Ehre einlegen

Ehre einlegen nach 2.Mose14,17.18; Ps.46,11

Der Ausdruck Ehre einlegen ist heute nicht merhr sehr gebräuchlich und eher unbekannt. Wenn jemand Ehre einlegt, dann kann er sich durch seine Arbeit, durch besondere Eigenschaften oder Leistung hervortun oder sich einen Namen machen.

Der Ausdruck „Ehre einlegen“ klingt heute ungewohnt. Gemeint ist: jemandem Ehre verschaffen, seine Größe sichtbar machen. In der Bibel wird dieses Motiv eindrucksvoll entfaltet, etwa im Buch Exodus (2. Mose 14,17–18). Dort spricht Gott vor dem Durchzug durchs Schilfmeer: „Ich will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und an seiner ganzen Macht.“ Gottes Handeln in der Befreiung Israels soll zeigen, wer wirklich Herr ist.

Die Situation ist dramatisch: Das Volk Israel steht zwischen Meer und ägyptischem Heer. Äußerlich scheint alles verloren. Doch gerade in dieser Bedrängnis „legt“ Gott Ehre ein – nicht im Sinne menschlicher Selbstdarstellung, sondern als Offenbarung seiner rettenden Macht. Die Rettung am Meer wird zum Zeichen: Gottes Name und seine Treue werden offenbar.

Ein zweiter Klang dieses Gedankens findet sich im Psalmen (Ps 46,11ff.): „Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin. Ich will Ehre einlegen unter den Heiden; ich will Ehre einlegen auf Erden. Der HERR Zebaoth ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz.“ – Auch hier geht es um Gottes Ehre, doch in anderer Weise. Nicht durch spektakuläres Eingreifen allein, sondern durch das Innehalten des Menschen wird Gottes Größe erkannt. Wenn der Mensch aufhört, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, tritt Gottes Herrlichkeit hervor. – Statt „ich will Ehre einlegen …“ steht in anderen Übersetzungen: „Ich will mich erheben unter den Heiden.“

„Ehre einlegen“ bedeutet biblisch also: Gott handelt so, dass seine Wahrheit, Macht und Treue sichtbar werden. Seine Ehre zeigt sich in Rettung, in Gerechtigkeit und in der Einladung zum Vertrauen.

Für den Glaubenden heißt das: Ehre ist nicht etwas, das wir Gott hinzufügen könnten. Vielmehr erkennen und bezeugen wir sie. Wo Menschen Gott Raum geben, wo sie ihm vertrauen und auf sein Handeln bauen, da wird seine Ehre offenbar – nicht als lauter Triumph, sondern als befreiende Wirklichkeit.

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