Geh nach Jericho und lass dir den Bart wachsen

Geh nach Jericho und lass dir den Bart wachsen. 1.Samuel10,5; 1.Chronik 20,5

Der Satz „Geh nach Jericho und lass dir den Bart wachsen“ wird im Zusammenhang mit 1 Samuel (1 Sam 10,5) und 1 Chronik (1 Chr 20,5) überliefert und steht im Kontext einer redensartlichen oder sinnbildlichen Aufforderung. Wörtlich verstanden wirkt die Anweisung zunächst ungewöhnlich, doch sie hat im kulturellen und historischen Rahmen eine tiefere Bedeutung.

In der biblischen Welt war der Bart ein Zeichen von Würde, Reife und Männlichkeit. „Den Bart wachsen lassen“ konnte daher auch ein Hinweis auf einen Zeitraum der Zurückgezogenheit, der Reifung oder des Abwartens sein. Jericho wiederum war eine bekannte Stadt, die in verschiedenen biblischen Erzählungen eine Rolle spielt und als Ort des Aufenthalts oder der Ruhe gelten konnte. Die Aufforderung, dorthin zu gehen, kann somit als Anweisung zu einer Phase des Rückzugs und der Vorbereitung gedeutet werden.

Im übertragenen Sinn drückt der Satz aus, dass jemand eine bestimmte Zeit verstreichen lassen soll. Sie oder er soll sich aus einer Situation herausnehmen, bevor sie/er wieder aktiv wird oder eine neue Aufgabe übernimmt. Es geht um Geduld, Reife und das Abwarten eines geeigneten Zeitpunkts. Solche Wendungen zeigen, wie die Bibel bildhafte Sprache verwendet, um Lebensweisheit zu vermitteln.

Im weiteren Kontext der Bibel wird deutlich, dass nicht jede Handlung sofort und unmittelbar erfolgen muss. Manchmal gehört es dazu, eine Phase der Entwicklung zu durchlaufen, sich zu sammeln und innerlich zu wachsen, bevor man neue Schritte geht. Der Satz steht somit sinnbildlich für Geduld, Reifung und das Vertrauen darauf, dass für alles seine Zeit kommt.

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