Dem schnöden Mammon dienen Matthäus 6,24; Lukas 16,9.11.13
Der Ausdruck „dem schnöden Mammon dienen“ geht auf die Worte von Jesus Christus zurück, insbesondere auf Matthäus 6,24 sowie die parallelen Gedanken in Lukas 16,9.11.13. In der Bergpredigt warnt Jesus davor, zwei Herren gleichzeitig dienen zu wollen: Gott und dem „Mammon“. Mit „Mammon“ ist dabei nicht einfach Geld im neutralen Sinn gemeint, sondern Reichtum als Macht, die den Menschen beherrschen und von Gott wegziehen kann.
Der Begriff „schnöder Mammon“ bringt eine kritische Haltung gegenüber dem Geld zum Ausdruck, das als etwas Vergängliches und oft Verführendes verstanden wird. „Dienen“ bedeutet in diesem Zusammenhang, sich innerlich abhängig zu machen und seine Entscheidungen von materiellen Interessen leiten zu lassen. Jesus macht deutlich, dass ein Mensch nicht beiden Herren gleichzeitig dienen kann, weil sich die Ausrichtung des Lebens letztlich auf einen Mittelpunkt konzentrieren muss.
Im Kern geht es um die Frage der Prioritäten. Wer dem Mammon dient, richtet sein Leben stark auf Besitz, Sicherheit und materielle Absicherung aus. Diese Dinge können wichtig sein, aber sie dürfen nicht zum allein bestimmenden Maßstab werden. Wenn Reichtum zum „Herrn“ wird, besteht die Gefahr, dass Werte wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Vertrauen in den Hintergrund treten.
Die Worte Jesu fordern dazu auf, eine bewusste Entscheidung zu treffen, wem das eigene Leben letztlich dienen soll. Gott und Geld stehen hier nicht einfach nebeneinander, sondern werden als konkurrierende Ausrichtungen dargestellt. Während Geld Mittel zum Zweck sein kann, soll Gott als der eigentliche Mittelpunkt des Lebens verstanden werden.
Die weiteren Hinweise in Lukas 16 betonen zudem den verantwortungsvollen Umgang mit Besitz. Reichtum wird nicht grundsätzlich abgelehnt, aber er soll treu und gerecht verwaltet werden. Wer im Kleinen zuverlässig ist, kann auch im Großen Verantwortung tragen. Damit verbindet sich die Aufforderung, materielle Güter nicht als Selbstzweck zu sehen, sondern sie so einzusetzen, dass sie dem Guten dienen.
So wird der Ausdruck „dem schnöden Mammon dienen“ zu einer Mahnung, sich nicht von materiellen Werten bestimmen zu lassen. Er lädt dazu ein, das eigene Verhältnis zu Besitz zu prüfen und die innere Ausrichtung so zu gestalten, dass nicht Geld, sondern Vertrauen, Verantwortung und eine Orientierung an Gott das Leben prägen.