Will’s Gott Apg.18,21; 1.Kor.4,19
Der Ausdruck „Will’s Gott“ ist eine kurze, aber kraftvolle Form, Gottes souveräne Entscheidung und Führung in den Mittelpunkt zu stellen. Er bedeutet: „Wenn Gott es will“ oder „So Gott will“, und drückt Demut, Vertrauen und Abhängigkeit von Gottes Willen aus. Menschen können Pläne schmieden und Wege wählen, aber das endgültige Gelingen liegt in Gottes Hand.
In Apostelgeschichte 18,21 sagt Paulus in Korinth:
„Ich will mich nicht lange bei euch aufhalten; denn ich gehe nach Jerusalem, wenn’s Gott will.“
Paulus plant also seine Reise nach Jerusalem, erkennt aber gleichzeitig an, dass sein Vorhaben nur dann Wirklichkeit werden kann, wenn Gott es zulässt. Sein Ausdruck „Will’s Gott“ zeigt, dass er sich nicht nur auf menschliche Planung verlässt, sondern seine Entscheidungen in Gottes Hände legt.
In 1. Korinther 4,19 heißt es:
„Ich werde aber bald zu euch kommen, wenn der Herr will, und werde wissen, nicht die Worte der Schwätzer, sondern die Kraft Gottes.“
Auch hier zeigt Paulus, dass sein Handeln von Gottes Zustimmung abhängt. Es ist eine Mischung aus Entschlossenheit und Demut: Er hat einen Plan, aber er erkennt an, dass Gottes Willen Vorrang hat.
Der Satz „Will’s Gott“ lehrt, dass unser Leben und unsere Pläne nicht allein in unserer Macht stehen. Er verbindet menschliches Handeln mit göttlicher Leitung. Zugleich vermittelt er Gelassenheit und Vertrauen: Wenn wir Gottes Willen in unsere Vorhaben einbeziehen, können wir sicher sein, dass wir im Einklang mit Gottes Weisheit handeln, selbst wenn Wege sich ändern oder Hindernisse auftauchen.
Kurz gesagt: „Will’s Gott“ ist eine Einladung, Entscheidungen bewusst mit Gott zu treffen, Pläne nicht starr zu verfolgen und das Leben in Gottes Hände zu legen – ein Ausdruck von Vertrauen, Demut und Abhängigkeit zugleich.
Gottes Wille
Der Relgionswissenschaftler Shlomo Zuckier schreibt über die Geschichte des Gotteswillen, des Ausdrucks „So Gott will“ in einem Text des englischen Bischofs John Gregory. – Die Redewendung erscheint in den drei abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – immer wieder. Im Hebräischen finden sich Be’ezrát hashém, das heißt „mit Hilfe Gottes“ und Im yirtsé hashém „wenn Gott will“. Auch das bekannte arabische Inschallah, wörtl. „so Gott will“ oder „wenn Gott will“, (vgl. im Koran Sure Al-Kahf 23-24), das englische „God willing“ und ebenso das lateinische „Deo volente“ stehen für die demütige Einsicht, dass die erfolgreche Verwirklichung aller Lebensplanung letztlich in Gottes Händen liegt.
Der Ausdruck „Will’s Gott“ und seine Entsprechungen erinnern an die contitio Jacobaea, den Vorbehalt des Jakobus, dass die Gläubigen in Demut und Zuversicht auf Gottes Willen und seine Hilfe vertrauen dürfen. Im Brief des Jakobus heißt es: „so Gott will und wir leben“ (Jak. 4,15), lateinisch: Deo volente nobis viventibus.