Mit Furcht und Zittern

Mit Furcht und Zittern 1 Kor 2,3; 2.Kor. 7,15

Der Ausdruck begegnet in den Briefen des Apostels Paulus, etwa im Erster Brief an die Korinther (1 Kor 2,3) und im Zweiter Brief an die Korinther (2 Kor 7,15). Paulus beschreibt damit seine eigene Haltung, als er nach Korinth kam: „Ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern.“

Diese Worte klingen zunächst nach Unsicherheit. Doch sie meinen mehr als bloße Angst. „Furcht und Zittern“ ist eine biblische Wendung für ehrfürchtige Verantwortung vor Gott. Paulus wusste um die Größe seines Auftrags und zugleich um seine eigene Begrenztheit. Er trat nicht selbstbewusst oder prahlerisch auf, sondern im Bewusstsein, dass die Kraft der Botschaft nicht aus ihm selbst kam.

Im Zweiten Korintherbrief wird die Wendung auch auf die Gemeinde angewandt. Dort freut sich Paulus über den Gehorsam der Korinther, die Titus „mit Furcht und Zittern“ aufgenommen haben – das heißt: mit Respekt, Ernsthaftigkeit und innerer Bereitschaft zur Umkehr.

Der Ausdruck beschreibt also eine Haltung zwischen Demut und Ernst. Wer „mit Furcht und Zittern“ handelt, nimmt eine Aufgabe nicht leichtfertig an. Er weiß um ihre Tragweite. Es ist eine Mischung aus Ehrfurcht vor Gott, Sensibilität für die Situation und dem Bewusstsein eigener Verantwortung.

Im heutigen Sprachgebrauch klingt die Wendung oft dramatisch. Doch im biblischen Sinn ist sie Ausdruck geistlicher Wachsamkeit. Sie erinnert daran, dass große Dinge – sei es Verkündigung, Leitung oder Versöhnung – nicht beiläufig geschehen.

So zu handeln heißt daher: sich der eigenen Schwäche bewusst zu sein und gerade darin auf Gottes Kraft zu vertrauen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert