„Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ (Johannes 8,7)
Der Ausdruck stammt aus der Bibel, genauer aus dem Evangelium nach Johannes (Johannes 8,7). Gesprochen wird er von Jesus von Nazareth in einer Situation, in der eine Frau wegen einer Verfehlung angeklagt wird und nach dem Gesetz bestraft werden soll.
Im biblischen Bericht versuchen die Ankläger, Jesus in eine schwierige Entscheidung zu bringen. Statt eine direkte Antwort zu geben, reagiert Jesus mit den Worten: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Diese Aussage lenkt den Blick von der angeklagten Person auf die Ankläger selbst und fordert sie zur Selbstprüfung auf.
Der Satz macht deutlich, dass niemand frei von Fehlern und Schuld ist. Wer andere verurteilt, sollte sich bewusst sein, dass er selbst nicht vollkommen ist. In der Geschichte führt diese Einsicht dazu, dass die Ankläger nacheinander gehen, bis niemand mehr übrig bleibt, der die Strafe ausführen würde.
Im weiteren Verlauf begegnet Jesus der Frau nicht mit Verurteilung, sondern mit der Aufforderung, ihr Leben zu ändern. Damit verbindet sich die Botschaft von Wahrheit und Verantwortung mit der Möglichkeit von Vergebung und Neuanfang.
Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute verwendet, um vor vorschnellen Urteilen über andere zu warnen. Er erinnert daran, dass Kritik und Bewertung immer auch Selbstreflexion einschließen sollten und dass Mitgefühl und Zurückhaltung wichtig sind, wenn es um das Urteil über andere Menschen geht.
So wird „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“ zu einem grundlegenden Hinweis auf menschliche Unvollkommenheit und auf die Notwendigkeit, anderen mit Demut, Verständnis und Fairness zu begegnen.
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