Voll des süßen Weines sein

Voll des süßen Weines sein Apg 2,12-13

Der Ausdruck „voll des süßen Weines sein“ aus Bibel (Apostelgeschichte 2,12–13) begegnet im Zusammenhang des Pfingstgeschehens. Als die Jünger von Jesus Christus plötzlich in verschiedenen Sprachen reden, reagieren einige Beobachter verwundert und spöttisch und vermuten, sie seien vom Wein berauscht.

Die Formulierung „voll des süßen Weines“ ist dabei nicht wörtlich zu verstehen, sondern als Ausdruck von Unverständnis und vorschneller Deutung. Die Menge versucht, ein außergewöhnliches, für sie unerklärliches Ereignis mit einer einfachen Erklärung zu versehen. Was sie nicht einordnen können, wird auf eine natürliche Ursache zurückgeführt – in diesem Fall auf Alkoholkonsum.

Gleichzeitig zeigt die Aussage, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann. Während die einen das Geschehen als geistgewirkte Erfahrung deuten, interpretieren andere es als bloße Trunkenheit. Der Ausdruck macht deutlich, wie schnell Menschen dazu neigen, Unbekanntes mit vertrauten Kategorien zu erklären, selbst wenn diese nicht angemessen sind.

Im weiteren Verlauf der Erzählung wird diese Fehleinschätzung korrigiert. Die Apostel selbst stellen klar, dass das Geschehen nicht durch Wein, sondern durch den Geist Gottes bewirkt ist. Dadurch wird deutlich, dass es sich um ein Ereignis handelt, das über alltägliche Erfahrungen hinausgeht und eine tiefere Bedeutung hat.

So steht der Satz „voll des süßen Weines sein“ für eine menschliche Reaktion auf das Unerklärliche: das Bedürfnis, außergewöhnliche Phänomene einzuordnen, auch wenn die gewählte Erklärung der Wirklichkeit nicht gerecht wird. Er erinnert daran, wie wichtig es ist, genau hinzusehen und vorschnelle Urteile zu hinterfragen.

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