Ein langer Laban

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Ein langer Laban 1. Mose 29, 26-27

Der Abschnitt 1. Mose 29, 26–27 schildert eine entscheidende Szene im Leben von Jakob und seinem Onkel Laban. Nachdem Jakob sieben Jahre für Rahel gearbeitet hat, um sie zur Frau zu bekommen, täuscht Laban ihn jedoch. Er erklärt, dass es in seiner Familie unüblich sei, die jüngere Tochter vor der älteren zu verheiraten. Daher gibt er Jakob nicht Rahel, sondern seine ältere Tochter Lea zur Frau. Er, der Vater zweier Töchter, nutzt seine Machtposition gegenüber dem Jüngeren, seinem Neffen, aus, um beide Töchter zu verheiraten. Gleichzeitig bietet Laban Jakob an, zusätzlich weitere sieben Jahre zu arbeiten, damit er auch Rahel heiraten kann.

Diese Begebenheit zeigt sowohl Labans List als auch die damaligen gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Gleichzeitig verdeutlicht der Text, wie Jakob selbst, der zuvor durch Täuschung den Segen seines Vaters erschlichen hatte, nun auf ähnliche Weise getäuscht wird. Die Erzählung macht deutlich, dass Handlungen oft Konsequenzen nach sich ziehen und dass menschliche Pläne nicht immer so verlaufen, wie man es erwartet.

Nachdem Jakob seinen Bruder um das Erstgeburtsrecht betrogen und sich den Segen vom Vater abgeholt hat,flüchtet er nach Mesopotamien zum Bruder seiner Mutter Rebekka, seinem Onkel Laban. Diesem dient er sieben Jahre in dem Glauiben, der Onkel wird ihm, Jakob, die geliebte Cousine Rebekka zur Frau geben. Doch der Schwiegervater in spe hintergeht seinen Diener und Neffen und gibt ihm die ältere Schwester Lea zur Frau. Dabei verweist er auf alte Gepflogenheiten. Also muss Jakob, um Rahel als Frau bekommen zu können, weitere sieben Jahre am Hof seines Schwiegervaters dienen.

Bevor Jakob für Laban beginnt zu arbeiten, ist dessen unternehmerischer Erfolg recht überschaubar. Erst nachdem der Neffe den Segen seines Vaters mitbringt und zu wirtschaften beginnt, wird Laban wohlhabend. Laban weiß, wem er seinen Wohlstand zu verdanken hat. Doch er übervorteilt den Neffen und nutzt ihn aus, so gut er kann. Jakob lässt sich vieles gefallen; erarbeitet sich bei seinem Onkel auch das Recht, die geliebte Rahel zur Frau zu nehmen. Fast nebenbei erwirbt Jakob sich einen nicht unbedeutetenden Reichtum, zum einem durch seine fleißuge Arbeit, zum anderen dadurch, dass er seinen hinterlistigen Onkel hinters Licht führt. Als Jakob nach 25 jähriger Dientszeit mit seinen beiden Frauen und den Kindern das Anwesen des Schwiegervaters verlässt, ist er weitaus wohlhabender als sein langjähriger Dienstherr, der das Nachsehen hat. (hier, hier)

Der „lange Laban“ ist umgangssprachliche eine, besonders im Rheinland gebräuchliche, Bezeichnung für einen hochgewachsenen, schlacksigen jungen Kerl.