Kategorie: K

Bibelsprüche, die mit k beginnen

  • Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder

    Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder Mt 18,1-4

    Der Satz „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ stammt aus Matthäus 18,1–4.
    Er gehört zu einer Lehre von Jesus über das Wesen des Reiches Gottes. Die Jünger fragen Jesus, wer im Himmelreich der Größte sei, woraufhin Jesus ein Kind in ihre Mitte stellt und die Bedeutung von kindlicher Haltung hervorhebt.

    Mit der Aussage macht Jesus deutlich, dass der Zugang zum Reich Gottes nicht von Macht, Status oder Leistung abhängt, sondern von einer inneren Haltung, die er mit der eines Kindes vergleicht. Kinder stehen in diesem Bild für Demut, Offenheit und Vertrauen. Sie sind nicht geprägt von Selbstüberhöhung oder Anspruchsdenken, sondern nehmen Hilfe an und sind auf Beziehung angewiesen.

    „Wie die Kinder werden“ bedeutet im übertragenen Sinn, eine Haltung der Einfachheit, Ehrlichkeit und Abhängigkeit zu entwickeln. Es geht darum, eigene Ansprüche zurückzustellen, sich nicht über andere zu erheben und eine offene, vertrauensvolle Haltung gegenüber Gott einzunehmen. Diese Einstellung steht im Gegensatz zu Konkurrenzdenken oder dem Streben nach Überlegenheit.

    Im weiteren Kontext der Bible wird die kindliche Haltung als Modell für geistliches Leben verstanden. Sie beschreibt eine innere Bereitschaft, sich führen zu lassen, zu lernen und auf Gott zu vertrauen, ohne alles selbst kontrollieren zu wollen.

    Eine Einladung

    So ist der Satz „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ eine Einladung, die eigene Haltung zu überprüfen und eine neue Perspektive einzunehmen, die von Demut, Vertrauen und Offenheit geprägt ist. Eine Grundlage für das Verständnis des Reiches Gottes.

    Jesus provoziert wieder einmal und stellt den Stolz und die Machtstrukturen der Erwachsenenwelt in Frage. Er antwortet damit auf einen Streit der Jünger, wer unter ihnen der Größte sei. Anstatt aber über eine Rangfolge zu streiten, so sagt er ihnen, dürfen sie große Erwartungen an ihren Glauben haben, ohne die „Buchhaltung“ Gottes infrage zu stellen.
    Die Aussage ist aber keineswegs eine Aufforderung zu kindischem Verhalten, als vielmehr eine Einladung, Gottes Liebe als ein Geschenk anzunehmen, statt sie durch welche guten Taten auch immer verdienen zu wollen.

  • Lasset die Kindlein zu mir kommen!

    Lasset die Kindlein zu mir kommen! Mt 19,13-15

    Der Satz „Lasset die Kindlein zu mir kommen!“ stammt aus Matthäus 19,13–15 und ist Teil einer Begebenheit, in der Jesus Christ mit Kindern in Berührung kommt. Die Jünger versuchen zunächst, die Kinder zurückzuweisen, doch Jesus weist sie zurecht und lädt die Kinder ausdrücklich zu sich ein.

    Mit dieser Aussage macht Jesus deutlich, dass Kinder in besonderer Weise willkommen sind. Sie stehen im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit und werden nicht als unwichtig oder störend betrachtet, sondern als wertvolle Personen, denen seine Zuwendung gilt. Jesus segnet die Kinder und zeigt damit, dass das Reich Gottes auch ihnen offensteht.

    Im übertragenen Sinn unterstreicht der Satz die Bedeutung von Offenheit, Zugänglichkeit und Zuwendung gegenüber denjenigen, die oft übersehen oder unterschätzt werden. Kinder stehen dabei symbolisch für Unschuld, Vertrauen und Unbefangenheit. Jesus stellt klar, dass gerade diese Eigenschaften eine Nähe zum Reich Gottes ausdrücken.

    Im weiteren Kontext der Bible wird diese Szene häufig als Zeichen für die besondere Wertschätzung von Kindern verstanden. Sie zeigt, dass niemand aufgrund seines Alters oder gesellschaftlichen Status ausgeschlossen ist, sondern dass Gottes Einladung allen gilt.

    So steht „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ sinnbildlich für die Einladung zur Nähe, zum Vertrauen und zur Annahme – eine Haltung, die nicht nur Kindern, sondern allen Menschen gilt, die sich offen und vertrauensvoll an Gott wenden.

    Kinderlachen

    Die Menschen wollen Jesus ihre Kinder vorstellen, sie zu ihm bringen, und die Jünger wollen die zudringlichen Menschen abwehren. Jesus aber lässt die Kinder zu sich kommen und segnet sie. Für ihn ist das Reich Gottes ein Geschenk, und die Menschen können sich nur beschenken lassen, wie es Kinder tun.
    Niemand kann sich Gnade oder Segen Gottes verdienen, ebensowenig wie die Teilhabe am Werk des Herrn. Gläubige tun wohl gut daran, diese Geschenk offen und unvoreingenommen als solches von Gott anzunehmen und darin zu leben. Der Glaube ist ein Geschenk, das die (großen) Menschen dankbar annehmen dürfen, so wie sich auch Kinder gerne beschenken lassen und Geschenke freudig annehmen.

    • Kinderlachen ist Zukunftsmusik – frei nach Alfred Biolek
    • Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. – M. Montessori
  • Was wird aus diesem Kindlein werden?

    Was wird aus diesem Kindlein werden? Lk 1,66

    Der Satz „Was wird aus diesem Kindlein werden?“ stammt aus Evangelium des Lukas (Lk 1,66). Er bezieht sich auf die Geburt von Johannes, dem Täufer. Die Erzählung berichtet, wie die Geburt und die Umstände dieses Kindes die Menschen in Staunen versetzen. Die Nachbarn und Verwandten reagieren mit Verwunderung. Sie stellen sich die Frage nach der Zukunft und der besonderen Bestimmung dieses Kindes.

    Die Frage „Was wird aus diesem Kindlein werden?“ drückt einerseits Neugier und Staunen aus. Andererseits klingt schon eine Ahnung mit, dass dieses Kind eine besondere Rolle im Leben spielen könnte. Im biblischen Kontext wird deutlich, dass schon vor seinem späteren Auftreten als Prophet eine gewisse Erwartung und Bedeutung mit ihm verbunden ist. Die Frage bleibt zunächst offen und verweist auf die Zukunft, die sich erst nach und nach entfaltet.

    Im weiteren Verlauf der Erzählung wird sichtbar, dass Johannes der Täufer eine wichtige Aufgabe erfüllt: Er bereitet den Weg für Jesus von Nazareth und ruft die Menschen zur Umkehr. Das beantwortet die anfängliche Frage rückblickend. Das Kind wächst heran und übernimmt eine besondere Sendung im Rahmen der biblischen Geschichte.

    Im übertragenen Sinn steht der Satz für die Frage nach der Zukunft und dem Potenzial eines Neugeborenen. Er bringt die Mischung aus Hoffnung, Erwartung und Ungewissheit zum Ausdruck, die mit jeder Geburt verbunden ist. Eltern, Verwandte und eine Gemeinschaft stellen sich oft die Frage, welche Persönlichkeit sich entwickeln und welchen Weg ein Kind im Leben gehen wird.

    Im Kontext der Bibel zeigt diese Stelle, dass menschliches Leben als etwas zu verstehen ist, dessen Bedeutung sich im Laufe der Zeit entfaltet. Was am Anfang noch offen erscheint, kann sich im Rückblick als Teil eines größeren Plans oder einer besonderen Berufung erweisen.

    Die Frage „Was wird aus diesem Kindlein werden?“ beschreibt sowohl Staunen als auch Erwartung. Sie verweist darauf, dass jedes Leben eine eigene Entwicklung nimmt, deren Bedeutung sich oft erst im Laufe der Zeit vollständig erschließt.

  • Kein hochzeitlich Kleid anhaben

    Kein hochzeitlich Kleid anhaben Matthäus 22,11

    Der Ausdruck „kein hochzeitlich Kleid anhaben“ stammt aus dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl in Matthäus 22,11. Jesus erzählt darin, dass ein König für seinen Sohn eine Hochzeit ausrichtet und viele Gäste einlädt.

    In der Geschichte wird ein Gast entdeckt, der ohne das passende Hochzeitsgewand erscheint. Dieses Gewand ist im Gleichnis ein symbolisches Zeichen für die angemessene Vorbereitung und Haltung gegenüber Fest und Gastgeber. Der Mann wird angesprochen und kann sich nicht rechtfertigen. Er hat die Einladung zwar angenommen, aber die damit verbundene Erwartung nicht erfüllt.

    „Kein hochzeitlich Kleid anhaben“ bedeutet, nicht angemessen vorbereitet oder nicht in der richtigen inneren Haltung zu sein. Es geht dabei nicht nur um äußere Kleidung. Vielmehr geht es um eine grundlegende Bereitschaft, sich auf das einzulassen, wozu man eingeladen ist. Das Hochzeitsgewand steht sinnbildlich für eine innere Haltung, die zur Teilnahme am Fest passt.

    Dieses Gleichnis wird oft so verstanden, dass die Einladung zwar offen und großzügig ist, aber auch eine entsprechende Antwort verlangt. Wer die Einladung annimmt, soll sich auch entsprechend darauf einstellen und die damit verbundene Verantwortung wahrnehmen.

    Der Ausdruck beschreibt sinnbildlich eine Situation, in der jemand zwar eingeladen ist oder teilnimmt, aber nicht die erforderliche innere oder äußere Vorbereitung mitbringt, die zu diesem Anlass gehört.

    Über Kleidung und Zugehörigkeit

    Kleidung und Sprache sind zwei verschiedene Paar Schuhe. – Angemessene festliche Kleidung sagt etwas über die gesellschaftliche Stellung einer Person und über die Wertschätzung für eine Veranstaltung wie auch dem Gastgeber gegenüber. Sprache und Ausdrucksweise zeigen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Oder die Menschen grenzen sich ab und bleiben außen vor.

    Bei aller Individualität und Einzigartigkeit, die erstrebenswert scheinen, sind wenige, aber wesentliche Übereinstimmungen unverzichtbar. Und da sind Festgewand und Sprache, Dresscode und Sprachcode, ganz vorne dabei. – Weder der Mantel der Liebe, der alles deckt noch ein Festgewand taugen als Verkleidung. Das festliche Kleid als Zeichen von Buße und Umkehr sieht anders aus. Der Stoff des Festgewandes kann z.B. bedruckt sein mit Bildern von den Früchte des Geistes, wie sie in Gal.5,22.23 genannt sind.

    Über Festgewand und Buße[1]

    Die Frage, woran bei dem sauberen Gewand zu denken sei, das Voraussetzung für die Zulassung zur Festtafel ist, beantwortet Rabbi Eli’ezer[2], der sagt, seine Zuhörer sollen einen Tag vor ihrem Tode Buße tun. Seine Schüler fragen ihn verwundert, woher der Mensch denn wissen solle, wann er stirbt und erhalten zur Antwort, umso mehr tue er, Rabbi Eli‘ezer, jeden Tag Buße, denn er könne ja am nächsten Tage sterben. So werde er ein Leben lang in der Buße gefunden werden.

    [1] Nach Die Gleichnisse Jesu, Seite 126f. – [2] ein Theologe aus dem 1. Jahrhundert

    Die letzten beiden Absätze „Über Kleidung und Zugehörigkeit“ und „Über Festgewand und Buße[1]“ stammen aus dem Buch „Gleichnisse des Jesus von Nazareth“, F.Weber, BoD, 2025

  • Im Kleinen treu sein

    Im Kleinen treu sein Lk 16,10

    Der Satz „Im Kleinen treu sein“ stammt aus Lukas 16,10 und gehört zu den Lehren von Jesus über Verantwortung und Verlässlichkeit. In diesem Zusammenhang betont Jesus, dass Treue und Zuverlässigkeit nicht erst bei großen Aufgaben oder sichtbaren Erfolgen beginnen, sondern sich gerade im Umgang mit kleinen Dingen zeigen.

    Die Aussage macht deutlich: Wer in kleinen Angelegenheiten gewissenhaft, ehrlich und verantwortungsvoll handelt, zeigt damit Charakter und Verlässlichkeit. Umgekehrt gilt auch, dass Nachlässigkeit oder Unaufrichtigkeit im Kleinen ein Hinweis darauf sein kann, dass jemand auch in größeren Dingen nicht zuverlässig ist. Kleine Entscheidungen und alltägliche Handlungen sind somit ein Prüfstein für die innere Haltung eines Menschen.

    Im übertragenen Sinn bedeutet „im Kleinen treu sein“, die eigenen Aufgaben, Pflichten und Beziehungen mit Sorgfalt zu erfüllen – auch dann, wenn sie unscheinbar erscheinen oder wenig Beachtung finden. Es geht um Beständigkeit, Genauigkeit und Verlässlichkeit im Alltag, sei es im Beruf, im sozialen Umfeld oder im persönlichen Verhalten.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Haltung als wichtige Grundlage für Vertrauen und Verantwortungsübernahme verstanden. Wer in kleinen Dingen treu ist, kann auch größere Verantwortung tragen, weil sich darin eine grundlegende Haltung der Integrität zeigt.

    So beschreibt „im Kleinen treu sein“ eine Lebensweise, die nicht auf äußere Anerkennung angewiesen ist, sondern aus innerer Überzeugung heraus handelt und gerade in den unscheinbaren Momenten des Alltags ihre Stärke zeigt.

    Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.

    Zu Zeiten eines Martin Luther hieß es: „Wer den Pfennig nicht ehrt, wird keines Guldens Herr.“ Heute würde es heißen: „Wer den Cent nicht ehrt, ist des Euros nicht wert.“ – Wie auch immer; schon der Umgang mit kleinen Geldbeträgen erfordert einige Sorgfalt. Besonndenheit und sparsamer Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sind hohe Tugenden. Und wer mit kleinen Mengen und Beträgen zu wirtschaften weiß, wird auch im Großen erfolgreoch sein.

  • Eine große Kluft

    Eine große Kluft Lk 16,26 und Hiob 1,14-15

    Der Ausdruck „eine große Kluft“ findet sich bei Lukas (Lk 16,26) im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus. Dort beschreibt Jesus eine Trennung zwischen dem Ort der Geborgenheit und dem Ort des Leidens, die nicht überbrückt werden kann. Die „große Kluft“ steht dabei sinnbildlich für eine unüberwindbare Trennung.

    Im übertragenen Sinn bezeichnet der Ausdruck eine tiefe, nicht leicht zu überwindende Distanz zwischen zwei Zuständen, Personen oder Lebensrealitäten. Diese Kluft kann sozialer, emotionaler, geistlicher oder auch moralischer Natur sein. Sie verdeutlicht, dass es Situationen gibt, in denen eine Annäherung oder ein Ausgleich nicht mehr möglich erscheint, weil die Unterschiede zu groß geworden sind.

    Im Kontext des Gleichnisses macht die „große Kluft“ auch auf die Endgültigkeit von Entscheidungen im Leben aufmerksam. Die Erzählung unterstreicht, dass das Verhalten und die Haltung im Leben Auswirkungen haben, die sich nicht beliebig rückgängig machen lassen. Damit wird die Verantwortung des Menschen für sein Handeln hervorgehoben.

    Ein verwandter Gedanke findet sich auch in Hiob 1,14–15, wo durch Katastrophen und Verluste ebenfalls deutliche Einschnitte und Trennungen im Leben eines Menschen sichtbar werden. Auch hier zeigt sich, wie abrupt und tiefgreifend Veränderungen sein können, die das Leben grundlegend erschüttern und „Klüfte“ zwischen früherem und gegenwärtigem Zustand entstehen lassen.

    So steht „eine große Kluft“ sinnbildlich für eine tiefe, oft unüberbrückbare Trennung. Der Ausdruck macht deutlich, wie gravierend Unterschiede oder Entscheidungen sein können. Er erinnert auch daran, dass wir manche Distanzen nicht leicht überwinden können, sondern dass sie als ernsthafte Grenzen bestehen bleiben.

    Menschliches

    Wo tiefe Klüfte, riesige Abstände oder unüberbrückbare Gegensätze die Menschen trennen, da liegen oft (Gedanken-) Welten zwischen den einzelnen Gruppen. Breite Gräben, wenn nicht sogar wahre Abgründe tun sich auf, wo zwischen den Meinungen, zwischen Werten, sozialen Schichten oder in anderer Hinsicht große Unterschiede vorhanden sind. Und wenn man nur miteindander reden würde, wär’s vielleicht halb so schlimm. …

    Die Kluft als traditonelle Bekleidung wandernder Handwerksgesellen wird hier wohl weniger gemient sein.

  • Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben

    Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben Matthäus 10,16

    Der Satz „Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben“ stammt aus Matthäus 10,16 und gehört zu den Anweisungen von Jesus an seine Jünger, die er in die Welt sendet. Er bereitet sie darauf vor, mit Herausforderungen, Widerständen und möglichen Gefahren umzugehen.

    Mit dem Bild der Schlange ist Klugheit, Wachsamkeit und Umsicht gemeint. Schlangen gelten im biblischen Sprachgebrauch als vorsichtig und aufmerksam. Diese Eigenschaften sollen die Jünger im Umgang mit ihrer Umwelt übernehmen: Sie sollen Situationen richtig einschätzen, umsichtig handeln und sich nicht unbedacht in Schwierigkeiten bringen.

    Die Taube hingegen steht für Unschuld, Aufrichtigkeit und Lauterkeit. „Ohne Falsch“ zu sein bedeutet, ehrlich, transparent und ohne Hintergedanken zu handeln. Es geht um eine innere Haltung, die frei von Täuschung, Berechnung oder Bosheit ist.

    Die Kombination beider Bilder zeigt ein ausgewogenes Verhältnis von Klugheit und Reinheit. Jesus fordert weder Naivität noch Berechnung allein, sondern eine Verbindung aus praktischer Weisheit und moralischer Integrität. Die Jünger sollen also einerseits aufmerksam und vorausschauend handeln, andererseits aber in ihrem Wesen ehrlich und unverfälscht bleiben.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Aussage oft als Leitprinzip für verantwortungsvolles Handeln verstanden. Sie beschreibt eine Haltung, die sowohl den Herausforderungen der Welt gerecht wird als auch an ethischen und geistlichen Grundsätzen festhält.

    Die Scharfsinnigkeit der Schlangen ist keineswegs hinterlistig, aber weise und aufmerksam. Sie versucht, auf dem Weg zu einem gesteckten Ziel vorausschauend und taktisch geschickt zu handeln und Konflikte zu vermeiden.

    Sanft wie die Tauben meint auch oft „ohne Falsch“ oder „einfältig“. Die gefiederten Friedensboten symbolisieren Reinheit, Friedfertigkeit und Aufrichtigkeit. Bei aller Cleverness sollen die Jünger keinerlei bösen Absichten verfolgen, ehrlich sein und in aller Güte handeln.

    „Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben“ steht für die Verbindung von Verstand und Integrität – eine Einladung, klug zu handeln, ohne dabei die eigene Aufrichtigkeit und Lauterkeit zu verlieren.

  • Feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln

    Feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln Römer 12,20

    Der Ausdruck „feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln“ stammt aus dem Römerbrief (Röm 12,20). Er ist Teil einer ethischen Weisung von Paulus an die Gemeinde in Rom. In diesem Abschnitt wird dazu aufgerufen, auf Böses nicht mit Bösem zu reagieren, sondern das Gute zu suchen. Auch gegenüber Menschen, die einem feindlich gesinnt sind.

    Paulus greift dabei ein Bild auf aus Sprüche Salomo 25, 2122. Dort heißt es: „Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot. Dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen. Und der HERR wird dir’s vergelten.“

    Das Bild der „feurigen Kohlen“ ist bildhaft zu verstehen. Es stammt vermutlich aus einem Kontext, in dem das Tragen von glühenden Kohlen auf dem Kopf eine intensive, beschämende oder auch läuternde Erfahrung beschreibt. Im übertragenen Sinn bedeutet der Satz, dass durch freundliches, hilfreiches und großzügiges Verhalten gegenüber einem Gegner dessen Gewissen angesprochen und berührt werden kann.

    „Feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln“ meint also nicht, jemandem absichtlich zu schaden. Man will vielmehr durch gutes Handeln eine Wirkung erzielen, die den anderen zum Nachdenken bringt und möglicherweise zur Einsicht führt. Das Gute wird dabei als stärkere Kraft dargestellt als Vergeltung oder Rache.

    Im weiteren Kontext der Bibel steht dieser Gedanke im Zusammenhang mit dem Aufruf zur Feindesliebe und zur Überwindung von Bösem durch Gutes. Es geht um eine Haltung, die nicht auf Gegenschläge setzt, sondern auf Versöhnung, Geduld und moralische Stärke.

    So beschreibt die Redewendung eine Form des Handelns, die Konflikte nicht verschärft, sondern durch Güte und Wohlwollen eine tiefere Wirkung entfalten kann – mit dem Ziel, Spannungen zu lösen und das Gegenüber innerlich zu bewegen.

    Allzumenschliches aus der KI

    Satt zu eskalieren, nimmt man dem Gegenüber durch übertriebene Höflichkeit und Hilfsbereitschaft den Wind aus den Segeln und treibt ihn moralisch in die Enge. Das unerwartete Erleben von Güte und Großmut wird den Gegner so sehr beschämen, daß sie/er das ungerechte Verhalten einsieht und ändert. Das Vergelten von Bösem mit etwas Gutem wird beim Anderen ein brennendes Gefühl von Scham und Reue erzeugen – ähnlich, als würden glühende Kohlen auf dem Kopf liegen. –
    Möglicherweise stammt dieser Ausdruck von einm altägyptischen Bussritus, bei dem die Büßenden als Zeichen ihrer Reue jeweils ein Becken mit heißen Kohlen auf dem Kopf trugen

  • Ein Koloss auf tönernen Füßen

    Ein Koloss auf tönernen Füßen aus Daniel 2

    Der Ausdruck „Ein Koloss auf tönernen Füßen“ geht auf das Buch Daniel (Dan 2) zurück und bezieht sich auf die Deutung eines Traumes durch Daniel. In dem Traum sieht der babylonische König ein großes Standbild aus verschiedenen Materialien: goldener Kopf, silberne Brust, bronzener Bauch, eiserne Beine und Füße, die teils aus Eisen, teils aus Ton bestehen.

    Der entscheidende Teil des Bildes ist die Beschreibung der Füße aus Eisen und Ton. Während Eisen für Stärke steht, symbolisiert Ton Zerbrechlichkeit und Instabilität. Die Kombination beider Materialien weist darauf hin, dass die scheinbar mächtige Gestalt in ihrem Fundament nicht stabil ist. Gerade an dieser Stelle wird die Bedrohlichkeit und zugleich die Verletzlichkeit des Kolosses deutlich.

    Im übertragenen Sinn beschreibt der Ausdruck „Koloss auf tönernen Füßen“ etwas, das äußerlich groß, beeindruckend oder mächtig erscheint, aber innerlich schwach oder instabil ist. Es kann sich auf politische Systeme, persönliche Lebensentwürfe oder auch auf Überzeugungen beziehen, die zwar stark wirken, aber keine tragfähige Grundlage haben.

    Im Kontext der Bibel macht die Erzählung deutlich, dass menschliche Macht und Reiche vergänglich sind und letztlich nicht von Dauer bestehen, wenn ihnen eine solide Grundlage fehlt. Im Gegensatz dazu wird in der Daniel-Erzählung ein Reich Gottes angedeutet, das nicht von Menschenhand geschaffen ist und Bestand hat.

    So steht der Ausdruck sinnbildlich für die Diskrepanz zwischen äußerer Größe und innerer Schwäche. Er erinnert daran, dass wahre Stabilität nicht allein von Größe oder Macht abhängt. Jede Größe bedarf einer tragfähigen Grundlage, die dauerhaft Bestand hat.

    Zusammengefasst

    Der Koloss auf seinen tönernen Füßen steht ebensowenig stabil wie das Haus das auf Sand gebaut ist. Er beschreibt ein System, das sich wohl als mächtig , imposant und stabil darstellen mag, welches sich aber aufgrund dysfunktionaler Strukturen, mangelhafter Basis als krisenanfällig erweist. Der Ausdruck taucht hin und wieder in der politischen Berichterstattung auf. Mit der Redewendung wird oft vor instabilen Machtverhältnissen und einem drohenden Zusammenbruch gewarnt. – Und ein Koloss mit tönernen Füßen musss nicht unbedingt ein Königreich oder eine Großmacht sein.

  • Den Kopf hängen lassen

    Den Kopf hängen lassen Jes 58,4b-5a

    Der Ausdruck „den Kopf hängen lassen“ ist ein bildhafter Satz, der in Anlehnung an Jesaja 58,4b–5a zu verstehen ist. Er beschreibt im weiteren Sinn eine Haltung von Niedergeschlagenheit, Resignation oder innerer Erschöpfung. In dem biblischen Abschnitt kritisiert der Prophet Jesaja ein Fasten, das zwar äußerlich religiös erscheint, aber nicht mit echter innerer Umkehr und gerechtem Handeln verbunden ist.

    „Den Kopf hängen lassen“ steht sinnbildlich für eine Haltung der Entmutigung oder des Klagens, die sich in der Körperhaltung widerspiegelt. Im übertragenen Sinn kann es bedeuten, dass Menschen sich niedergeschlagen fühlen, wenn ihre Erwartungen enttäuscht werden oder wenn sie sich in einer Situation ohnmächtig erleben. In Jesaja 58 wird jedoch deutlich, dass bloße äußere Frömmigkeit nicht genügt, um vor Gott zu bestehen. Es sei denn, sie ist von echtem Mitgefühl, Gerechtigkeit und verantwortlichem Handeln begleitet.

    Religiöse Praxis besteht nicht nur in äußeren Formen. Sie setzt eine innere Haltung voraus, die sich im Umgang mit anderen Menschen zeigt. Wer „den Kopf hängen lässt“, kann damit auch ein Zeichen von Frustration über eine fehlende Verbindung zwischen äußeren Handlungen und innerer Wahrheit sein.

    Menschen, insbesondere Gläubige, sind gefordert, nicht in Resignation zu verharren, sondern aktiv Gerechtigkeit zu üben, sich für andere einzusetzen und die eigene Haltung zu überprüfen. Wahre Frömmigkeit zeigt sich demnach nicht nur in Ritualen, sondern im gelebten Alltag.

    So beschreibt „den Kopf hängen lassen“ sowohl eine körperliche Geste als auch eine innere Verfassung, die für Enttäuschung oder Niedergeschlagenheit stehen kann – zugleich aber auch den Anlass bietet, die eigene Haltung zu überdenken und neu auszurichten.

    Allzumenschliches

    Nach Niederlagen oder Kummer lassen Menschen sprichwörtlich den Kopf nach unten sinken und zeigen damit, dass sie traurig, resigniert oder enttäusht sind. Sie verzagen, sind deprimiert, drohen den ut zu verlieren und möchten am liebsten aufgeben. Als Aufmunterung dient oft die verneinende Form der Redewendung: „Kopf hoch! Hör auf Trübsal zu blasen! Komm schon; lass den Kopf nicht so hängen!“

  • Sich etwas über den Kopf wachsen lassen

    Sich etwas über den Kopf wachsen lassen Esra 9,6

    Der Ausdruck „sich etwas über den Kopf wachsen lassen“ ist in Anlehnung an Esra 9,6 zu verstehen. Er beschreibt eine Situation, in der ein Mensch von Schuld, Sorgen oder Problemen überwältigt wird. Im genannten biblischen Kontext spricht Esra ein Gebet, in dem er die Schwere der Schuld seines Volkes zum Ausdruck bringt. Darin bekennt er, dass diese „uns bis über den Kopf gewachsen ist“.

    Das Bild verdeutlicht, dass die Last nicht mehr zu bewältigen ist und den Menschen gleichsam überragt. Es geht um ein Gefühl der Überforderung, bei dem die eigene Kraft oder die eigenen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen, um mit der Situation fertigzuwerden. Die Metapher macht anschaulich, wie Schuld oder Belastung den Menschen einnehmen und ihm den Handlungsspielraum nehmen kann.

    Im biblischen Zusammenhang steht dieses Bekenntnis nicht nur für Klage, sondern auch für Einsicht und Verantwortung. Esra spricht offen die Situation an und erkennt die eigene und gemeinschaftliche Schuld an. Diese Haltung ist verbunden mit dem Wunsch nach Umkehr und einer neuen Ausrichtung.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird deutlich, dass das Eingeständnis von Überforderung ein erster Schritt zur Veränderung sein kann. Menschen erkennen ihre Grenzen an und bringen ihre Situation vor Gott. Damit öffnen sie sich für Hilfe, Vergebung und Neuanfang.

    So beschreibt „sich etwas über den Kopf wachsen lassen“ eine Erfahrung, in der Belastungen so groß werden, dass sie den Menschen zu überwältigen scheinen – zugleich aber auch den Moment, in dem Einsicht und Umkehr sich anbieten.

    Allzumenschliches

    Die Redewendung erscheint oft in Verbindung mit beruflicher oder persönlicher Überlastung, wenn Dinge zu anspruchsvoll werden, wenn Aufgaben, Probleme oder Stress so stark zunehmen, dass man sie nicht mehr bewältigen kann. In der Situation der Überforderung drohen dann Dinge außer Kontrolle zu geraten, eine Situation kippt und die Wellen schlagen über uns zusammen. Alles erscheint eine Nummer zu groß und droht, im Chaos zu versinken. Die Beteiligten verlieren de Kontrolle und sind dann auch nciht mehr Herr der Lage. – Nur um ein paar Synonyme noch zu nennen.

  • Nicht ganz koscher sein

    Nicht ganz koscher sein 3. Mose 11, 1-8

    Der Ausdruck „nicht ganz koscher sein“ geht auf die Speisevorschriften in 3. Mose 11,1–8 zurück. Dort wird zwischen reinen und unreinen Tieren unterschieden. Diese Regelungen legen fest, welche Tiere nach dem Gesetz Israels als „rein“ gelten und gegessen werden dürfen und welche als „unrein“ zu meiden sind.

    Im ursprünglichen biblischen Kontext bedeutet „koscher“ also „den religiösen Vorschriften entsprechend“ oder „rein, tauglich, in Ordnung und erlaubt“. Tiere müssen bestimmte Merkmale erfüllen, um als koscher zu gelten, etwa gespaltene Hufe und Wiederkäuen bei Landtieren. Tiere, die diese Kriterien nicht erfüllen, wie z.B. Meerestiere, die keine Schuppen haben, gelten als unrein und sind vom Verzehr ausgeschlossen.

    Im übertragenen Sprachgebrauch hat sich der Ausdruck „nicht ganz koscher sein“ im Deutschen verselbständigt. Er bedeutet heute allgemein, dass etwas verdächtig, nicht ganz in Ordnung oder moralisch fragwürdig erscheint. Der ursprüngliche religiöse Bezug ist dabei in den Hintergrund getreten. Die Vorstellung von „Unreinheit“ im Sinne von „nicht vertrauenswürdig“ hat sich dagegen erhalten.

    Im weiteren Kontext der Bibel zeigt sich, dass solche Vorschriften ursprünglich nicht nur praktische, sondern auch identitätsstiftende Bedeutung für das Volk hatten. Sie sollten helfen, eine klare Unterscheidung zwischen dem Heiligen und dem Alltäglichen zu markieren und das Leben im Einklang mit den Geboten Gottes zu gestalten.

    So beschreibt der Ausdruck „nicht ganz koscher sein“ heute eine Situation oder einen Zustand, der Zweifel weckt oder nicht ganz vertrauenswürdig erscheint, während sein Ursprung in den detaillierten Reinheitsvorschriften der biblischen Tradition liegt.

    Allzumenschliches

    Der Ausdruck findet Verwendung, wenn aus irgend einem Grund Zweifel oder Mißtrauen an einer Person oder an Vorgängen aufkommen. Dinge, die „nicht ganz koscher sind“, erscheinen uns fragwürdig oder dubios. Aus welchen Gründen auch immer scheint eine Sache nicht ganz einwandfrei, unlauter oder verdächtig zu sein. Die ganze Angelegenheit ist irgendwie ein wenig zweifelhaft und merkwürdig. Das Ganze ist mir nicht geheuer. Es hat ein Geschmäckle. Schlicht und ergreifend: Da ist was faul!

  • Krank vor Liebe sein

    Krank vor Liebe sein Hld 2,5

    Der Ausdruck „krank vor Liebe sein“ geht auf das Hoheslied 2,5 zurück. Er stammt aus einem poetischen Text der Bibel, der die Liebe zwischen zwei Menschen in bildreicher Sprache beschreibt. In diesem biblischen Buch spricht traditionell die Geliebte und schildert ihre Sehnsucht und ihr emotionales Erleben in der Liebe.

    „Krank vor Liebe sein“ ist dabei nicht im medizinischen Sinn zu verstehen, sondern als eine bildhafte Beschreibung eines intensiven Gefühlszustandes. Gemeint ist eine so starke Sehnsucht oder Zuneigung, dass sie den Menschen innerlich bewegt, beschäftigt und beinahe überwältigt. Liebe wird hier als Kraft dargestellt, die sowohl Freude als auch Unruhe hervorrufen kann.

    Im ursprünglichen Zusammenhang drückt der Vers die Tiefe und Intensität romantischer Liebe aus. Die Person erlebt eine Art inneres Verlangen nach Nähe und Erfüllung, das so stark ist, dass es mit körperlichen oder seelischen Empfindungen verglichen wird, die an eine „Krankheit“ erinnern. Es handelt sich dabei um eine poetische Überhöhung, die die Leidenschaft und Hingabe in der Liebe verdeutlicht.

    Im übertragenen Sinn wird der Ausdruck heute oft verwendet, um eine besonders starke Verliebtheit oder emotionale Bindung zu beschreiben, die jemanden gedanklich und gefühlsmäßig stark einnimmt. Die Formulierung betont dabei die Kraft der Gefühle, die den Alltag beeinflussen und das Erleben prägen können.

    So zeigt „krank vor Liebe sein“ eindrücklich, wie intensiv menschliche Liebe empfunden werden kann – als ein Zustand, der den Menschen innerlich bewegt, beschäftigt und tief berührt.

    Menschliches

    Wir wissen heute, dass man sehr wohl krank vor Liebe sein kann. – Und das ist nicht ma l ironisch gemeint. –
    Ein Liebeskummer gilt zwar noch nicht als dauerhafte Erkrankung, kann aber bei jungen Menschen je nach emotionaler Veranlagung schon mal eine psychische Krise verursachen. Trennungen, auch unerwiderte Liebe können zu Verzweiflung und sogar zu einer Belastung des Immunsystems führen. Allzu große Verliebtheit oder besondes großer Liebeskummer können einen emotionalen Stress auslösen, der zum Broken-Heart-Syndrom (Gebrochenes Herz) führt. „Krank vor Liebe sein“ kann erfahrungsgemäß zu Appetit- und Schlaflosig keit bis hin zu Depressionen führen. – Bis zur nächsten Party! ;- )

  • Krethi und Plethi beisammen

    Krethi und Plethi beisammen. 2 Sam 8,18

    Der Ausdruck „Krethi und Plethi beisammen“ stammt aus 2. Samuel 8,18. Er bezieht sich auf Gruppen von Gefolgsleuten im Umfeld von König David. In der biblischen Erzählung werden die „Krethi“ und „Plethi“ als Teil der königlichen Leibwache oder Eliteeinheit beschrieben. Sie waren für den Schutz des Königs zuständig.

    Im ursprünglichen Kontext handelt es sich bei den Begriffen vermutlich um Bezeichnungen für bestimmte Gruppen von Söldnern oder spezialisierten Truppen, die zusammen eine Einheit bildeten. Ihre genaue Herkunft ist historisch nicht eindeutig geklärt, doch ihre Funktion im Dienst Davids als verlässliche Schutztruppe ist im biblischen Text erkennbar.

    Im übertragenen Sprachgebrauch hat sich der Ausdruck „Krethi und Plethi“ zu einer Redewendung entwickelt. Dieser beschreibt allgemein eine gemischte Gruppe von Menschen bemeint. Da bei gibt es keine genaue Unterscheidung oder besondere Hervorhebung einzelner Personen. Der Ausdruck kann sinngemäß „alle möglichen Leute“ oder „Leute von unterschiedlicher Herkunft“ bedeuten.

    Die Erwähnung solcher Gruppen zeigt, wie vielfältig die Zusammensetzung von Gemeinschaften und Diensten im Umfeld eines Königs sein konnte. Unterschiedliche Personen konnten zusammenwirken, um eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen. Und das konnte sogar unabhängig von ihrer Herkunft oder Zugehörigkeit geschehen.

    „Krethi und Plethi beisammen“ steht zum Einen sowohl für eine konkrete historische Gruppe im Dienst Davids. Zum anderen ist die Redewendung auch eine bildhafte Beschreibung einer zusammengewürfelten Gemeinschaft von Menschen, die gemeinsam handeln oder auftreten.

    Heutzutage

    Die alttestamentliche Redewendung wird heute verwendet, wenn alle möglichen Leute zusammenkommen. Da kommen Hinz und Kunz, später auch noch Hans und Franz, und Hans und Grete sowieso.. Komm doch auch vorbei. Gott und die Welt treffen sich da. Hack und Pack geben sich ein Stelldichein, und hier ist Jedermann willkommen.
    Es klingt vielleicht etwas abwertend, von Gesindel oder Fußvolk zu sprechen. Die Redewendung beschreibt eher eine bunte, ungeordnete Truppe, oft aber auch mit einem leicht abwertenden Unterton, eine bunte und zusammengewürfekte Gesellschaft, allerlei Leute aus aller Welt.

  • Sein Kreuz auf sich nehmen

    Sein Kreuz auf sich nehmen Matthäus
    10,38, 16,24; Markus 8,34; 10,21; Lukas 9,23; 14,27; Joh. 19,17

    Der Ausdruck „sein Kreuz auf sich nehmen“ stammt aus den Evangelien der Bibel. Es ist zu finden bei Matthäus in Mt 10,38; 16,24 sowie parallel bei Markus 8,34; 10,21 und Lukas 9,23; 14,27. Die Redewendung stammt von Jesus im Zusammenhang mit der Nachfolge.

    Im historischen Kontext war das Kreuz ein Symbol für Leid, Schande und Hinrichtung. Wer sein Kreuz „auf sich nimmt“, macht sich auf den Weg, der mit Hingabe, Verzicht und auch mit Belastungen verbunden sein kann. Jesus verwendet dieses Bild, um deutlich zu machen, dass Nachfolge nicht bequem oder ohne Herausforderungen ist, sondern Bereitschaft erfordert, auch schwierige Wege anzunehmen. Sein Kreuz auf sich zu ehmen beschreibt also die Bereitschaft zur totalen Hingabe und die Bereitschaft zum allergrößten Opfer, sogar auf dem Weg zur eigenen hinrichtung.

    Kreuzesträger

    Im übertragenen Sinn bedeutet „sein Kreuz auf sich nehmen“, die eigenen Lebensumstände, Pflichten oder auch Leiden bewusst anzunehmen und verantwortungsvoll zu tragen. Dazu kann gehören, persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen, für Überzeugungen einzustehen oder schwierige Situationen nicht zu vermeiden, sondern mit Geduld und Ausdauer zu bewältigen.

    Der Gedanke wird im weiteren Kontext der Evangelien immer wieder aufgegriffen. Nachfolge ist nicht nur ein Bekenntnis, sondern zeigt sich im konkreten Leben, im Umgang mit anderen Menschen und in der Bereitschaft, sich selbst zurückzustellen. In Johannes 19,17 wird das Bild konkret, als Jesus selbst das Kreuz trägt. Das istein Hinweis darauf, dass dieses Bild nicht nur symbolisch, sondern auch existenziell verstanden wird.

    „Sein Kreuz auf sich nehmen“ beschreibt somit eine Haltung der bewussten Annahme von Verantwortung, verbunden mit der Bereitschaft, auch schwierige Wege zu gehen. Es ist ein Bild für Nachfolge, die nicht nur Worte, sondern auch Taten und innere Standhaftigkeit umfasst, auch wenn schwerde lasten zu (er-)tragen oder unabwendbare Pflichten wahrzunehmen sind.

  • Buchstabe K

    Einen Kahlkopf haben

    Einen Kahlkopf haben 2 Kg 2,23-24

    Das Kainsmal oder -zeichen ist ein göttliches Zeichen, das ein Schuldiger trägt, und welches ihn schützen soll vor aller Welt und Rache. 1. Mose 4,15

    Ein Kainszeichen tragen

    Ein Kainszeichen tragen Gen 4,10-15

    Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist

    Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist Matthäus 22,21b; Markus 12,17; Lukas 20,25

    Ein fettes Kalb schlachten

    Ein fettes Kalb schlachten Lukas 15,23

    Um das goldene Kalb tanzen

    Um das goldene Kalb tanzen 2. Mose 32,8

    Mit fremdem Kalbe pflügen

    Mit fremdem Kalbe pflügen Richter 14,8

    Weder kalt noch warm

    Weder kalt noch warm Offb.3,15

    Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr

    Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr Matthäus 19,24, Markus 10,25, Lukas 18,25

    Einen guten Kampf führen 1.Tim.6,12; 2 Tim 4,7-8

    Einen guten Kampf führen 1.Tim.6,12; 2 Tim 4,7-8

    Unter aller Kanone sein

    Unter aller Kanone sein Ez 40,5, Jes 46,5-6.7b-9

    Seinen Katechismus kennen

    Seinen Katechismus kennen Apg 18,24-26

    Sich in sein stilles Kämmerlein zurückziehen – Im stillen Kämmerlein beten

    Sich in sein stilles Kämmerlein zurückziehen – Im stillen Kämmerlein beten Mt 6,6

    Den bitteren Kelch bis zu Ende trinken

    Den bitteren Kelch bis zu Ende trinken Ps 75,9

    Der Kelch geht an jemandem vorüber

    Der Kelch geht an jemandem vorüber Mt 26,39b

    Möge diesen Kelch an mir vorübergehen

    Möge diesen Kelch an mir vorübergehen Matth. 26,39,42; Mark. 14,36; Lukas 22,42

    Keusch wie Josef

    Keusch wie Josef 1.Mose39

    Ein Kind des Todes sein

    Ein Kind des Todes sein 1 Sam 26,16; 2. Samuel 12,5

    Ein Kind dieser Welt sein Lk 16,8

    Ein Kind dieser Welt sein Lk 16,8

    Ein Kind unter dem Herzen tragen 2. Makk 7,27b

    Ein Kind unter dem Herzen tragen 2 Makk 7,27b

    Wes Geistes Kind jemand ist

    Wes Geistes Kind jemand ist Lk 9,55

    Die Kinder dieser Welt

    Die Kinder dieser Welt Lukas 16,8

    Kinder sind Kinder, als Kinder treiben sie kindisches. Sunt pueripueri, pueripuerilia tractant

    Kinder sind Kinder, als Kinder treiben sie kindisches. Sunt pueripueri, pueripuerilia tractant. 1.Kor.13,11

    Kinder und Kindeskinder

    Kinder und Kindeskinder 2 Mose 34,7

    Kinder und Kindeskinder

    Kinder und Kindeskinder 2 Mose 34,7

    Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder

    Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder Mt 18,1-4

    Lasset die Kindlein zu mir kommen!

    Lasset die Kindlein zu mir kommen! Mt 19,13-15

    Was wird aus diesem Kindlein werden?

    Was wird aus diesem Kindlein werden? Lk 1,66

    Kein hochzeitlich Kleid anhaben

    Kein hochzeitlich Kleid anhaben Matthäus 22,11

    Im Kleinen treu sein

    Im Kleinen treu sein Lk 16,10

    Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben

    Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben Matthäus 10,16

    Feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln

    Feurige Kohlen auf jemandes Haupt sammeln Römer 12,20

    Ein Koloss auf tönernen Füßen

    Ein Koloss auf tönernen Füßen aus Daniel 2

    Den Kopf hängen lassen

    Den Kopf hängen lassen Jes 58,4b-5a

    Sich etwas über den Kopf wachsen lassen

    Sich etwas über den Kopf wachsen lassen Esra 9,6

    Nicht ganz koscher sein

    Nicht ganz koscher sein 3. Mose 11, 1-8

    Krank vor Liebe sein

    Krank vor Liebe sein Hld 2,5

    Krethi und Plethi beisammen

    Krethi und Plethi beisammen. 2 Sam 8,18

    Sein Kreuz auf sich nehmen

    Sein Kreuz auf sich nehmen Matthäus 10,38, 16,24; Markus 8,34; 10,21; Lukas 9,23; 14,27; Joh. 19,17