Der wahre Jakob sein Apg 12,1-2; Gen. 27,19.36
Der Ausdruck „der wahre Jakob sein“ lässt sich im Zusammenhang mit den beiden Bibelstellen aus Genesis / 1. Mose 27, 19.36 und Apostelgeschichte 12,1–2 verstehen und verbindet zwei unterschiedliche Aspekte der Figur Jakob bzw. der Namenstradition mit dem Apostel Jakobus.
In Genesis wird Jakob als jemand dargestellt, der durch List und Täuschung handelt. In Gen 27,19 gibt er sich gegenüber seinem Vater Isaak als Esau aus, um den Erstgeburtssegen zu erhalten. Auch in Gen 27,36 wird sein Name im Zusammenhang mit Betrug und „Überlistung“ erwähnt. Der Name „Jakob“ ist hier eng mit der Bedeutung von „der Fersenhalter“ oder „der Betrüger“ verbunden, was sein früheres Verhalten widerspiegelt.
Apostelgeschichte 12,1–2 spricht vom Bruder des Johannes, Jakobus, der von Herodes getötet wird. Hier steht der Name „Jakobus“ (griechisch die Form von „Jakob“) für eine konkrete Person innerhalb der ersten christlichen Gemeinde. Der Begriff „der wahre Jakob“ steht im übertragenen Sinn für Echtheit, Identität und Wahrhaftigkeit im Gegensatz zu Täuschung oder falscher Darstellung.
Der Ausdruck „der wahre Jakob sein“ beschreibt sinnbildlich jemanden, der wirklich das ist, was er vorgibt zu sein. Im Gegensatz zu jemandem, der durch List oder Schein handelt. Im Licht der biblischen Erzählungen wird deutlich, wie eng Name, Identität und Verhalten miteinander verbunden sind. Die Geschichten um Jakob und Jakobus zeigen unterschiedliche Facetten. Einerseits die Problematik von Täuschung und andererseits das Zeugnis eines Lebens im Glauben und in der Nachfolge.
Der Ausdruck lädt dazu ein, über Wahrhaftigkeit nachzudenken: Ein „wahrer Jakob“ ist jemand, der in Übereinstimmung mit seinem Wesen und seinen Überzeugungen lebt, ohne sich hinter Masken oder Täuschung zu verstecken.
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