Von Gott gezeichnet ist ein Träger dejenigen göttlichen Zeichens, welches ihn schützen soll vor aller Welt und Rache.
Hintergrund: Die beiden Brüder Kain und Abel opfern ihrem Gott. Dabei wird Abels Opfer angenommen. Kains Opfer dagegen nicht. Kain sinnt auf Rache und erschlägt schließlich im Zorn seinen Bruder. Damit wird er zum ersten Mörder der Menschheitsgeschichte und zum Brudermörder.
Von Gott zur Rede gestellt, leugnet er zunächst. Gott ist entsetzt über die Tat und verflucht Kain, sagt sogar, dass Kain von seinem Acker nicht mehr wird ernten können. Kain erkennt seine große Schuld und seine hilflose Lage im Angesicht von Gottes Fluch. Er schreit seine Scham und Schuld heraus. Daraufhin lässt Gott Gnade walten. Er verpasst dem Kain ein Zeichen, dass ihn schützen soll vor jeder Blutrache. Auch der Brudermörder soll weder schutz- noch rechtlos sein. „Von Gott gezeichnet“ – Das Kainsmal ist also weniger Schandfleck als Schutzzeichen.
Heute dagegen wird gilt das Kainszeichen als Stigmatisierung von Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, seien es Kriegs- oder politische Parteien oder sonstige Personen, denen ein kritikfähiges Verhalten vorgeworfen wird. 1. Mose 4,15
In anderem Zusammenhang bezieh sicht der Satz auf das Buch „Von Gott gezeichnet. Vom heiligen Sakrament der Firmung“ von Rudolf Bernhardt (1961). Hier wird gesagt, dass die Firmung (in der katholischen Kirche) eine sakramentale Prägung durch Gott darstellt. Es beschreibt die theologische Idee, dass ein Gläubiger durch den Heiligen Geist ein bleibendes Zeichen empfängt,ein „Siegel“ Gottes, das den Firmling unwiderruflich kennzeichnet.
Der Satz kann auch so verstanden werden, dass Ereignisse, die auf Gottes Liebe hinweisen, als göttliche Spuren im Leben verstanden werden.