Autor: admin

  • Einen Paternoster benutzen

    Einen Paternoster benutzen Mt 6,9–13; Lk 11,2–4

    Der Ausdruck „einen Paternoster benutzen“ geht auf das Gebet zurück, das Jesus Christus seine Jünger lehrt, überliefert im Evangelium nach Matthäus (Mt 6,9–13) und Lukas (Lk 11,2–4). Dieses Gebet beginnt mit den Worten „Vater unser“ – auf Latein „Pater noster“ – und wurde daher im kirchlichen Sprachgebrauch so bezeichnet.

    Ursprünglich meint „einen Paternoster benutzen“ das Beten dieses zentralen christlichen Gebets. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff auch auf die Gebetsschnur übertragen, die beim Beten verwendet wird, insbesondere im Zusammenhang mit wiederholten Gebeten. Diese Schnur hilft dabei, die einzelnen Gebete zu zählen und sich auf das Gebet zu konzentrieren.

    Im biblischen Kontext steht das Vaterunser für eine einfache, klare und zugleich umfassende Weise zu beten. Jesus gibt seinen Jüngern damit kein langes oder kompliziertes Gebet vor, sondern eine Struktur, die sowohl die Beziehung zu Gott als auch die Anliegen des Menschen umfasst: Gottes Name, sein Wille, das tägliche Brot, Vergebung und Bewahrung.

    Der Ausdruck „einen Paternoster benutzen“ kann im übertragenen Sinn auch bedeuten, dass jemand regelmäßig oder routinemäßig betet. Manchmal wird er auch leicht ironisch verwendet, wenn Gebete als bloße Gewohnheit ohne innere Beteiligung gesprochen werden. Ursprünglich jedoch steht er für eine Form der bewussten Hinwendung zu Gott.

    So verbindet der Begriff „Paternoster“ eine konkrete Gebetspraxis mit einem der bekanntesten Texte des Christentums. Er erinnert daran, dass Beten sowohl eine persönliche als auch eine gemeinschaftliche Handlung ist, die dem Menschen Orientierung, Trost und Verbindung zu Gott geben kann.

    Mit dem Aufzug nach oben

    Eine weitere Bedeutung der Redewedung „einen Paternoster benutzen“ ist die Fahrt mit einer speziellen Aufzugsanlage zur Personenbeförderung. Der sogenannt Personen-Umlauf-Aufzug ist bei wikipedia hier beschrieben.
    Die Bezeichnung paternoster hat etwas mit dem Rosenkranz, einer Gebetsschnur mit 59 Perlen und einem Kreuz, zu tun. Diese Perlen werden während des Gebetes zwischen den Fingern stetig weitergeschoben.
    Auch die Aufzugskabinen laufen an einer Kette rundherum, in dem einen Aufzugsschacht aufwärts, im anderen abwärts und werden oben und untern jeweils umgesetzt.
    Der erste bekannte Paternoster wurde 1876 im General Post Office in London eingebaut. Die („augenzwinkernde“) Bezeichnung für den Aufzug stammt von Arbeitern im Bergbau, wo ähnliche Fördersysteme schön länger in Gebrauch waren.

  • Paulus, du rasest

    Paulus, du rasest Apostelgeschichte 26,24

    Der Satz „Paulus, du rasest!“ stammt aus der Apostelgeschichte im Buch Apostelgeschichte (Apg 26,24). In dieser Szene verteidigt sich Paulus von Tarsus vor dem römischen Statthalter Porcius Festus und legt seine Lebensgeschichte sowie seinen Glauben dar.

    Während Paulus von seiner Begegnung mit Christus und seiner Berufung berichtet, unterbricht ihn Festus mit den Worten: „Paulus, du rasest! Die große Gelehrsamkeit treibt dich zum Wahnsinn.“ Diese Reaktion zeigt, wie fremd und unverständlich die Botschaft des Paulus für einen Außenstehenden wirken konnte. Was Paulus als tiefste Wahrheit und göttliche Offenbarung verkündet, erscheint Festus als übertrieben oder sogar verrückt.

    Der Satz macht deutlich, wie unterschiedlich Menschen ein und dieselbe Botschaft wahrnehmen können. Für Paulus ist sein Glaube eine klare und vernünftige Wirklichkeit, für Festus dagegen wirkt sie wie ein Überschreiten der Grenze zur Unvernunft. Paulus antwortet darauf ruhig und betont, dass seine Worte nicht aus Raserei, sondern aus Wahrheit und Besonnenheit kommen.

    Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck „du rasest“ heute verwendet, um auszudrücken, dass jemand als übertrieben, unvernünftig oder realitätsfern wahrgenommen wird. Er kann sowohl ernsthaft als auch scherzhaft gemeint sein, je nach Situation.

    Die biblische Szene zeigt darüber hinaus, dass neue oder ungewohnte Gedanken oft auf Widerstand oder Unverständnis stoßen. Was für den einen selbstverständlich und wahr ist, kann für den anderen schwer nachvollziehbar sein.

    So steht die Redewendung für die Spannung zwischen Überzeugung und Wahrnehmung. Er erinnert daran, dass tief empfundene Überzeugungen nicht immer sofort verstanden werden und dass zwischen äußerer Einschätzung und innerer Gewissheit ein großer Unterschied bestehen kann.

    Leidenschaft und Engagement

    Dem römischen Statthalter ist das junge, aufstrebende Christentum noch unbekannt. Und die Leidenschaft und Beseeltheit, mit der Paulus seinen Herrn und Meister Jesus Christus bekennt, verwirrt den Beamten. Paulus wirkt auf ihn in seiner Begeisterung und Leidenschaft als sei er geradezu besessen. Er bezeugt voller Begeisterung, Überzeugung und starkem Engagement die christliche Glaubenslehre, was den Statthalter veranlasst zu sagen: „Paulus, du rasest.“

  • Wer Pech angreift, besudelt sich

    Wer Pech angreift, besudelt sich. Sirach 13,1

    Der Satz „Wer Pech angreift, besudelt sich“ stammt aus Sirach 13,1 und gehört zur alttestamentlichen Weisheitsliteratur. Er verwendet ein anschauliches Bild aus dem Alltag: Wer mit Pech – einer klebrigen, dunklen Masse – in Berührung kommt, wird unweigerlich beschmutzt.

    Im übertragenen Sinn beschreibt dieser Spruch den Einfluss von Menschen und Situationen auf das eigene Verhalten. Wer sich mit schlechten, unehrlichen oder schädlichen Dingen einlässt, bleibt davon nicht unberührt. Die Nähe zu solchen Einflüssen kann dazu führen, dass man selbst in Mitleidenschaft gezogen wird oder sich in eine Richtung entwickelt, die man ursprünglich nicht beabsichtigt hat.

    Der Zusammenhang im Buch Sirach macht deutlich, dass es hier besonders um den Umgang mit anderen Menschen geht. Es wird davor gewarnt, sich mit Personen einzulassen, deren Verhalten oder Haltung problematisch ist, da ihr Einfluss ansteckend wirken kann. Der Spruch fordert damit zu Umsicht und kluger Auswahl von Beziehungen auf.

    Dabei geht es nicht um eine pauschale Abgrenzung gegenüber anderen, sondern um die Einsicht, dass menschliche Gemeinschaft prägend ist. Wer sich dauerhaft in einem bestimmten Umfeld bewegt, übernimmt oft unbewusst Denkweisen und Verhaltensmuster.

    Umgang und Umgebung

    Im heutigen Sprachgebrauch wird die Redewendung ähnlich verwendet: Sie weist darauf hin, dass man durch den Umgang mit bestimmten Dingen oder Personen selbst Schaden nehmen kann. Sie kann als Warnung verstanden werden, sich nicht leichtfertig in problematische Situationen zu begeben.

    So vermittelt der Satz eine einfache, aber eindrückliche Lebensweisheit: Der Mensch steht nicht isoliert, sondern wird durch seine Umgebung geprägt. Deshalb ist es wichtig, bewusst zu wählen, womit und mit wem man sich einlässt.

    Der Volksmund sagt: „Wer sich mit Hunden ins Bett legt, steht mit Flöhen auf„. Oder anders: Wer sich mit unlauteren oder moralisch fragwürdigen Personen, Machenschaften oder derlei Dingen einlässt, wird früher oder später auch mit ähnlichen Problemen zu tun haben. Denn „faules Fleisch verdirbt das frische„. Ein schlechtes Umfeld wird trotz bester Herkunft und Kinderstube doch auf alles Gute abfärben und Spuren hinterlassen.

  • Eine kostbare Perle sein

    Eine kostbare Perle sein Mt 13,45-46

    Der Ausdruck „eine kostbare Perle sein“ geht auf ein Gleichnis von Jesus Christus im Evangelium nach Matthäus (Mt 13,45–46) zurück. In diesem Gleichnis erzählt Jesus von einem Kaufmann, der auf der Suche nach schönen Perlen ist. Als er eine besonders wertvolle Perle findet, verkauft er alles, was er besitzt, um sie zu erwerben.

    Die „kostbare Perle“ steht in diesem Zusammenhang für das Reich Gottes. Sie symbolisiert etwas von höchstem Wert, das alle anderen Dinge übertrifft. Der Kaufmann erkennt diesen Wert und ist bereit, alles andere dafür aufzugeben. Damit wird deutlich, dass das, was wirklich entscheidend ist, nicht nebenbei gewonnen werden kann, sondern eine bewusste Entscheidung und Hingabe erfordert.

    Das Bild der Perle ist bewusst gewählt: Eine Perle entsteht verborgen, wächst über lange Zeit und wird schließlich zu etwas Seltenem und Kostbarem. Sie steht daher für etwas, das nicht sofort sichtbar ist, aber einen inneren, bleibenden Wert besitzt.

    Im übertragenen Sinn wird die Redewendung „eine kostbare Perle sein“ heute verwendet, um etwas oder jemanden als besonders wertvoll, einzigartig oder schützenswert zu beschreiben. Es kann sich auf einen Menschen, eine Fähigkeit oder auch eine Erfahrung beziehen, die als besonders bedeutend empfunden wird.

    Das Gleichnis lädt dazu ein, über die eigenen Prioritäten nachzudenken. Was ist im Leben wirklich von bleibendem Wert? Wofür lohnt es sich, Zeit, Kraft und vielleicht auch Verzicht einzusetzen?

    So zeigt die „kostbare Perle“ ein zentrales Anliegen der biblischen Botschaft: Es gibt Werte, die alles andere übertreffen. Wer sie erkennt, wird bereit sein, sich ganz darauf auszurichten und ihnen den höchsten Platz im eigenen Leben einzuräumen.

    Wert und Werden

    Perlen symbolisieren tiefe Liebe, Reinheit, Weisheit und Eleganz und gelten, wenn man sie verschenkt, als Ausdruck höchster Wertschätzung. Sie entstehen oft z.B. innerhalb einer Muschel als Reaktion auf einen Reiz. Der mag durch ein Sandkorn in einer Muschel ausglöst werden, wo die Perle dann ohne weitere äußere Einflüsse heranwächst. Therapeuten und Coaches verwenden das Bild und zeigen daran die Einzigartigkeit und Schönheit des einzelnen Menschen auf. In Jedem können aus früheren Verletzungen und schwerigen Lebensphasen große Reife und innere Schönheit erwachsen.Und jeder Mensch ist durch seine individuellen Erfahrungen, seine Entwicklung unverwechselbar.
    Im Gleichnis gibt der Kaufmann alles dahin, nur um diese eine Perle zu bekommen. Ebenso ist (nicht nur) für Jesus jede Menschenseele wertvoll, geliebt und von unschätzbarer Bedeutung; das Liebste, das Schönste, das Begehrenswerteste.

  • Perlen vor die Säue werfen

    Perlen vor die Säue werfen Mt 7,6

    Der Ausdruck „Perlen vor die Säue werfen“ stammt aus der Bergpredigt im Evangelium nach Matthäus (Mt 7,6). Sie wird von Jesus Christus verwendet. Dort heißt es sinngemäß, dass man das Heilige nicht den Hunden geben und keine Perlen vor die Säue werfen solle, damit sie diese nicht zertreten.

    Das Bild ist bewusst stark gewählt: Perlen stehen für etwas Kostbares, Wertvolles und Seltenes, während Säue in diesem Zusammenhang als Tiere gelten, die den Wert solcher Dinge nicht erkennen können. Sie unterscheiden nicht zwischen wertvollen und wertlosen Dingen und gehen entsprechend achtlos damit um.

    Im biblischen Kontext geht es darum, mit dem, was wertvoll ist – etwa mit Einsichten, Glaubensinhalten oder wichtigen Erfahrungen – verantwortungsvoll umzugehen. Nicht jeder ist bereit oder in der Lage, den Wert solcher Dinge zu erkennen. Der Satz ist daher kein Aufruf zur Geringschätzung anderer, sondern eine Mahnung zur Unterscheidung. Es gilt zu bedenken, wann, wie und gegenüber wem man etwas weitergibt.

    Im übertragenen Sinn findet die Redewendung heute Verwendung, wenn etwas Wertvolles an jemanden gegeben oder vor jemandem ausgebreitet wird, der es nicht zu schätzen weiß. Sie kann sich auf materielle Dinge, aber auch auf Gedanken, Mühe oder Engagement beziehen, die ohne Anerkennung bleiben.

    Gleichzeitig regt der Satz zur Selbstreflexion an: Was sind die „Perlen“ im eigenen Leben? Und wie geht man mit ihnen um? Werden sie achtlos weitergegeben oder bewusst eingesetzt?

    So bringt „Perlen vor die Säue werfen“ eine Erfahrung auf den Punkt, die viele kennen. Wertvolles kann seinen Wert verlieren, wenn es dort eingesetzt wird, wo es nicht erkannt oder gewürdigt wird. Die Aussage fordert dazu auf, mit dem, was kostbar ist, achtsam und überlegt umzugehen.

  • Petri Heil

    Petri Heil Mt 4,18

    Der Ausdruck „Petri Heil“ ist vor allem als traditioneller Gruß unter Anglern bekannt. Seine Wurzeln reichen jedoch weit in die christliche Tradition zurück und stehen in enger Verbindung mit dem Apostel Petrus. Besonders passend dazu ist die Bibelstelle aus Matthäus 4,18. Dort wird berichtet, wie Jesus am See von Galiläa zwei Brüder sieht: Simon, der später Petrus genannt wird, und Andreas. Beide waren Fischer und warfen gerade ihre Netze aus. Jesus ruft sie mit den Worten: „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen.“

    Diese Szene hat eine große symbolische Bedeutung. Petrus war ursprünglich ein einfacher Fischer, der seinen Lebensunterhalt auf dem Wasser verdiente. Durch die Begegnung mit Jesus erhält sein Leben jedoch eine neue Richtung. Aus dem Fischer von Fischen wird ein „Menschenfischer“. Damit ist gemeint, dass Petrus die Botschaft Jesu weitertragen und Menschen für den Glauben gewinnen soll. Der Fischfang wird so zu einem Bild für die Verkündigung des Evangeliums.

    Der Ausdruck „Petri Heil“ verbindet deshalb die Welt des Fischfangs mit der Erinnerung an den Apostel Petrus. Wörtlich bedeutet der Gruß etwa „Petrus möge Glück und Erfolg schenken“. Für viele Angler ist er ein Wunsch für einen guten Fang und eine sichere Zeit auf dem Wasser. Gleichzeitig erinnert er an die enge Verbindung zwischen Mensch, Natur und christlicher Tradition.

    Darüber hinaus kann „Petri Heil“ auch symbolisch verstanden werden. In Matthäus 4,18 zeigt sich, dass Jesus Menschen mitten in ihrem Alltag anspricht. Petrus und Andreas müssen keine besonderen Gelehrten sein, sondern werden genau dort berufen, wo sie arbeiten und leben. Das macht deutlich, dass jeder Mensch eine Aufgabe und Berufung haben kann. Der christliche Glaube soll nicht nur im Gottesdienst stattfinden, sondern den Alltag prägen.

    Interessant ist außerdem, dass Petrus später zu einer der wichtigsten Personen des frühen Christentums wird. Obwohl er Fehler macht und manchmal zweifelt, vertraut Jesus ihm eine große Verantwortung an. Dadurch wird Petrus zu einem Symbol für Mut, Vertrauen und Neubeginn. Der Gruß „Petri Heil“ erinnert daher nicht nur an das Angeln, sondern auch an Hoffnung, Gemeinschaft und Glauben.

    Zusammenfassend steht der Ausdruck „Petri Heil“ in engem Zusammenhang mit der Berufung des Petrus in Matthäus 4,18. Er verbindet die Tradition des Fischfangs mit einer christlichen Botschaft. Die Bibelstelle zeigt, wie aus einfachen Fischern Menschen werden, die Hoffnung und Glauben weitergeben. Deshalb trägt der Ausdruck bis heute sowohl eine kulturelle als auch eine religiöse Bedeutung.

  • Pfahl im Fleisch

    Pfahl im Fleisch 2.Kor.12,7

    Der Ausdruck „Pfahl im Fleisch“ stammt aus dem zweiten Korintherbrief ( 12,7) und wird von Paulus von Tarsus verwendet. Er beschreibt eine belastende Erfahrung oder Einschränkung, die Paulus „gegeben“ wurde, damit er sich nicht überhebe.

    Was genau dieser „Pfahl im Fleisch“ war, bleibt in der Auslegung offen. Manche vermuten eine körperliche Krankheit. Oder es mögen seelische Belastungen, Anfechtungen oder äußere Widerstände gewesen sein. Sicher ist jedoch: Es handelt sich um etwas, das Paulus als dauerhaft störend und schmerzhaft empfand und von dem er sich Befreiung wünschte.

    Paulus berichtet, dass er dreimal zum Herrn gebetet habe, diese Belastung von ihm zu nehmen. Die Antwort, die er erhält, lautet: „Meine Gnade genügt dir. Denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ Damit wird deutlich, dass der „Pfahl im Fleisch“ nicht einfach als Strafe zu verstehen ist. Er gilt als eine Art Grenze, die Paulus hilft, sich seiner Abhängigkeit von Gott bewusst zu bleiben.

    Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute für ein dauerhaftes Problem, eine Einschränkung oder eine unangenehme Situation verwendet, die einen Menschen begleitet und ihm immer wieder zu schaffen macht. Es kann sich dabei um gesundheitliche Beschwerden, persönliche Schwächen oder äußere Umstände handeln, die nicht leicht zu überwinden sind.

    Der Gedanke hinter dem Bild ist ambivalent. Einerseits steht der „Pfahl im Fleisch“ für eine Belastung, die man gerne loswerden möchte. Andererseits kann gerade diese Erfahrung dazu führen, Demut zu lernen, sich nicht auf eigene Stärke zu verlassen und Unterstützung anzunehmen.

    So zeigt der biblische Zusammenhang, dass auch schwierige und ungeliebte Erfahrungen eine Bedeutung haben können. Sie erinnern daran, dass menschliche Stärke begrenzt ist und dass gerade in der Schwachheit Raum für Hilfe, Wachstum und neue Perspektiven entstehen kann.

    Allzumenschliches

    In der Umgangssprache hat sich der Ausdruck etabliert als Metapher für ein ständiges Ärgernis, einen Störfaktor, einen Klotz am Bein. Der Dauerkonflikt entwickelt sich zum wunden Punkt, zur Achillesferse und zu einer bleibenden schmerzhaften Belastung.

  • Nach einer Pfeife tanzen

    Nach einer Pfeife tanzen Mt 11,16-17

    Der Ausdruck „nach einer Pfeife tanzen“ geht auf eine bildhafte Redeweise zurück, die im Zusammenhang mit den Worten von Jesus in Matthäus 11,16–17 verstanden wird. Dort vergleicht Jesus die Menschen seiner Zeit mit Kindern, die auf dem Markt sitzen und sich gegenseitig zurufen, aber auf keinen der angebotenen „Spiele“ eingehen. Sie reagieren weder auf fröhliche noch auf klagende Töne passend.

    Die Redewendung beschreibt damit ein Verhalten, bei dem jemand sich kritiklos oder ohne eigenen Willen nach den Vorgaben oder Erwartungen anderer richtet. „Nach einer Pfeife tanzen“ bedeutet, dass man sich lenken lässt wie ein Tänzer, der nur auf das Signal eines anderen reagiert, ohne selbst zu entscheiden, welche Schritte er geht.

    Im biblischen Zusammenhang kritisiert Jesus eine Haltung der Unentschlossenheit und des Widerspruchs. Die Menschen lehnen sowohl Johannes den Täufer als auch Jesus selbst ab. Beide vertreten recht unterschiedliche Wege und Botschaften. Und es zeigt sich eine grundsätzliche Unzufriedenheit, die nicht auf die Inhalte, sondern auf eine innere Verweigerung zurückzuführen ist.

    Im übertragenen Sinn wird die Redewendung heute verwendet, wenn jemand sich stark von anderen beeinflussen lässt oder sich deren Erwartungen unterordnet, ohne eigene Maßstäbe zu entwickeln. Das kann in sozialen Beziehungen, im Beruf oder in gesellschaftlichen Kontexten vorkommen.

    Gleichzeitig kann der Ausdruck auch kritisch auf Situationen hinweisen, in denen Menschen unreflektiert Trends, Meinungen oder Autoritäten folgen, ohne diese zu hinterfragen. Er lädt dazu ein, eigene Entscheidungen bewusst zu treffen und nicht nur auf äußere Impulse zu reagieren.

    So erinnert die bildhafte Sprache daran, dass ein eigenständiges Urteil und innere Klarheit wichtig sind, um nicht bloß „nach der Pfeife“ anderer zu handeln, sondern den eigenen Weg verantwortungsvoll zu gestalten.

    Allzumenschliches

    Im Mittelalter nutzten umherziehende Musiker und Gaukler einfache Pfeifen und Flöten, um Tiere wie z.B. Bären oder auch Puppen und Marionetten zu dirigieren. Tanzbären oder Puppen tanzten genau nach der Melodie, die der Spieler vorgab. Das Tanzen nach der Pfeife eines anderen ist heute ein Bild für das kritiklose Befolgen von Anweisungen. Es ist oft begleitet vom Vorwurf, dass dem Betreffenden jede eigene Meinung fehlt.

  • Die enge Pforte

    Die enge Pforte Matthäus 7,13-14

    Der Ausdruck „die enge Pforte“ stammt aus der Bergpredigt von Jesus Christus im Evangelium nach Matthäus (Mt 7,13–14). Dort stellt Jesus zwei Wege gegenüber. Einen breiten und einen schmalen, wobei die enge Pforte zum schmalen Weg gehört, der zum Leben führt.

    Das Bild der „engen Pforte“ macht deutlich, dass der Zugang zu einem erfüllten, „richtigen“ Leben nicht beliebig oder bequem ist. Eine enge Pforte erfordert Aufmerksamkeit, Entscheidung und manchmal auch Verzicht. Im Gegensatz dazu steht der breite Weg, der leicht zu gehen ist und von vielen Menschen gewählt wird. Der führt aber letztlich nicht zum Ziel, das Jesus im Blick hat.

    Die Aussage ist Teil einer grundsätzlichen Einladung, das eigene Leben bewusst auszurichten. Die „enge Pforte“ steht symbolisch für einen Lebensweg, der nicht automatisch mit der Mehrheit mitgeht, sondern sich an bestimmten Maßstäben orientiert. Dazu gehören etwa Verantwortung, Wahrhaftigkeit, Nächstenliebe und die Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen.

    Im übertragenen Sinn wird die Redewendung heute oft verwendet, um schwierige Entscheidungen oder anspruchsvolle Wege zu beschreiben, die zwar nicht bequem sind, aber langfristig als sinnvoll oder notwendig erkannt werden. Sie erinnert daran, dass das, was wirklich zählt, nicht immer der einfachste Weg ist.

    Gleichzeitig betont das Bild nicht Ausschluss, sondern Orientierung. Es geht darum, bewusst zu wählen und den eigenen Weg nicht nur nach Bequemlichkeit oder äußeren Einflüssen zu bestimmen. Die Redewendung steht damit für eine Entscheidung, die Tiefe, Konsequenz und innere Klarheit verlangt.

    So lädt die Aussage dazu ein, den eigenen Lebensweg nicht unbedacht zu gehen, sondern mit Blick auf das Ziel und mit der Bereitschaft, auch anspruchsvollere, aber tragfähige Wege einzuschlagen.

    Die Redewendung ist oft ein Synonym für einen steinigen Weg oder einen schmalen Grat, der zu gehen ist. Das symbolisiert einen aufrichtigen, aber nicht immer einfachen Lebensweg.

    Unter dem Titel Die enge Pforte erschien 1909 ein Roman von Andre Gide, in dem der Nobelpreisträger eine tragische Liebesgeschichte erzählt.

  • Das anvertraute Pfund

    Das anvertraute Pfund Lukas 19,12-23

    Der Ausdruck „das anvertraute Pfund“ stammt aus dem Gleichnis von Jesus Christus im Evangelium nach Lukas (Lk 19,12–23). In diesem Gleichnis erzählt Jesus von einem vornehmen Mann. Dieser reist in ein fernes Land und vertraut seinen Dienern jeweils eine Geldmenge an. Damit sollen sie wirtschaften, bis er zurückkehrt.

    Das „anvertraute Pfund“ steht für Gaben, Fähigkeiten. Es steht auch für die Verantwortung, die einem Menschen im Leben gegeben sind. Wichtig ist: Diese Gaben sind nicht Eigentum des Dieners. Sie sind ihm anvertraut. Und sie sollen genutzt, entfaltet und sinnvoll eingesetzt werden.

    Im Gleichnis reagieren die Diener unterschiedlich. Einige setzen das ihnen Anvertraute ein und erwirtschaften Gewinn, andere handeln aus Angst oder Bequemlichkeit und vergraben ihr Pfund, anstatt damit zu arbeiten. Bei der Rückkehr des Herrn werden die treuen Diener gelobt und belohnt, während derjenige, der sein Pfund ungenutzt ließ, zur Rechenschaft gezogen wird.

    Das Gleichnissfordert dazu auf, Verantwortung ernst zu nehmen und mit den eigenen Möglichkeiten aktiv umzugehen. Es geht nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern um die Haltung. Das, was man besitzt – Talente, Zeit, Wissen oder Einfluss – soll man nicht ungenutzt lassen, sondern fruchtbar machen.

    „Das anvertraute Pfund“ findet heute oft Verwendung, um persönliche Fähigkeiten oder Aufgaben zu beschreiben, die einem Menschen gegeben sind und die er sinnvoll einsetzen soll. Es erinnert daran, dass jeder Mensch etwas beitragen kann. Untätigkeit aus Angst oder Gleichgültigkeit bedeutet immer auch eine verpasste Chance.

    Das Bild fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen, Vertrauen ernst zu nehmen und die eigenen Möglichkeiten nicht brachliegen zu lassen, sondern sie im Leben aktiv und bewusst einzubringen.

    Zuwachs und Zinsen

    Wer um seine Begabungen, Fähigkeiten und Potenziale weiß, wer sein Vermögen kennt, sein Kapital und seine Ressourcen, der wird sehr sicher damit arbeiten wollen, um es zu vermehren. Begabungen und Fähigkeiten wollen eingeübt und trainiert werden, sonst gehen sie verloren. Vermögen, das nicht arbeitet und das keine Zinsen bringt, wird über kurz oder lang weniger werden. Auch der persönliche Glaube, der brach liegt und nicht wachsen kann, wird irgendwann dahingehen. – Und das Bild mit den eigenen Pfunden kann auch missverstanden werden.

    Siehe auch:

    • Mit seinen Pfunden wuchern – hier
    • Sein Pfund vergraben – hier
  • Sein Pfund vergraben

    Sein Pfund vergraben Matthäus 25,18.25; Lukas 19,12ff.

    Der Ausdruck „sein Pfund vergraben“ geht auf die Gleichnisse von Jesus Christus im Evangelium nach Matthäus (Mt 25,18.25) sowie nach Lukas (Lk 19,12ff.) zurück. Dort beschreibt Jesus, wie ein Diener das ihm anvertraute Gut nicht nutzt, sondern es aus Angst oder Bequemlichkeit „in der Erde versteckt“, anstatt damit zu arbeiten.

    Das Bild vom „vergrabenen Pfund“ steht für eine Haltung der Untätigkeit und des Rückzugs. Ein Mensch erkennt zwar, dass ihm Fähigkeiten, Möglichkeiten oder Aufgaben anvertraut sind, entscheidet sich jedoch, diese nicht einzusetzen. Gründe dafür können Unsicherheit, Angst vor Fehlern, mangelndes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten oder auch Gleichgültigkeit sein.

    Im Gleichnis wird deutlich, dass das Verhalten dieses Dieners kritisch bewertet wird. Während andere ihre anvertrauten Mittel einsetzen und vermehren, bleibt sein Pfund ungenutzt. Damit verfehlt er den Sinn des ihm entgegengebrachten Vertrauens. Es geht nicht nur darum, keinen Schaden anzurichten, sondern darum, Verantwortung aktiv wahrzunehmen.

    Übertragen auf das Leben bedeutet „sein Pfund vergraben“, die eigenen Talente, Chancen oder Aufgaben nicht zu nutzen. Das kann sich im persönlichen, beruflichen oder sozialen Bereich zeigen. Wenn jemand Fähigkeiten nicht einbringt, obwohl sie gebraucht werden, oder Möglichkeiten aus Angst vor Risiko ungenutzt lässt.

    Die Aussage des Gleichnisses lädt dazu ein, mit dem eigenen Leben bewusst umzugehen und die eigenen Gaben nicht zu verstecken. Sie betont, dass Vertrauen, das einem entgegengebracht wird, auch eine Aufgabe ist. Es heißt, aktiv zu handeln, statt sich zurückzuziehen.

    So wird „sein Pfund vergraben“ zu einem warnenden Bild für verpasste Chancen. Es ist zugleich auch eine Aufforderung, Verantwortung zu übernehmen und die eigenen Möglichkeiten mutig und sinnvoll einzusetzen.


    Von Talenten ist die Rede

    Der Vers Matthäus 25,15 lautet in der Übersetzung der Elberfelder Bibel: „Und einem gab er fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit; und reiste außer Landes.“ –

    Martin Luther macht an der Textstelle aus den Talenten Zentner. Vermutlich will er erreichen, dass die einfachen Menschen, die den deutschen Bibeltext lesen, sich unter der Maßangabe etwas vorstellen können.

    Ein biblisches Talent entspricht etwa 30 bis 35 kg. Der Zentner ist als das Hundertfache eines Basisgewichtes – das Pfund entspricht regionalbedingt zwischen 400 bis 500 g – wohl etwas schwerer. Aber mit 40 bis 50 kg ist ein Zentner für die Menschen leichter vorstellbar und überhaupt greifbar – nicht nur im 16. Jahrhundert.

    Die biblische Gewichtsangabe Talent wird durch Aufwiegen mit Gold, Silber oder Kupfer auch für Zahlungsmittel genutzt. Nimmt man einen aktuellen Silberpreis, so kommen für die Eigentumsanteile, die der Herr im Gleichnis den Dienern übergibt, beachtliche Summen zusammen.

    Durch die Auslegung des Gleichnisses wird das Talent, das ursprünglich als babylonische Einheit die Traglast eines Mannes bezeichnet und später sowohl Gewichts- als auch Währungseinheit ist, zum Synonym für die verschiedenen Fähigkeiten und Begabungen eines Menschen. Solche Gaben wollen gefunden und gefördert sein, (junge,) begabte Menschen müssen Möglichkeiten haben und nutzen, Fähigkeiten zu üben, Erfolge zu erreichen und durch „produktive Unzufriedenheit“ und wachsendes Selbstvertrauen immer besser werden.  – Die Menschen, die im Gleichnis von ihrem Herrn mit Talenten ausgestattet werden, kennen die Geschäfte des Herrn, und sie erkennen die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten. Entsprechend gehen sie an die Arbeit.

    Was du ererbt von deinen Vätern hast,
    erwirb es, um es zu besitzen.
    Was man nicht nützt, ist eine schwere Last,
    nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen.

    Johann Wolfgang von Goethe, Der Tragödie erster Teil, 1808, Nacht, Faust mit sich allein

    Der Abschnitt „Von Talenten ist die Rede“ stammt aus dem Buch „Gleichnisse des Jesus von Nazareth“, Frank Weber, 2025, BoD


    Siehe auch:

    • Mit seinen Pfunden wuchern – hier
    • Das anvertraute Pfund – hier
  • Mit seinen Pfunden wuchern

    Mit seinen Pfunden wuchern Lk 19,12-13.16

    Der Ausdruck „mit seinen Pfunden wuchern“ geht auf das Gleichnis von Jesus Christus im Evangelium nach Lukas (Lk 19,12–13.16) zurück. Darin vertraut ein Herr seinen Dienern einen Teil seines Geldes an und fordert sie auf, damit zu arbeiten, bis er zurückkehrt.

    „Mit seinen Pfunden wuchern“ bedeutet in diesem Zusammenhang, die anvertrauten Mittel nicht ungenutzt zu lassen, sondern sie aktiv einzusetzen und zu vermehren. Der Diener, der aus einem Pfund zehn macht, erhält im Gleichnis ein Lob, weil er verantwortungsvoll gehandelt und das ihm anvertraute Gut sinnvoll genutzt hat.

    Im übertragenen Sinn steht „Pfund“ für Fähigkeiten, Talente, Zeit oder auch Möglichkeiten, die einem Menschen im Leben gegeben sind. „Wuchern“ meint hier nicht im negativen Sinne das Ausnutzen anderer, sondern das fruchtbare Arbeiten mit dem, was man besitzt. Es geht darum, die eigenen Gaben zu entfalten, weiterzuentwickeln und für sinnvolle Zwecke einzusetzen.

    Die Aussage macht deutlich, dass es im Leben nicht nur darum geht, etwas zu besitzen. Vielmehr geht es auch darum, damit etwas zu tun. Wer seine Möglichkeiten nutzt, Verantwortung übernimmt und aktiv handelt, trägt dazu bei, dass aus wenig mehr wird. Untätigkeit hingegen würde bedeuten, Potenziale ungenutzt zu lassen.

    Im heutigen Sprachgebrauch wird die Wendung oft verwendet, um Menschen zu beschreiben, die ihre Fähigkeiten gezielt einsetzen. Menschen nutzen ihre Gaben, um Chancen zu ergreifen und aus ihren Möglichkeiten das Beste zu machen. Sie erinnert daran, dass Entwicklung und Wachstum nicht von allein geschehen. Sie erfordern Engagement und Einsatz.

    Synonyme und Anregungen

    So steht „mit seinen Pfunden wuchern“ für eine Haltung der Aktivität, der Verantwortung und der Bereitschaft, die eigenen Gaben nicht brachliegen zu lassen, sondern sie bewusst und sinnvoll im Leben einzubringen.

    Menschen, die versuchen, ihre Stärken und Möglichkeiten zu nutzen, werden versuchen, das Beste aus sich herauszuholen. Und sie werden ihre Trümpfe und Vorzüge ausspielen. Dafür werden sie nach Möglichkeit aus dem Vollen schöpfen und gewinnbringend operieren. Wer mit seinen Pfunden wuchern will, wird sich von seiner besten Seite zeigen und sich optimal positionieren, um schließlich erfolgreich zu sein.


    Siehe auch:

    • Sein Pfund vergraben – hier
    • Das anvertraute Pfund – hier
  • Ein Pharisäer sein

    Ein Pharisäer sein Lk 18,11

    Der Ausdruck „ein Pharisäer sein“ geht auf die Darstellung eines Pharisäers im Gleichnis von Jesus Christus im Evangelium nach Lukas (Lk 18,11) zurück. Dort schildert Jesus einen Pharisäer, der im Gebet auftritt. Er hält sich selbst für gerecht hält, während er andere Menschen verurteilt und herabsetzt.

    In der Erzählung dankt der Pharisäer zwar Gott, aber sein Gebet ist stark von Selbstzufriedenheit geprägt. Er stellt seine eigenen Leistungen und seine vermeintliche moralische Überlegenheit in den Mittelpunkt und vergleicht sich dabei mit anderen, die er als Sünder ansieht. Dadurch verliert sein Gebet an Demut und wird eher zu einer Selbstrechtfertigung als zu einer echten Hinwendung zu Gott.

    Der Ausdruck „ein Pharisäer sein“ hat sich deshalb im Sprachgebrauch zu einer Bezeichnung für eine Haltung entwickelt, die von Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit und äußerlicher Frömmigkeit geprägt ist, ohne dass innere Demut oder Mitgefühl vorhanden sind. Es geht weniger um die historische Gruppe der Pharisäer, sondern um ein bestimmtes Verhalten: das eigene Gute hervorzuheben und gleichzeitig andere abzuwerten.

    Das Gleichnis macht im Vergleich mit dem Zöllner deutlich, dass es nicht auf äußere Leistungen oder das eigene Ansehen ankommt, sondern auf die innere Haltung. Der Zöllner, der seine Schuld erkennt und um Erbarmen bittet, wird im Gleichnis positiver bewertet als der selbstgerechte Pharisäer.

    So erinnert die Redewendung daran, wie wichtig Bescheidenheit, Selbstkritik und Respekt gegenüber anderen sind. Er warnt davor, sich selbst zum Maßstab aller Dinge zu machen und den Blick für die eigene Begrenztheit zu verlieren. Stattdessen lädt er dazu ein, ehrlich mit sich selbst zu sein und anderen mit Offenheit und Mitgefühl zu begegnen.


    Vom Pharisäer und dem Zöllner

    Das Gleichnis von dem Pharisäer und dem Zöllner (Lk.18,9-14) folgt auf das Gleichnis vom ungerechten Richter (Lk.18,1-8). Letzteres hat Jesus abgeschlossen mit einer Frage. Ob denn der Menschensohn bei seinem Wiederkommen Glauben finden werde auf Erden.
    Die Adressaten sind noch nicht einmal genau benannt. Es handelt sich wohl um solche, vielleicht sogar Jünger Jesu, die besonders von sich und ihrer Frömmigkeit eingenommen sind.

    Ein Pharisäer,der ein unbestreitbar frommes Leben führt, ist im Tempel erschienen, um ‚bei sich selbst‘ zu beten. Er gehört einer Gruppe von Menschen an, die für ihre gottgefällige Lebensweise bekannt sind. Bei seinem Gebet vergisst er nicht, seine gerechte Lebensweise zu schildern und sich abzugrenzen von Menschen mit weniger frommen Lebensgewohnheiten. Insbesondere von dem Zöllner, der neben ihm betet. Dieser Mensch ist sich seines Lebenswandels wohl bewusst. Er weiß, dass sein Berufsstand ihn nicht gerade beliebt macht, und dass er in den Augen seiner Mitmenschen ein Sünder ist. Vielleicht gerade deshalb betet er sehr bescheiden und bringt nur eine einzige Bitte vor Gott. „Gott, sei mir gnädig.“ Und Jesus beendet sein Gleichnis zum wiederholten Mal mit der Aussage, dass, wer sich erhöht, erniedrigt werden, und wer sich erniedrigt, erhöht werden soll.

    Sowas aber auch! Da kommst du ins Gotteshaus, setzt dich in die Bank und betest in Dank und Bitte zu deinem Gott. Du sprichst vor Gott aus, was dich beschäftigt und vertraust dich ihm an. Und du legst besonderen Wert darauf, Gott zu danken für all die Gaben, die Erfolge und dein ganzes Dasein als Familienmitglied, als erwachsener und als berufstätiger Mensch. Und dann kommt so Einer, einer von der Sorte, die du bisher selten im Gotteshaus gesehen hast, und der betet ganz kurz und bündig. Ohne jeden Versuch, angemessene Worte zu finden für das Gebet vor dem allmächtigen Gott. „Gott sei mir gnädig.“ – Eigentlich hat er ja recht. Und ich selbst weiß im Moment nicht mehr, ob ich in der richtigen Bank sitze und bete.


    Siehe auch:

    • Reden wie ein Pharisäer – hier
  • Reden wie ein Pharisäer

    Reden wie ein Pharisäer nach Lukas 18

    Wenn Menschen reden wie ein Pharisäer, dann haben wir es oft mit solchen zu tun, die Wasser predigen und selbst Wein trinken, die es mit der Wahr-haftigkeit nicht so genau nehmen und gemeinhin als Heuchler gelten. Gerne halten sie sich selber für etwas Besseres. Sie üben Kritik, ohne den gesamten Zusammenhang zu überschauen

    Die Pharisäer zur Zeit Jesu[1], „die sich anmaßten, fromm zu sein und verachteten die anderen.“ (Lk. 18,9) ,waren die stärkste religiöse Partei. Sie waren bemüht, das Erbe Israels, das Gesetz und die Lehren der Väter in Ehren zu halten und kämpften mit besonderem Eifer um die Einhaltung der reli-giösen Ordnungen bis in Kleinigkeiten des Alltags hinein. Jesus achtete ihren religiösen Ernst, kritisierte jedoch das kleinliche Streben nach formeller Korrektheit in der Einhaltung der unzähligen Gesetzesvorschriften und dafür, dass sie sich für etwas Besseres hielten. Trotzdem pflegte er regen Umgang mit ihnen, saß mit ihnen zu Tisch, aß und stritt mit ihnen. In den Erzählungen des Neuen Testaments kommen die Pharisäer nicht so gut weg, vermutlich weil die Schreiber der Evangelien, um sich abzugrenzen, recht tendenziös – nennen wir’s mal so – über diese fromme Gruppierung berichteten, deren Traditionen übrigens als einzige der jüdischen Strömungen überlebten und seit 70 n.Chr. das Denken des Judentums prägten[2].

    [1] Aus „Wer’s glaubt wird selig“, G.Wagner, S. 102, [2] Nach: Sacherklärungen, Stuttgarter Erklärungsbibel, „Pharisäer“


    Ein Pharisäer sein

    Der Ausdruck „ein Pharisäer sein“ geht auf die Darstellung eines Pharisäers im Gleichnis von Jesus Christus im Evangelium nach Lukas (Lk 18,11) zurück. Dort schildert Jesus einen Pharisäer, der im Gebet auftritt. Er hält sich selbst für gerecht hält, während er andere Menschen verurteilt und herabsetzt.

    In der Erzählung dankt der Pharisäer zwar Gott, aber sein Gebet ist stark von Selbstzufriedenheit geprägt. Er stellt seine eigenen Leistungen und seine vermeintliche moralische Überlegenheit in den Mittelpunkt. Und er vergleicht sich dabei mit anderen, die er als Sünder ansieht. Dadurch verliert sein Gebet an Demut und wird eher zu einer Selbstrechtfertigung als zu einer echten Hinwendung zu Gott.

    Der Ausdruck „ein Pharisäer sein“ hat sich deshalb im Sprachgebrauch zu einer Bezeichnung für eine Haltung entwickelt, die von Selbstgerechtigkeit, Überheblichkeit und äußerlicher Frömmigkeit geprägt ist, ohne dass innere Demut oder Mitgefühl vorhanden sind. Es geht weniger um die historische Gruppe der Pharisäer, sondern um ein bestimmtes Verhalten: das eigene Gute hervorzuheben und gleichzeitig andere abzuwerten.

    Das Gleichnis macht im Vergleich mit dem Zöllner deutlich, dass es nicht auf äußere Leistungen oder das eigene Ansehen ankommt, sondern auf die innere Haltung. Der Zöllner, der seine Schuld erkennt und um Erbarmen bittet, wird im Gleichnis positiver bewertet als der selbstgerechte Pharisäer.

    So erinnert der Ausdruck „ein Pharisäer sein“ daran, wie wichtig Bescheidenheit, Selbstkritik und Respekt gegenüber anderen sind. Er warnt davor, sich selbst zum Maßstab aller Dinge zu machen und den Blick für die eigene Begrenztheit zu verlieren. Stattdessen lädt er dazu ein, ehrlich mit sich selbst zu sein und anderen mit Offenheit und Mitgefühl zu begegnen.


    Siehe auch:

    • Ein Pharisäer sein – hier
  • Philister

    Philister
    Amos 9,7, Richter 15-16, 1. Samuel 4-6, 1. Samuel 17, Jesaja 9,11

    Der Begriff „Philister“ geht auf verschiedene biblische Überlieferungen zurück, unter anderem in den Büchern Amos (Amos 9,7), Richter (Ri.15–16), (1.Sa.4–6; 17) sowie Jesaja (Jes 9,11). Historisch bezeichnet er ein Volk, das in der Küstenregion des alten Israel lebte und häufig in Konflikt mit den Israeliten stand.

    In den biblischen Erzählungen erscheinen die Philister oft als Gegenspieler Israels. So wird etwa in den Geschichten um Simson (Richter 15–16) oder den Kampf zwischen David und Goliath (1. Samuel 17) von Auseinandersetzungen berichtet. Dort spielen die Philister eine zentrale Rolle. Auch die Erzählungen um die Bundeslade (1. Samuel 4–6) zeigen die Spannungen zwischen beiden Völkern.

    Das prophetischen Buch Amos betont , dass die Philister – wie andere Völker auch – Teil der Geschichte Gottes mit der Welt sind. Der Text relativiert nationale Unterschiede und erinnert daran, dass Gott über alle Völker herrscht. Die Philister stehen damit nicht nur für einen historischen Gegner, sondern auch exemplarisch für die Auseinandersetzungen und Spannungen zwischen Völkern insgesamt.

    Ein Spießbürger

    Im übertragenen Sinn hat sich der Begriff im Laufe der Zeit im deutschen Sprachgebrauch verändert. Er wird gelegentlich abwertend für Menschen verwendet, die als engstirnig, ungebildet oder ohne geistige Offenheit gelten. Diese Bedeutung ist jedoch unabhängig von der ursprünglichen biblischen und historischen Rolle zu sehen. Der moderne Philister galt dann als kulturloser Spießbürger.
    Der Begriff ist seit dem Mittelater bekannt als abfällige Bezeichnung für die bildungsferne Stadtbewohner oder Nichtakademiker. Unter anderem im Zeitalter der Romantik stand der Begriff für Spießigkeit und somit für geistige Engstirnigkiet und Oberflächlichkeit.

    Die biblischen Texte über die Philister zeigen insgesamt ein vielschichtiges Bild: Sie erzählen von Konflikten, aber auch davon, dass Gott nicht auf ein einzelnes Volk beschränkt ist. Das macht deutlich, dass menschliche Gegensätze und politische Spannungen zwar sehr real sind. Letztlich müssen sie aber in einen größeren Zusammenhang gestellt werden, in dem Gott als übergreifende Instanz verstanden wird.

  • Von Pontius zu Pilatus schicken

    Von Pontius zu Pilatus schicken Lk. 23,11

    Der Ausdruck „von Pontius zu Pilatus schicken“ geht auf die Passionsgeschichte von Jesus Christus zurück, wie sie im Evangelium nach Lukas (Lk 23) überliefert ist. Darin wird berichtet, dass Jesus im Rahmen seines Verhörs zwischen verschiedenen Zuständigkeiten hin- und hergeschoben wird. Zunächst wird er von den religiösen Autoritäten vernommen und anschließend an den römischen Statthalter Pontius Pilatus überstellt.

    In der weiteren Erzählung kommt es zu einem erneuten Weiterverweisen, als Pilatus erkennt, dass Jesus aus Galiläa stammt und somit eigentlich unter die Zuständigkeit des Herodes fällt. So schickt man Jesus von einer Instanz zur nächsten, ohne dass eine klare Entscheidung fällt. Dieses Hin- und Herschieben ersetzt ein klares Urteil durch ein Ausweichen vor Verantwortung.

    Im heutigen Sprachgebrauch beschreibt die Redewendung „von Pontius zu Pilatus schicken“ genau dieses Verhalten. Jemand wird von einer Stelle zur nächsten verwiesen, ohne dass ein Problem tatsächlich gelöst oder eine Entscheidung getroffen wird. Oft entsteht dabei Frustration, weil Verantwortlichkeiten unklar bleiben oder niemand sich zuständig fühlt.

    Der Ausdruck macht damit ein typisches menschliches Verhalten sichtbar, das auch unabhängig vom historischen Kontext vorkommt. Das Abwälzen von Verantwortung und das Vermeiden einer direkten Entscheidung. Statt sich einer Aufgabe zu stellen, wird sie weitergereicht, in der Hoffnung, dass jemand anderes sie übernimmt.

    So erinnert die Redewendung indirekt an die Passionsgeschichte und zugleich daran, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und Klarheit in Zuständigkeiten zu schaffen, damit Anliegen nicht zwischen verschiedenen Instanzen „verloren gehen“.

    Kennen Sie das?

    Das kann dem Antragsteller im Behördendschungel oder dem Auftraggeber und Kunden bei mehreren Auftragnehmern passieren. Es findet sich einfach kein Ansprechpartner, und es will partout keiner zuständig sein. Die Kunden laufen sich einen Wolf oder gleich auch noch die Hacken ab, alle Befragten wimmeln ab und verweisen von einer Instanz zur nächsten. Man wird von Hinz nach Kunz und ständig im Kreis herumgeschickt. – Nur leider löst sich weder das eine noch das andere Problem von selbst.

  • Von den Dächern predigen

    Von den Dächern predigen Matthäus 10,27; Lukas 12,3

    Der Ausdruck „von den Dächern predigen“ geht zurück auf die Worte von Jesus. Nachzulesen in den Evangelien nach Matthäus (Mt 10,27) und Lukas (Lk 12,3). Dort fordert Jesus seine Jünger auf, das, was ihnen im Verborgenen gesagt wurde, offen und öffentlich weiterzugeben.

    Im damaligen Kontext bedeutet die Formulierung, dass eine Botschaft nicht im Geheimen bleiben soll, sondern sichtbar und hörbar für alle verkündet wird. „Von den Dächern“ ist dabei bildhaft zu verstehen. Dächer waren in der Antike geeignete Orte, um sich bemerkbar zu machen und von vielen Menschen wahrgenommen zu werden. Die Aussage unterstreicht also die Offenheit und Öffentlichkeit der Verkündigung.

    Im übertragenen Sinn wird die Redewendung heute verwendet, wenn jemand etwas sehr deutlich, laut und für alle zugänglich mitteilt. Das kann etwa eine Botschaft, eine Meinung oder eine Information sein, die nicht verborgen bleiben soll. Es geht dabei um Transparenz, Klarheit und den Mut, Dinge öffentlich auszusprechen.

    Der Gedanke hinter der Aussage ist, dass Wahrheit und wichtige Inhalte nicht im Verborgenen gehalten werden sollen, sondern ihren Weg in die Öffentlichkeit finden. Gleichzeitig schwingt eine Verantwortung mit. Wer „von den Dächern predigt“, sollte sich der Wirkung seiner Worte bewusst sein, da sie viele Menschen erreichen können.

    So verbindet die Redewendung die biblische Aufforderung zur offenen Verkündigung mit einer allgemeinen Einsicht in die Bedeutung von Klarheit, Mut und öffentlicher Kommunikation im menschlichen Zusammenleben.

    Das Bild dahinter

    In biblischer Zeit hatten Häuser flache Dächer, die leicht zu erreichen waren. Von dort oben konnte man Dinge für das ganze Dorf bekannt machen. Damit wird also eine Nachricht öffentlich und publikumswirksam, für jedermann hörbar verbreitet. In einem ähnlichen Sprichwort heißt es: „Die Spatzen pfeifen es von den Dächern“. Es bliebt dann nicht dabei, dass Dinge weitererzählt oder ausgeplaudert werden, es muss breitgetreten und rausposaunt werden, dass es auch jeder hört.

    Jesus fordert seine Jünger auf, seine Lehre unters Volk zu bringen und von den Dächern zu predigen. Wenn Menschen sich einem Gegenüber anvertrauen, dann möchten sie das gerade nicht, dass der andere die an vertraute Information von den Dächern predigt und jeder andere es hören kann.

  • Ein Prediger in der Wüste sein

    Ein Prediger in der Wüste sein Jes. 40,3, Matthäus 3,3

    Der Ausdruck „ein Prediger in der Wüste sein“ geht auf die biblische Gestalt von Johannes der Täufer zurück, der in den Texten von Jesaja (Jes 40,3) und Matthäus (Mt 3,3) eine zentrale Rolle spielt. In der prophetischen Stimme bei Jesaja wird ein Rufer beschrieben, der in der Wüste den Weg des Herrn bereitet. Diese Ankündigung wird im Neuen Testament auf Johannes den Täufer bezogen, der tatsächlich in der Wüste auftritt und zur Umkehr aufruft.

    Historisch und inhaltlich steht die „Wüste“ nicht nur für einen geografischen Ort, sondern auch für eine Lebenssituation: Abgeschiedenheit, Einfachheit und das Fehlen von äußerem Glanz. Johannes tritt nicht in den Zentren von Macht und Einfluss auf, sondern an einem Ort, der als karg und randständig gilt. Gerade dort erhebt er seine Stimme und verkündet eine Botschaft, die zur inneren Umkehr und Neuausrichtung des Lebens aufruft.

    Im übertragenen Sinn beschreibt die Redewendung jemanden, der seine Botschaft unbeirrt verkündet, auch wenn er scheinbar ungehört bleibt oder keinen großen Widerhall findet. Ein „Prediger in der Wüste“ ist jemand, der für eine wichtige Sache einsteht, selbst wenn die Umstände widrig sind oder wenig Aufmerksamkeit zu erwarten ist.

    Die biblische Vorstellung zeigt zugleich, dass gerade solche Stimmen in scheinbar bedeutungslosen oder stillen Räumen eine besondere Wirkung entfalten können. Die Wüste wird so zum Ort der Vorbereitung und der Klarheit, an dem sich Wesentliches herausbildet und Orientierung entsteht.

    Damit verbindet der Ausdruck die Figur des Johannes mit einer zeitlosen Einsicht: Wahrhaftige Botschaften brauchen nicht immer große Bühnen, sondern können auch an unscheinbaren Orten Gehör finden – und gerade dort eine besondere Kraft entfalten.

    Allzumenschliches

    Die Redewendung spricht von einer Person, die wichtige Botschaften verkündet, Missstände anprangert oder auf Fehlentwicklungen hinweist. Medien warnen von Klimawandel, drohender Kriegsgefahr und gesellschaftlichen Entwicklungen. Im persönlichen Bereich mag es mahnende Stimmen geben, die vor den Folgen wichtiger Entscheidungen, vor finanziellen oder anderen Gefahren warnen. Nicht immer werden sie gerne gehört.

  • Der Prophet gilt nichts im eigenen Land

    Der Prophet gilt nichts im eigenen Land
    Mt. 13,57; Markus 6,4; Lukas 4,24

    Der Satz „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“ geht auf Worte von Jesus von Nazareth zurück. Diese sind in den Evangelien von Matthäus (Mt 13,57), Markus (Mk 6,4) und Lukas (Lk 4,24) überliefert. In den Texten weist Jesus darauf hin, dass ein Prophet oft gerade dort wenig Anerkennung findet, wo er herkommt.

    Im jeweiligen Kontext wird beschrieben, dass Menschen, die Jesus aus seiner Heimat kennen, Schwierigkeiten haben, ihn als besonderen Boten Gottes anzunehmen. Sie sehen vor allem den „vertrauten“ Menschen aus ihrer Umgebung. Damit tun sie sich schwer, seine besondere Autorität und Sendung zu erkennen. Nähe und Gewöhnung können so dazu führen, dass das Außergewöhnliche übersehen oder unterschätzt wird.

    Die Redewendung beschreibt daher ein allgemeines menschliches Phänomen. Wer zu nah an einer Person oder Sache ist, nimmt deren Besonderheit oft nicht mehr wahr. Vertrautheit kann Respekt mindern, und persönliche Vorprägungen können den Blick auf das Wesentliche verstellen. Dadurch wird es schwierig, neue Perspektiven anzuerkennen oder ungewohnte Autorität zu akzeptieren.

    Im übertragenen Sinn findet der Satz heute Verwendung, wenn jemand in seiner eigenen Umgebung oder bei vertrauten Menschen weniger Anerkennung findet als anderswo. Oft zeigt sich dabei, dass externe Perspektiven oder Distanz helfen können, Leistungen oder Qualitäten klarer zu erkennen und wertzuschätzen.

    So erinnert die Aussage daran, wie wichtig Offenheit im Denken ist und wie leicht es geschieht, dass man das Besondere im Vertrauten übersieht. Sie lädt dazu ein, Menschen und ihre Fähigkeiten nicht vorschnell zu beurteilen, sondern mit einem offenen Blick wahrzunehmen – unabhängig davon, woher sie kommen.


    Allzumenschliches

    Nach dem lateinischen Satz Nemo propheta in patria (sua)gilt: Niemand ist ein Prophet im eigenen Vaterland.

    Eine andere Sicht führt zu der Aussage, dass der Schuster die schlechtesten Leisten hat. Das heißt, für Kunden und für Fremde erbringt man hochwertige Leistungen. Eigene (oft auch familiären) Belange werden aber vernachlässigt.
    Der Satz „das eigene Kind wird ncht anerkannt“ ist eine bildhafte Umschreibung dafür, dass die eigene Leistung im privaten Umfeld oft nicht dargestellt und auch nciht gewürdigt wird.

  • Falsche Propheten

    Falsche Propheten
    Jesaja, Jeremia, Hesekiel, 1. Könige 22,22.23; Matthäus 7,15

    Der Ausdruck „falsche Propheten“ begegnet in verschiedenen biblischen Zusammenhängen, unter anderem bei Jesaja, Jeremia und Hesekiel sowie in Erzählungen wie in 1. Kön 22,22–23 und in den Worten von Jesus in Matthäus 7,15.

    In der Bibel werden „falsche Propheten“ als Personen beschrieben, die im Namen Gottes auftreten, jedoch nicht seine Wahrheit verkünden. Sie sprechen oft das aus, was Menschen gerne hören möchten, statt unbequeme, aber notwendige Botschaften weiterzugeben. Besonders die Propheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel setzen sich kritisch mit solchen Stimmen auseinander, die religiöse Autorität beanspruchen, ohne im Auftrag Gottes zu handeln. In 1. Könige wird dies bildhaft dargestellt, indem ein Geist zur Täuschung eingesetzt wird, um falsche Aussagen hervorzubringen.

    Jesus warnt im Matthäusevangelium ausdrücklich vor solchen falschen Propheten und beschreibt sie als „Wölfe im Schafspelz“. Damit wird deutlich gemacht, dass ihr äußeres Auftreten täuschen kann: Nach außen wirken sie oft freundlich, überzeugend oder fromm, während ihre eigentliche Absicht oder Botschaft in die Irre führt.

    Im übertragenen Sinn steht der Begriff heute für Menschen, die bewusst oder unbewusst falsche Aussagen verbreiten, Autorität vortäuschen oder andere in die Irre führen. Die biblische Warnung ruft dazu auf, Botschaften kritisch zu prüfen und nicht allein auf äußeren Eindruck oder überzeugende Worte zu vertrauen.

    Gleichzeitig wird deutlich, dass echte und falsche Rede sich oft nicht sofort unterscheiden lassen. Deshalb betonen die biblischen Texte die Notwendigkeit von Unterscheidungsvermögen, Aufmerksamkeit und innerer Wachsamkeit, um Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden.

    Auch heute

    Falsche Propheten mit ihren irreführrenden Heilsversprechen treten immer wieder auf. Das Phänomen scheint zeitlos zu sein und fordert die Menschen auf zum kritischen Hinterfragen.
    Manche Hochstapler oder Schwindler wollen ihre Zuhörer bewusst täuschen und hinters Licht führen. Scharlatane und Quacksalber machen hanebüchene und anmaßende Heilsversprechen. Auch Coaches, Influencer und Onlinemedien geben hier und da vor, im Namen einer (ihrer!) absoluten Wahrheit zu sprechen und fordern Gefolgschaft. Sie versprechen einfache Lösungen für komplexe Angelegenheiten, nutzen Ängste der Menschen aus und präsentieren sich als Heilsbringer. Oft steht dahinter aber wenig anderes als machtpolitische oder finanzielle Interssen.

  • Prüfet alles und behaltet das Beste

    Prüfet alles und behaltet das Beste. 1.The.5,21

    Der Satz „Prüfet alles und behaltet das Beste“ stammt aus dem Brief des Paulus von Tarsus an die Gemeinde in Thessaloniki, konkret aus (1 Thess 5,21). Er steht im Zusammenhang von Ermahnungen, die das gemeinschaftliche und persönliche Leben im Glauben ordnen und stärken sollen.

    Paulus fordert die Gläubigen dazu auf, nicht alles unkritisch zu übernehmen, sondern verschiedene Eindrücke, Lehren und Einflüsse sorgfältig zu prüfen. Dabei geht es nicht um Misstrauen gegenüber allem, sondern um ein waches, verantwortungsbewusstes Urteilsvermögen. Das Ziel dieser Prüfung ist es, das Gute, Wahre und Förderliche zu erkennen und festzuhalten.

    Der Satz zeigt eine Haltung der Offenheit in Verbindung mit kritischem Denken. Einerseits soll man sich nicht vorschnell verschließen, sondern allem begegnen, was an einen herangetragen wird. Andererseits soll man nicht unreflektiert folgen, sondern unterscheiden, was Bestand hat und dem Leben dient. Diese Balance zwischen Offenheit und Prüfung ist zentral für ein verantwortliches Handeln.

    Im übertragenen Sinn lässt sich der Satz auch außerhalb des religiösen Kontextes anwenden: In einer Welt voller Informationen, Meinungen und Einflüsse lädt er dazu ein, Inhalte nicht ungeprüft zu übernehmen, sondern sie zu hinterfragen, einzuordnen und zu bewerten. So wird ein bewusster Umgang mit Wissen und Überzeugungen gefördert.

    Der Gedanke endet nicht bei der Prüfung selbst, sondern betont das aktive Festhalten am Guten. Es geht also nicht nur darum, was man ablehnt, sondern vor allem darum, was man bewusst auswählt und bewahrt.

  • Psalmistenalter

    Psalmistenalter Psalm 90,10

    Der Ausdruck „Psalmistenalter“ bezieht sich auf die Aussage aus Psalm 90,10, einem Gebet, das wohl ursprünglich von Mose stammt. Im Psalm heißt es, dass das Leben des Menschen im Durchschnitt etwa siebzig Jahre beträgt. Und wenn es hoch kommt, sollen es vielleicht achtzig Jahre werden. Diese Lebensspanne wird als begrenzt und von Mühe und Vergänglichkeit geprägt beschrieben.

    Mit „Psalmistenalter“ ist daher sinnbildlich die typische, in diesem Psalm genannte menschliche Lebensdauer gemeint. Der Begriff verweist nicht nur auf eine Zahl, sondern auf die Einsicht, dass das menschliche Leben zeitlich begrenzt ist und sich nicht beliebig verlängern lässt. Zugleich klingt in dem Psalm die Erfahrung mit, dass die Jahre oft schnell vergehen und von Arbeit, Sorgen und Herausforderungen begleitet sind.

    Der Kontext des Psalms lädt dazu ein, über die eigene Zeit auf der Erde nachzudenken. Die Begrenztheit des Lebens wird nicht nur als Einschränkung dargestellt, sondern auch als Anlass zu einer bewussten Lebensführung. Wer sich der Endlichkeit seines Lebens bewusst ist, kann seine Zeit als kostbar erkennen und entsprechend verantwortlich mit ihr umgehen.

    So wird das „Psalmistenalter“ zu einem Bild für die menschliche Lebensspanne insgesamt. Es erinnert daran, dass Leben nicht selbstverständlich ist und dass es sinnvoll ist, die eigene Zeit mit Bedacht zu nutzen, Prioritäten zu setzen und das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren.

    Ein gutes Beispiel für ein langes Leben findet sich auch bei Methusalem.


    Bitte um Weisheit

    Eine Bitte um Weisheit findet sich zwei Verse weiter. Der Psalmsänger bittet Gott in Vers 12: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“
    Das erinnert an den lateinischen Satz „Memento mori„, in die deutsche Sprache übersetzt erinnert die philosophische Mahnung „Bedenke, dass du sterben wirst!“ uns daran, unsere Sterblichkeit nicht zu vergessen und uns auf das Wesentliche in unserem Leben zu konzentrieren. Es geht darum, demütig zu sein und jeden Moment unseres Lebens bewusst zu schätzen und zu leben.

  • In Quarantäne nehmen

    In Quarantäne nehmen Jesaja 26:20

    Der Ausdruck „in Quarantäne nehmen“ lässt sich in einem übertragenen Sinn mit einer Stelle aus dem Buch Jesaja (Jes 26,20) in Verbindung bringen, wo von einem Zurückziehen und Absondern die Rede ist, bis ein gefährliches Geschehen vorübergeht. Der Begriff „Quarantäne“ selbst stammt zwar aus der Neuzeit, doch die dahinterstehende Idee – Schutz durch Absonderung – hat eine lange Vorgeschichte.

    Im biblischen Kontext spricht der Prophet Jesaja zu einem Volk in einer Zeit von Bedrohung und Gericht. Die Aufforderung, sich zurückzuziehen und die Türen zu schließen, kann als eine Art Schutzmaßnahme verstanden werden. Es geht darum, sich für eine begrenzte Zeit in Sicherheit zu bringen, während das Unheil vorüberzieht.

    Die Vorstellung ähnelt dem modernen Verständnis von Quarantäne: Ein vorübergehendes Absondern, um sich selbst und andere vor Schaden zu bewahren. Dabei steht nicht nur die physische Sicherheit im Vordergrund, sondern auch ein Moment der Ruhe, des Abwartens und der inneren Sammlung. In solchen Zeiten wird deutlich, wie wichtig es ist, innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

    Im übertragenen Sinn kann „in Quarantäne nehmen“ auch bedeuten, Abstand zu belastenden Einflüssen zu halten. Sei es im zwischenmenschlichen Bereich, in Gedanken oder im Umgang mit problematischen Situationen. Es beschreibt eine Phase des Schutzes und der Vorsicht. Man grenzt sich bewusst ab, um sich nicht unnötig Gefahren auszusetzen.

    So zeigt die Verbindung zu Jesaja 26,20, dass das Prinzip der Absonderung als Schutzmaßnahme schon in biblischen Bildern anklingt. Es erinnert daran, dass es Zeiten gibt, in denen Rückzug sinnvoll und notwendig ist, um Kraft zu sammeln, Sicherheit zu gewinnen und auf eine bessere Situation zu warten.

    Zu dem Begriff Quarantäne

    Die Quarantäne dient zum einen der Abschottung von Menschen oder Tieren, wenn befürchtet wird, dass diese einen Erreger einschleppen könnten.
    In der EDV werden verdächtige Programme in Quarantäneordner verschoben, wenn ein Virenprogramm einen entsprechenden Fund eines Virus oder einer schädlichen Datei meldet.
    Der Begriff wurde ca. im 17. Jahrhundert aus der französischen Sprache entlehnt. Das Wort quarantaine (vom latainischen „quadraginta“ für „vierzig„) beschreibt eine Zeit von vierzig Tagen. Solange, nämlich vierzig Tage,wurden Menschen und Tiere, die aus seuchenverdächtigen Gebieten ins Land kamen, isoliert und abgesondert. Damit wollte man sicherstellen, dass die Neuankömmlinge keine Krankheiten oder Seuchen einschleppen.
    Wer zuhause ein Aquarium mit kleinen, bunten Fischen hat, kennt das Problem. Neuankömmlinge, also Fische, die neu angekauft wurden, kommen erst einmal in ein Quarantänebecken. Nur um sicherzustellen, dass die Neuen keine Krankheiten mitbringen, die im Aquarium den ganzen Bestand gefährden könnten.

  • Eine Quelle sein

    Eine Quelle sein Jer. 2,13

    Der Ausdruck „eine Quelle sein“ geht auf das Bild zurück, das im Buch Jeremia (Jer 2,13) verwendet wird. Dort spricht Jeremia im Auftrag Gottes davon, dass das Volk Israel die lebendige Quelle verlassen habe und sich stattdessen „undichte Zisternen“ geschaffen habe, die kein Wasser halten.

    Im biblischen Kontext steht die „Quelle“ für Gott selbst als Ursprung von Leben, Erneuerung und Versorgung. Eine Quelle spendet ständig frisches, klares Wasser und versiegt nicht. Im Gegensatz dazu sind Zisternen menschengemachte Speicher, die nur begrenzt Wasser enthalten und leicht versagen können. Das Bild macht deutlich, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer lebendigen, dauerhaften Versorgung und einer selbst geschaffenen, unsicheren Alternative.

    Der Gedanke richtet sich kritisch gegen das Verhalten des Volkes, das sich von Gott abgewandt hat. Sie haben andere „Quellen“ gesucht, die letztlich nicht erfüllen können, was sie versprechen. Der Ausdruck steht hier sinnbildlich für das, was wirklich Leben erhält und trägt.

    Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute verwendet, um etwas oder jemanden zu beschreiben, der Kraft, Inspiration oder Versorgung für andere bietet. Das kann sich auf Wissen, Ideen, emotionale Unterstützung oder auch geistliche Orientierung beziehen. Eine Quelle ist dabei etwas, das nicht nur einmal gibt, sondern fortwährend fließt und anderen zugutekommt.

    Die biblische Bildsprache lädt dazu ein, die eigenen „Quellen“ im Leben zu hinterfragen. Woher bezieht man seine Kraft, Orientierung und Hoffnung? Und welche Einflüsse tragen wirklich dazu bei, dass Leben gelingt und wächst?

    So erinnert der Satz daran, dass echte „Quellen“ nicht aus menschlicher Anstrengung allein entstehen, sondern aus dem, was beständig, zuverlässig und lebensspendend ist. Wer sich an einer solchen Quelle orientiert, kann selbst zu einer Inspiration für andere werden – im Sinne von Unterstützung, Ermutigung und weitergebendem Leben.

    Die Quelle

    Die Quelle stellt die Frage nach dem Ursprung, der Wurzel oder dem Ausgangslunkt. Sie kann Beleg oder Nachweis für die Herkunft einer Informaton sein. Oder sie wird zur Muße, zum Kraftquell für den Suchenden. Und manchmal ist sie auch Fundament und Auslöser für eine Entwicklung.

  • Der Tag der Rache

    Der Tag der Rache nach Jesaja 34,8

    Der Ausdruck „Tag der Rache“ aus Jesaja 34,8 wirkt auf den ersten Blick hart und beunruhigend. Er beschreibt einen Moment, in dem Unrecht nicht länger bestehen bleibt, sondern zur Rechenschaft gezogen wird. In diesem Vers geht es nicht um willkürliche Vergeltung, sondern um Gerechtigkeit – um einen Zeitpunkt, an dem das Gleichgewicht wiederhergestellt wird.

    Der Prophet Jesaja spricht in einer Zeit, in der Gewalt, Unterdrückung und Ungerechtigkeit das Leben vieler Menschen prägen. Der „Tag der Rache“ ist daher auch ein Hoffnungssymbol: Für die Unterdrückten bedeutet er Befreiung. Für die Täter hingegen die Konsequenz ihres Handelns. Es ist ein Tag, an dem Gott als Richter auftritt und zeigt, dass Unrecht nicht das letzte Wort hat.

    Gleichzeitig fordert dieser Vers zum Nachdenken heraus. Er stellt die Frage nach Verantwortung: Wie gehen Menschen miteinander um? Wo geschieht Unrecht – im Großen wie im Kleinen? Der Gedanke an einen Tag der Abrechnung kann als Mahnung verstanden werden, das eigene Handeln zu prüfen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen, bevor es zu spät ist.

    So ist der „Tag der Rache“ weniger ein Aufruf zur Angst als vielmehr ein Ruf zur Umkehr und Hoffnung. Er erinnert daran, dass Gerechtigkeit letztlich siegt und dass kein Leid für immer unbeachtet bleibt.

    Rache und Rechenschaft

    Ich nehme einmal den Tag der Rache als den Tag des Jüngsten Gerichtes. Dabei handelt es sich um eine zentrale Vorstellung der abramitischen Religionen, die da sind Judentum, Christentum, Islam.
    Nach christlicher Vorstellung wird der auferstandene Jesus Christus, der aufgefahren ist in den Himmel, am Tag der Ersten Auferstehung aus dem Himmel zurückkehren, die Toten erweckenund anschließend ein Endgericht halten über alle Menschen.
    Auch im Islam wird ein Yawm al-Qiyāmah, der Tag der Auferstehung erwartet. An diesem Tag wird Gott die Menschen zur Rechenschaft ziehen. Er wird die guten und die bösen Taten der Menschen abwägen und sie dem Ergebnis entsprechend ins Paradies oder in die Hölle einziehen lassen.

    Rache ist eine Form der Selbstjustiz. Sie ist (nicht nur) in Deutschland verboten.
    Der Rachlustige, den nach Vergeltung gelüstet bzw. verlangt, will wegen einer erlittenen Demütigung oder Kränkung, wegen zugefügter Verletzung oder anderem Unrecht, den Missetäter mit einer vergeltenden Gewalttat bestrafen. Damit will der Rächer ein Empfinden von Genugtuung oder Gerechtigkeit erzeugen, was aber letztlich nur zu weiterer Eskalation und Gewalt führen kann. Rache entsteht meist aus dem Gefühl eigener Machtlosigkeit, teifer Verletzung oder einem vorsintflutlichen Rechtsverständnis.

    „Wie der Hund nur den Hund zeugt, so zeugt Gewalt immer nur Gewalt.“ – Charlton Heston, Ben Hur 1959