglich wird.

    Auch für die heutige Zeit hat dieser Gedanke eine besondere Bedeutung. Viele Menschen erleben Ungerechtigkeit, Konflikte, Umweltprobleme und persönliche Krisen. Die Aussage „Die Welt liegt im Argen“ kann diese Erfahrungen beschreiben, ohne sie zu beschönigen. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass diese Zustände nicht das letzte Wort haben.

    Der biblische Blick verbindet Realismus mit Hoffnung. Er sieht die Welt klar in ihrer Gebrochenheit, aber auch in ihrer Offenheit für Veränderung. Christen glauben, dass durch Gottes Handeln eine neue Wirklichkeit beginnt, die bereits jetzt spürbar ist und sich in Zukunft vollenden wird.

    So beschreibt die Aussage „Die Welt liegt im Argen“ eine nüchterne, aber nicht hoffnungslose Sicht auf die Welt. Sie ruft dazu auf, die Realität ernst zu nehmen und zugleich auf Gottes rettendes Handeln zu vertrauen, das diese Welt verändern kann.

  • Die Welt vergeht mit ihrer Lust

    Die Welt vergeht mit ihrer Lust nach 1.Johannes 2,17

    Die Aussage „Die Welt vergeht mit ihrer Lust“ stammt aus dem ersten Johannesbrief (1 Joh 2,17). Sie gehört zu den eindringlichen Mahnungen des Neuen Testaments und stellt eine klare Gegenüberstellung zwischen vergänglichen und bleibenden Werten dar. Der Vers lautet sinngemäß: „Die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“

    Mit „Welt“ ist hier nicht die Schöpfung als solche gemeint, sondern die von Gott losgelöste Lebensweise des Menschen. Gemeint sind Denk- und Verhaltensmuster, die sich ausschließlich an materiellen Dingen, kurzfristigen Bedürfnissen und egoistischen Wünschen orientieren. „Lust“ beschreibt dabei die begehrenden Kräfte des Menschen, die auf Besitz, Genuss, Macht oder Anerkennung ausgerichtet sind.

    Der Vers macht deutlich, dass diese Form der Weltlichkeit keinen dauerhaften Bestand hat. Alles, was nur auf Vergängliches ausgerichtet ist, trägt bereits den Keim seiner eigenen Auflösung in sich. Reichtum, Ruhm, äußere Schönheit oder Macht können zwar für einen Moment bedeutend erscheinen, verlieren aber im Laufe der Zeit ihre Bedeutung oder vergehen vollständig.

    Demgegenüber stellt der Johannesbrief den Willen Gottes als etwas Bleibendes dar. Wer sich daran orientiert, gewinnt eine Perspektive, die über das Vergängliche hinausgeht. Es geht dabei nicht um ein Leben außerhalb der Welt, sondern um eine innere Ausrichtung, die das eigene Handeln prägt. Gerechtigkeit, Liebe, Wahrheit und Barmherzigkeit werden als Werte verstanden, die Bestand haben.

    Die Botschaft des Verses ist nicht weltfeindlich, sondern kritisch gegenüber einer Haltung, die das Vergängliche absolut setzt. Der Text lädt dazu ein, Prioritäten zu überdenken und sich zu fragen, was im Leben wirklich dauerhaft Bedeutung hat. Dabei wird deutlich, dass der Mensch die Wahl hat, ob er sich an kurzlebigen Zielen oder an bleibenden Werten orientiert.

    Auch heute hat dieser Gedanke große Relevanz. In einer Welt, die stark von Konsum, Leistungsdruck und ständiger Veränderung geprägt ist, erinnert der Vers daran, dass nicht alles, was attraktiv oder begehrenswert erscheint, auch dauerhaft erfüllend ist. Viele Erfahrungen zeigen, dass äußere Erfolge allein keine tiefere Zufriedenheit garantieren.

    Der Vers aus 1. Johannes 2,17 stellt deshalb eine grundlegende Lebensfrage: Woran richtet sich das eigene Leben aus? An dem, was vergeht, oder an dem, was bleibt? Die biblische Antwort weist auf den Willen Gottes als tragfähige Grundlage hin, die über das Vergängliche hinaus Bestand hat.

    So wird „Die Welt vergeht mit ihrer Lust“ zu einer Einladung, das Leben bewusst zu gestalten und sich nicht allein von kurzfristigen Wünschen leiten zu lassen. Stattdessen wird ein Weg der Beständigkeit und Sinnorientierung eröffnet, der über das Sichtbare hinausweist und auf bleibende Werte vertraut.