Schlagwort: Matthäus

  • Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist

    Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist Matthäus 22,21b; Markus 12,17; Lukas 20,25

    Der Satz „Dem Kaiser geben, was des Kaisers ist“ stammt aus den Evangelien Matthäus (Mt 22,21b), Markus (Mk 12,17) und Lukas (Lk 20,25). Er geht auf eine Antwort von Jesus Christus zurück. Der wird von Gegnern gefragt, ob es erlaubt sei, dem römischen Kaiser Steuern zu zahlen.

    Jesus wird dabei eine Falle gestellt. Wird er die Steuer bejahen, könnte man ihn als Unterstützer der römischen Besatzungsmacht darstellen. Wird er die Steuer ablehnen, könnte man ihn als Aufrührer anklagen. Seine Antwort „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ durchbricht jedoch diese Falle und lenkt die Frage auf eine grundsätzliche Ebene.

    Mit diesem Satz macht Jesus deutlich, dass es unterschiedliche Bereiche von Verantwortung gibt. Einerseits haben staatliche Autoritäten Anspruch auf bestimmte Abgaben und Pflichten im gesellschaftlichen Zusammenleben. Andererseits bleibt Gott der letztgültige Bezugspunkt für das Leben des Menschen. Die Antwort Jesu stellt somit keine einfache Trennung dar. Sie weist vielmehr auf eine doppelte Zugehörigkeit hin. Der Mensch lebt in einer weltlichen Ordnung, steht aber zugleich in Beziehung zu Gott.

    Im übertragenen Sinn bedeutet „dem Kaiser geben, was des Kaisers ist“, die Anerkennung legitimer staatlicher Ordnung und die Erfüllung bürgerlicher Pflichten. Gleichzeitig betont die Antwort Jesu, dass diese Verpflichtungen nicht absolut sind, sondern in einem größeren Rahmen stehen. In diesem soll Gott immer den obersten Anspruch haben.

    Im Kontext der Bibel zeigt dieser Satz eine ausgewogene Haltung zwischen Verantwortung gegenüber der weltlichen Ordnung und Treue gegenüber Gott. Er lädt dazu ein, die eigenen Pflichten bewusst wahrzunehmen, ohne dabei die tiefere, geistliche Ausrichtung des Lebens aus dem Blick zu verlieren.

  • Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr

    Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr
    (Matthäus 19,24, Markus 10,25, Lukas 18,25)

    Der Ausdruck „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr“ stammt aus den Evangelien von Matthäus (Mt 19,24), Markus (Mk 10,25) und Lukas (Lk 18,25). Jesus verwendet dieses Bild im Gespräch mit seinen Jüngern, nachdem ein reicher Mann traurig weggegangen ist, weil er seinen Besitz nicht aufgeben wollte, um Jesus nachzufolgen.

    Das Bild vom Kamel, das durch ein Nadelöhr gehen soll, ist eine drastische Übertreibung und verdeutlicht die Unmöglichkeit eines solchen Vorgangs. Es dient als anschauliche Metapher, um zu zeigen, wie schwierig es ist, dass ein Mensch, der stark an seinen Reichtum gebunden ist, in das Reich Gottes gelangt. Dabei geht es nicht allein um materiellen Besitz, sondern um die innere Haltung: Wer sich zu sehr an weltliche Sicherheiten klammert, findet schwer Zugang zu einer vertrauensvollen Beziehung zu Gott.

    Jesus macht deutlich, dass Reichtum eine Herausforderung darstellen kann, wenn er zum Zentrum des Lebens wird. Die Jünger reagieren entsprechend erstaunt, denn die Aussage widerspricht der damaligen verbreiteten Vorstellung, dass Reichtum ein Zeichen von Gottes Segen sei. Jesus stellt jedoch klar, dass nicht äußere Umstände entscheidend sind, sondern die innere Bereitschaft, sich Gott anzuvertrauen.

    Das Bild wird oft als Hinweis darauf verstanden, dass menschlich Unmögliches bei Gott möglich ist. Es unterstreicht die Grenzen menschlicher Möglichkeiten und lenkt den Blick auf Gottes Handeln, das auch dort neue Wege eröffnen kann, wo aus menschlicher Sicht keine bestehen.

    So steht „eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr“ sinnbildlich für etwas, das extrem unwahrscheinlich oder unmöglich erscheint, und zugleich für die Herausforderung, sich von inneren Bindungen zu lösen, um Raum für Vertrauen, Glauben und Offenheit gegenüber Gott zu schaffen.

    Die enge Pforte

    In Mt 7,13-14 lädt Jesus dazu ein, durch die enge Pforte zu gehen, denn das Tor sei eng und der Weg sei schmal, der zum ewigen Leben führt. – In dem aktuellen Gleichnis von dem Kamel, das eben nicht durch ein Nadelöhr geht, erklärt Jesus anhand eines grotesken Bildes, das es reichen Menschen nicht möglich ist – und nur wegen ihres Reichtums – ins Himmelreich zu kommen kommen. Er fügt aber an, dass es durch Gottes Gnade einen Ausweg gibt.

    Es ist ja nicht das einzige Mal, dass Jesus mit solchen Beispielen seine Zuhörer belehrt (vgl. Mk.10,23ff.;9,42,Mt.5,13;6,3;7,4;8,22). Er sagt aber auch, dass es nicht unmöglich ist, zu Gott zu finden, denn es ist allein die Gnade Gottes, die völlig unverdient den Menschen das Reich Gottes schenkt.

    Ist Reichtum wirklich nur immer der Schotter, die Knete oder die Mörderkohle, die ein Mensch auf dem Konto hat? Oder kann Reichtum auch aus den vielen kleinen Dingen bestehen, die wichtiger sind als unsere Beziehung zu Gott ? – Nein, nicht die Sünde, die von Gott trennt, sondern die Kleinigkeiten, die wichtiger sind als unsere Beziehung zu Gott.

    Saulus von Tarsus gehört in seiner Zeit zur Bildungselite, diese Bildung ist sein Reichtum. Später bekennt er, nichts zu wissen als Jesus (1. Kor. 2,2). allein. In der Zeit, aus der Jesus durch sein Gleichnis zu uns spricht, ist für die einfachen Menschen deren (Groß-)Familie Reichtum und Sicherheit. Denen sagt Jesus, sie können nur seine Jünger werden, wenn sie die Familie völlig zurückstellen (Lk. 14,26).

    Und noch einmal die Frage: Was ist hier eigentlich mit Reichtum gemeint?

    Ein Ausweg vor dem Nadelöhr?

    Wie denn? Kann man dem Nadelöhr noch ausweichen? – Ich denke: Nein.

    In dem Gleichnis von dem Kamel und dem Nadelöhr unterstreicht Jesus mit einem Adynaton*, dass es für einen Reichen schier unmöglich ist, ins Reich Gottes zu kommen.

    Jesus sagt nicht einfach, dass ein Reicher nicht ins Himmelreich kommen könne. Stattdessen behauptet er, bevor das geschieht und ein Reicher ins Reich Gottes kommt, passiert das Unmögliche, und das große Kamel geht durch ein winzig kleines Nadelöhr.

    Dieses Bild ist unmissverständlich, und die Reaktion der Jünger scheint das zu bestätigen. Als Juden gehen sie davon aus, dass ein gewisser Kontostand durchaus als ein Zeichen göttlichen Wohlgefallens und Segens zu verstehen ist. Manche von ihnen sind wohlhabend und finanzieren die Mission Jesu und seiner Jünger, andere haben ihre Familie und den Arbeitsplatz verlassen um ihm nachzufolgen, und einige werden wie – vorsichtig formuliert – vor den Kopf gestoßen sein, als sie hören, was Jesus von Reichtum hält. Das bekommt er von Petrus im folgenden Gespräch auch deutlich zu hören.

    Jesus lenkt ein; er sagt den Jüngern zu, dass es die Gnade Gottes sei, die dem Menschen ermögliche, an seiner Neuen Welt teilzuhaben, und dass es keine Angelegenheit eigenen Verdienstes oder eigener Größe ist, zum Werk des Herrn zu gehören und ins Himmelreich zu kommen. Dann verspricht er den Jüngern vielfache Belohnung, warnt aber auch wieder, dass die Ersten Letzte und die Letzten Erste werden können. (Mt,19,26-30) Von finanziellem Reichtum ist hier nicht die Rede, eher von Dünkel.

    * – Ein Adynaton ist ein rhetorischer Trick, eine Aussage, die sich auf etwas Unmögliches beruft, um dadurch zu bestätigen, dass etwas auf keinen Fall geschehen kann.

    Die oben stehenden Texte „Die enge Pforte“ und „Ein Ausweg vor dem Nadelöhr“ stammen aus meinem Buch „Gleichnisse des Jesus von Nazareth: Kreuz und quergedacht„, Frank Weber, BoD, 2025

  • Im stillen Kämmerlein beten

    Sich in sein stilles Kämmerlein zurückziehen – Im stillen Kämmerlein beten Mt 6,6

    Der Ausdruck „sich in sein stilles Kämmerlein zurückziehen“ geht auf Matthäus 6,6 zurück und ist Teil der Lehre von Jesus Christus über das Gebet. Dort heißt es, dass man zum Beten in das eigene Zimmer gehen, die Tür schließen und im Verborgenen zu Gott beten soll.

    Mit „im stillen Kämmerlein“ ist ein Ort der Abgeschiedenheit gemeint, an dem man ungestört und ohne äußere Ablenkung zur Ruhe kommt. Im Gegensatz zu öffentlichem oder demonstrativem Beten betont Jesus hier die persönliche, innere Beziehung zwischen dem Menschen und Gott. Es geht nicht darum, vor anderen Eindruck zu machen, sondern ehrlich und aufrichtig vor Gott zu treten.

    Das Bild unterstreicht, dass Gebet etwas sehr Persönliches ist. Im Verborgenen entsteht ein Raum, in dem Gedanken, Sorgen, Dank und Bitten offen ausgesprochen werden können, ohne dass äußere Erwartungen eine Rolle spielen. Diese Form des Gebets fördert Authentizität und Konzentration auf das Wesentliche.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird das „stille Kämmerlein“ zu einem Symbol für die innere Einkehr und die persönliche Gottesbeziehung. Es zeigt, dass Spiritualität nicht an öffentliche Sichtbarkeit gebunden ist, sondern gerade im Stillen Tiefe gewinnen kann.

    So steht „im stillen Kämmerlein beten“ sinnbildlich für die bewusste Suche nach Ruhe, Konzentration und innerer Sammlung, um in einem persönlichen und ungestörten Rahmen in Beziehung zu Gott zu treten.

    Allzumenschliches

    Man weiß ja nie, was die Menschen sich im stillen Kämmerlein so ausdenken, was Kinder aushecken und sich an neuen Streichen einfallen lassen. Und man kann Augen und Ohren nicht überall haben. Nur gut, dass man nicht weiß, was manche im Kämmerlein, ganz unbemerkt von der Öffentlichkeit ausbrüten und im Schilde führen.

    Wer sich in sein stilles Kämmerlein zurückzieht, mag sich nicht am Lärm der Außenwelt beteiligen, einfach mal allein und für sich sein und z.B. private Frömmigleit pflegen. In selbstgewählter Isolation kann Mensch zur Ruhe kommen, neue Kräfte sammeln und gegebenenfalls in aller Stille das eine oder andere persönliche Anliegen vor Gott bringen. Dabei sind keine gewählten Worte notwendig; es ist ein Ort für Gedanken und Geheimnisse, die sonst niemanden etwas angehen.

  • Der Kelch geht an jemandem vorüber

    Der Kelch geht an jemandem vorüber Mt 26,39b

    Der Ausdruck „der Kelch geht an jemandem vorüber“ geht auf die Szene in Matthäus 26,39b zurück, in der Jesus Christ im Garten Gethsemane betet. In großer innerer Not bittet Jesus: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Gemeint ist damit die bevorstehende Leidens- und Kreuzesgeschichte, die er vor sich sieht.

    Der „Kelch“ ist in der biblischen Bildsprache ein Symbol für das Schicksal, das einem Menschen zuteilwird – hier insbesondere für Leid, Prüfung und das bevorstehende Leiden Jesu. Die Bitte, dass dieser Kelch vorübergehen möge, bringt den Wunsch zum Ausdruck, von schwerem Leid verschont zu bleiben. Gleichzeitig folgt unmittelbar die Bereitschaft, sich dem göttlichen Willen zu fügen: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

    Im übertragenen Sinn bedeutet „der Kelch geht an jemandem vorüber“, dass eine schwere Erfahrung, ein Unglück oder eine unangenehme Situation jemanden verschont oder nicht trifft. Die Redewendung wird heute oft verwendet, um auszudrücken, dass man von etwas Belastendem verschont geblieben ist.

    Im weiteren Kontext der Bible zeigt diese Stelle die Spannung zwischen menschlichem Wunsch nach Leidvermeidung und der Bereitschaft, einen als notwendig erkannten Weg anzunehmen. Sie verbindet menschliche Angst und Hoffnung mit Vertrauen und Hingabe.

    So steht der Ausdruck „der Kelch geht an jemandem vorüber“ sowohl für die Bitte um Bewahrung vor schwerem Leid als auch für die Erfahrung, von einer schwierigen Situation verschont zu bleiben – mit einem biblischen Hintergrund, der zugleich die Bedeutung von Vertrauen und Annahme des eigenen Weges betont.

    Allzumenschliches

    Der Kelch stand in der alten, jüdischen Kultur also für ein jeweiliges Schicksal, das dem Menschen von Gott zugedacht war. Wenn wir heute davon sprechen, dass ein bitterer Kelch an jemandem verüber gegangen ist, dann ist derjenige sicher gerade um eine unangenehme Aufgabe, eine Krankheit, ein Unglück oder eine andere schicksalhafte Wendung herumgekommen.

  • Möge dieser Kelch an mir vorübergehen

    Möge dieser Kelch an mir vorübergehen Matthäus 26,39,42; Markus 14,36; Lukas 22,42

    Der Ausdruck „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“ stammt aus den Passionsberichten von Matthäus (Mt 26,39.42), Markus (Mk 14,36) und Lukas (Lk 22,42). In dieser Szene betet Jesus Christ im Garten Gethsemane in großer innerer Anspannung kurz vor seiner Verhaftung.

    Der „Kelch“ ist ein symbolisches Bild für das bevorstehende Leiden, das Jesus erwartet. Die Bitte, dass dieser Kelch vorübergehen möge, bringt den menschlichen Wunsch zum Ausdruck, schweres Leid zu vermeiden. Sie zeigt, dass Jesus die bevorstehende Situation nicht gleichgültig hinnimmt. Er empfindet sie als Mensch als belastend und herausfordernd.

    Gleichzeitig wird die Bitte in den Evangelien immer mit einer zweiten, entscheidenden Aussage verbunden. „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe“. Damit wird deutlich, dass Jesus trotz seines natürlichen Wunsches nach Verschonung sich bewusst dem göttlichen Willen unterordnet. In dieser Spannung zwischen Wunsch und Hingabe liegt eine zentrale Aussage der Szene.

    Im übertragenen Sinn steht der Ausdruck „Möge dieser Kelch an mir vorübergehen“ für den Wunsch, von einer schwierigen, schmerzhaften oder belastenden Situation verschont zu bleiben. Er wird heute häufig verwendet, um eine Bitte um Bewahrung vor Leid oder unangenehmen Umständen auszudrücken.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Stelle als Beispiel für Vertrauen und Gehorsam gegenüber Gott verstanden. Auch wenn der eigene Weg mit Leid verbunden ist. Sie zeigt, dass menschliche Gefühle von Angst und Abwehr ihren Platz haben. Letztlich werden sie aber in eine Haltung des Vertrauens und der Annahme eingebettet werden.

    So verbindet der Ausdruck die Erfahrung menschlicher Begrenztheit mit der Bereitschaft, einen als notwendig erkannten Weg zu gehen, und macht deutlich, dass sich Wunsch und Vertrauen nicht ausschließen, sondern in einer tiefen inneren Entscheidung zusammenfinden können.

    Dietrich Bonhöffer beschreibt diesen Kelch, der auch als Taumelbecher bekannt ist, in seinem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“:

    Und reichst du (Gott) uns den schweren Kelch, den bittern
    des Leids gefüllt bis an den höchsten Rand,
    so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
    aus deiner guten und geliebten Hand.

    Losgelöst vom religiösen Zusammenhang findet die Redewendung oft Verwendung um auszudrücken: „Hoffentlich bleibt mir dies und jenes erspart, hoffentlich bleibe ich davon verschont.“

  • Lasset die Kindlein zu mir kommen!

    Lasset die Kindlein zu mir kommen! Mt 19,13-15

    Der Satz „Lasset die Kindlein zu mir kommen!“ stammt aus Matthäus 19,13–15 und ist Teil einer Begebenheit, in der Jesus Christ mit Kindern in Berührung kommt. Die Jünger versuchen zunächst, die Kinder zurückzuweisen, doch Jesus weist sie zurecht und lädt die Kinder ausdrücklich zu sich ein.

    Mit dieser Aussage macht Jesus deutlich, dass Kinder in besonderer Weise willkommen sind. Sie stehen im Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit und werden nicht als unwichtig oder störend betrachtet, sondern als wertvolle Personen, denen seine Zuwendung gilt. Jesus segnet die Kinder und zeigt damit, dass das Reich Gottes auch ihnen offensteht.

    Im übertragenen Sinn unterstreicht der Satz die Bedeutung von Offenheit, Zugänglichkeit und Zuwendung gegenüber denjenigen, die oft übersehen oder unterschätzt werden. Kinder stehen dabei symbolisch für Unschuld, Vertrauen und Unbefangenheit. Jesus stellt klar, dass gerade diese Eigenschaften eine Nähe zum Reich Gottes ausdrücken.

    Im weiteren Kontext der Bible wird diese Szene häufig als Zeichen für die besondere Wertschätzung von Kindern verstanden. Sie zeigt, dass niemand aufgrund seines Alters oder gesellschaftlichen Status ausgeschlossen ist, sondern dass Gottes Einladung allen gilt.

    So steht „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ sinnbildlich für die Einladung zur Nähe, zum Vertrauen und zur Annahme – eine Haltung, die nicht nur Kindern, sondern allen Menschen gilt, die sich offen und vertrauensvoll an Gott wenden.

    Kinderlachen

    Die Menschen wollen Jesus ihre Kinder vorstellen, sie zu ihm bringen, und die Jünger wollen die zudringlichen Menschen abwehren. Jesus aber lässt die Kinder zu sich kommen und segnet sie. Für ihn ist das Reich Gottes ein Geschenk, und die Menschen können sich nur beschenken lassen, wie es Kinder tun.
    Niemand kann sich Gnade oder Segen Gottes verdienen, ebensowenig wie die Teilhabe am Werk des Herrn. Gläubige tun wohl gut daran, diese Geschenk offen und unvoreingenommen als solches von Gott anzunehmen und darin zu leben. Der Glaube ist ein Geschenk, das die (großen) Menschen dankbar annehmen dürfen, so wie sich auch Kinder gerne beschenken lassen und Geschenke freudig annehmen.

    • Kinderlachen ist Zukunftsmusik – frei nach Alfred Biolek
    • Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. – M. Montessori
  • Kein hochzeitlich Kleid anhaben

    Kein hochzeitlich Kleid anhaben Matthäus 22,11

    Der Ausdruck „kein hochzeitlich Kleid anhaben“ stammt aus dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl in Matthäus 22,11. Jesus erzählt darin, dass ein König für seinen Sohn eine Hochzeit ausrichtet und viele Gäste einlädt.

    In der Geschichte wird ein Gast entdeckt, der ohne das passende Hochzeitsgewand erscheint. Dieses Gewand ist im Gleichnis ein symbolisches Zeichen für die angemessene Vorbereitung und Haltung gegenüber Fest und Gastgeber. Der Mann wird angesprochen und kann sich nicht rechtfertigen. Er hat die Einladung zwar angenommen, aber die damit verbundene Erwartung nicht erfüllt.

    „Kein hochzeitlich Kleid anhaben“ bedeutet, nicht angemessen vorbereitet oder nicht in der richtigen inneren Haltung zu sein. Es geht dabei nicht nur um äußere Kleidung. Vielmehr geht es um eine grundlegende Bereitschaft, sich auf das einzulassen, wozu man eingeladen ist. Das Hochzeitsgewand steht sinnbildlich für eine innere Haltung, die zur Teilnahme am Fest passt.

    Dieses Gleichnis wird oft so verstanden, dass die Einladung zwar offen und großzügig ist, aber auch eine entsprechende Antwort verlangt. Wer die Einladung annimmt, soll sich auch entsprechend darauf einstellen und die damit verbundene Verantwortung wahrnehmen.

    Der Ausdruck beschreibt sinnbildlich eine Situation, in der jemand zwar eingeladen ist oder teilnimmt, aber nicht die erforderliche innere oder äußere Vorbereitung mitbringt, die zu diesem Anlass gehört.

    Über Kleidung und Zugehörigkeit

    Kleidung und Sprache sind zwei verschiedene Paar Schuhe. – Angemessene festliche Kleidung sagt etwas über die gesellschaftliche Stellung einer Person und über die Wertschätzung für eine Veranstaltung wie auch dem Gastgeber gegenüber. Sprache und Ausdrucksweise zeigen die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Oder die Menschen grenzen sich ab und bleiben außen vor.

    Bei aller Individualität und Einzigartigkeit, die erstrebenswert scheinen, sind wenige, aber wesentliche Übereinstimmungen unverzichtbar. Und da sind Festgewand und Sprache, Dresscode und Sprachcode, ganz vorne dabei. – Weder der Mantel der Liebe, der alles deckt noch ein Festgewand taugen als Verkleidung. Das festliche Kleid als Zeichen von Buße und Umkehr sieht anders aus. Der Stoff des Festgewandes kann z.B. bedruckt sein mit Bildern von den Früchte des Geistes, wie sie in Gal.5,22.23 genannt sind.

    Über Festgewand und Buße[1]

    Die Frage, woran bei dem sauberen Gewand zu denken sei, das Voraussetzung für die Zulassung zur Festtafel ist, beantwortet Rabbi Eli’ezer[2], der sagt, seine Zuhörer sollen einen Tag vor ihrem Tode Buße tun. Seine Schüler fragen ihn verwundert, woher der Mensch denn wissen solle, wann er stirbt und erhalten zur Antwort, umso mehr tue er, Rabbi Eli‘ezer, jeden Tag Buße, denn er könne ja am nächsten Tage sterben. So werde er ein Leben lang in der Buße gefunden werden.

    [1] Nach Die Gleichnisse Jesu, Seite 126f. – [2] ein Theologe aus dem 1. Jahrhundert

    Die letzten beiden Absätze „Über Kleidung und Zugehörigkeit“ und „Über Festgewand und Buße[1]“ stammen aus dem Buch „Gleichnisse des Jesus von Nazareth“, F.Weber, BoD, 2025

  • Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben

    Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben Matthäus 10,16

    Der Satz „Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben“ stammt aus Matthäus 10,16 und gehört zu den Anweisungen von Jesus an seine Jünger, die er in die Welt sendet. Er bereitet sie darauf vor, mit Herausforderungen, Widerständen und möglichen Gefahren umzugehen.

    Mit dem Bild der Schlange ist Klugheit, Wachsamkeit und Umsicht gemeint. Schlangen gelten im biblischen Sprachgebrauch als vorsichtig und aufmerksam. Diese Eigenschaften sollen die Jünger im Umgang mit ihrer Umwelt übernehmen: Sie sollen Situationen richtig einschätzen, umsichtig handeln und sich nicht unbedacht in Schwierigkeiten bringen.

    Die Taube hingegen steht für Unschuld, Aufrichtigkeit und Lauterkeit. „Ohne Falsch“ zu sein bedeutet, ehrlich, transparent und ohne Hintergedanken zu handeln. Es geht um eine innere Haltung, die frei von Täuschung, Berechnung oder Bosheit ist.

    Die Kombination beider Bilder zeigt ein ausgewogenes Verhältnis von Klugheit und Reinheit. Jesus fordert weder Naivität noch Berechnung allein, sondern eine Verbindung aus praktischer Weisheit und moralischer Integrität. Die Jünger sollen also einerseits aufmerksam und vorausschauend handeln, andererseits aber in ihrem Wesen ehrlich und unverfälscht bleiben.

    Im weiteren Kontext der Bibel wird diese Aussage oft als Leitprinzip für verantwortungsvolles Handeln verstanden. Sie beschreibt eine Haltung, die sowohl den Herausforderungen der Welt gerecht wird als auch an ethischen und geistlichen Grundsätzen festhält.

    Die Scharfsinnigkeit der Schlangen ist keineswegs hinterlistig, aber weise und aufmerksam. Sie versucht, auf dem Weg zu einem gesteckten Ziel vorausschauend und taktisch geschickt zu handeln und Konflikte zu vermeiden.

    Sanft wie die Tauben meint auch oft „ohne Falsch“ oder „einfältig“. Die gefiederten Friedensboten symbolisieren Reinheit, Friedfertigkeit und Aufrichtigkeit. Bei aller Cleverness sollen die Jünger keinerlei bösen Absichten verfolgen, ehrlich sein und in aller Güte handeln.

    „Seid klug wie die Schlangen, aber ohne Falsch wie die Tauben“ steht für die Verbindung von Verstand und Integrität – eine Einladung, klug zu handeln, ohne dabei die eigene Aufrichtigkeit und Lauterkeit zu verlieren.

  • Sein Kreuz auf sich nehmen

    Sein Kreuz auf sich nehmen Matthäus
    10,38, 16,24; Markus 8,34; 10,21; Lukas 9,23; 14,27; Joh. 19,17

    Der Ausdruck „sein Kreuz auf sich nehmen“ stammt aus den Evangelien der Bibel. Es ist zu finden bei Matthäus in Mt 10,38; 16,24 sowie parallel bei Markus 8,34; 10,21 und Lukas 9,23; 14,27. Die Redewendung stammt von Jesus im Zusammenhang mit der Nachfolge.

    Im historischen Kontext war das Kreuz ein Symbol für Leid, Schande und Hinrichtung. Wer sein Kreuz „auf sich nimmt“, macht sich auf den Weg, der mit Hingabe, Verzicht und auch mit Belastungen verbunden sein kann. Jesus verwendet dieses Bild, um deutlich zu machen, dass Nachfolge nicht bequem oder ohne Herausforderungen ist, sondern Bereitschaft erfordert, auch schwierige Wege anzunehmen. Sein Kreuz auf sich zu ehmen beschreibt also die Bereitschaft zur totalen Hingabe und die Bereitschaft zum allergrößten Opfer, sogar auf dem Weg zur eigenen hinrichtung.

    Kreuzesträger

    Im übertragenen Sinn bedeutet „sein Kreuz auf sich nehmen“, die eigenen Lebensumstände, Pflichten oder auch Leiden bewusst anzunehmen und verantwortungsvoll zu tragen. Dazu kann gehören, persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen, für Überzeugungen einzustehen oder schwierige Situationen nicht zu vermeiden, sondern mit Geduld und Ausdauer zu bewältigen.

    Der Gedanke wird im weiteren Kontext der Evangelien immer wieder aufgegriffen. Nachfolge ist nicht nur ein Bekenntnis, sondern zeigt sich im konkreten Leben, im Umgang mit anderen Menschen und in der Bereitschaft, sich selbst zurückzustellen. In Johannes 19,17 wird das Bild konkret, als Jesus selbst das Kreuz trägt. Das istein Hinweis darauf, dass dieses Bild nicht nur symbolisch, sondern auch existenziell verstanden wird.

    „Sein Kreuz auf sich nehmen“ beschreibt somit eine Haltung der bewussten Annahme von Verantwortung, verbunden mit der Bereitschaft, auch schwierige Wege zu gehen. Es ist ein Bild für Nachfolge, die nicht nur Worte, sondern auch Taten und innere Standhaftigkeit umfasst, auch wenn schwerde lasten zu (er-)tragen oder unabwendbare Pflichten wahrzunehmen sind.

  • Seiner Länge eine Elle zusetzen

    Seiner Länge eine Elle zusetzen, Matthäus 6,27; vgl. Lukas 12,25

    Der Satz „Seiner Länge eine Elle zusetzen“ aus Matthäus 6,27 (vgl. Lukas 12,25) ist Teil der Lehre Jesus Christus über Sorgen und Vertrauen. In diesem Abschnitt spricht Jesus darüber, dass sich Menschen keine übermäßigen Sorgen um ihr Leben, ihre Zukunft oder ihre Lebenszeit machen sollen. Die bildhafte Formulierung macht deutlich, wie begrenzt der Einfluss des Menschen auf bestimmte grundlegende Aspekte seines Lebens ist.

    Die „Elle“ war im damaligen Sprachgebrauch ein Maß für Länge. Die Frage, ob ein Mensch seiner Körpergröße „eine Elle“ hinzufügen kann, ist offensichtlich rhetorisch gemeint: Es ist unmöglich. Damit wird ein Bild für etwas gewählt, das außerhalb menschlicher Kontrolle liegt. Jesus zeigt so, dass es sinnlos ist, sich durch Sorgen zu belasten, wenn diese Sorgen letztlich nichts an den grundlegenden Gegebenheiten verändern können.

    Im Zusammenhang des Textes geht es jedoch nicht nur um körperliche Größe, sondern um die grundsätzliche Einsicht, dass viele Dinge im Leben nicht durch menschliches Grübeln oder ängstliches Nachdenken beeinflusst werden können. Sorgen verbrauchen Energie, ohne tatsächlich eine Lösung herbeizuführen. Stattdessen lenkt Jesus den Blick auf Vertrauen – insbesondere auf das Vertrauen in Gottes Fürsorge und seine Versorgung.

    Einladung zur Gelassenheit

    Der Vers steht im größeren Kontext einer Einladung zu einem gelasseneren Umgang mit dem Leben. Anstatt sich von Zukunftsängsten leiten zu lassen, sollen Menschen lernen, im Vertrauen zu leben und den gegenwärtigen Tag bewusst zu gestalten. Die Metapher der „Elle“ verdeutlicht dabei auf einfache und anschauliche Weise die Begrenztheit menschlicher Möglichkeiten.

    So wird „Seiner Länge eine Elle zusetzen“ zu einem Bild für die Sinnlosigkeit übermäßiger Sorgen. Der Satz erinnert daran, dass nicht alles im Leben durch eigenes Nachdenken oder Planen kontrollierbar ist. Er lädt dazu ein, loszulassen, Vertrauen zu entwickeln und die eigene Lebenszeit nicht durch unnötige Angst, sondern durch Zuversicht und innere Ruhe zu prägen. Oder etwas salopp ausgedrückt: Sorgen verlängern das Leben nicht, genauso wenig wie man seine Körpergröße durch Grübeln verändern kann.

  • Seinen letzten Heller weggeben

    Seinen letzten Heller weggeben Mt 5,25-26

    Der Ausdruck „seinen letzten Heller weggeben“ aus Matthäus 5,25–26 steht im Zusammenhang mit der Lehre Jesus Christus über Versöhnung und verantwortliches Handeln im zwischenmenschlichen Bereich. In diesem Abschnitt spricht Jesus darüber, wie wichtig es ist, Konflikte frühzeitig zu klären, bevor sie vor Gericht eskalieren und zu weitreichenden Konsequenzen führen.

    Der „Heller“ war zur Zeit Jesu eine kleine Münze und steht sinnbildlich für den letzten verbleibenden Besitz oder für die vollständige Begleichung einer Schuld. Die Aussage macht deutlich, dass jemand, der einen Konflikt nicht rechtzeitig beilegt, am Ende alles verlieren kann – bis hin zum letzten Besitz. Damit wird eine Situation beschrieben, in der aus einem zunächst kleinen Streit ein großes, existenzbedrohendes Problem entsteht.

    Im Kontext der Worte Jesu geht es nicht in erster Linie um finanzielle Fragen, sondern um die Dringlichkeit der Versöhnung. Jesus mahnt dazu, schnell und weise zu handeln, um Streitigkeiten einvernehmlich zu lösen, bevor sie sich verhärten. Wer wartet oder Konflikte ignoriert, riskiert, dass sich die Situation verschärft und schließlich rechtliche oder persönliche Konsequenzen nach sich zieht, die schwerwiegend sein können.

    Die Bildsprache verdeutlicht, wie wichtig es ist, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und Beziehungen aktiv zu pflegen. Versöhnung wird dabei als ein Weg verstanden, der nicht nur äußeren Frieden schafft, sondern auch innere Entlastung bringt. Wer bereit ist, auf den anderen zuzugehen, kann größere Schäden vermeiden und den eigenen „Preis“ im übertragenen Sinne gering halten.

    Die Redewendung zeigt die Konsequenzen auf, die entstehen können, wenn Konflikte ungelöst bleiben. Zugleich ist es ein eindringlicher Hinweis auf die Bedeutung von Einsicht, rechtzeitigem Handeln und der Bereitschaft zur Einigung. Jesus macht damit deutlich, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Konflikten nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist, um Schaden zu vermeiden und Beziehungen zu bewahren.

    Andersherum

    Seinen letzten Heller“ gibt an eigentlich nur unter besonderen Umständen heraus, die letzten Reserven, bevor man völlig mittellos dasteht. Da bedarf es schon einer sehr dringlichen Mahnung, dass ein Mensch das letzte Geld herausrückt, um – wie Jesus sagt – eine Schuld zu begleichen.
    Oder die Person ist in dem Moment, wo sie oder er „den letzen Heller weggibt“ besonders großzügig; „für dich geb ich mein letztes Hemd; du kannst von mir alles bekommen.“ Dann kann die Aussage auch Ausdruck besonderer Zugewandtheit oder Hilfsbereitschaft sein.

  • Das Licht der Welt

    Das Licht der Welt Matthäus 5,14

    Der Ausdruck „Das Licht der Welt“ aus dem Matthäusevangelium gehört zu den bekanntesten Bildern Jesu. In Bibel, genauer in Matthäus 5,14, sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Diese Worte stehen mitten in der Bergpredigt und haben bis heute eine große Bedeutung für das christliche Verständnis vom Menschen und seinem Auftrag in der Welt.

    Licht ist seit jeher ein Symbol für Hoffnung, Orientierung und Leben. Ohne Licht können Menschen nicht sehen, wohin sie gehen. Dunkelheit dagegen steht oft für Angst, Unsicherheit oder Hoffnungslosigkeit. Wenn Jesus seine Nachfolger als „Licht der Welt“ bezeichnet, meint er damit, dass sie durch ihr Leben anderen Menschen Orientierung und Hoffnung geben sollen. Christen sollen nicht nur an ihren Glauben denken, sondern diesen auch sichtbar machen – durch Liebe, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Frieden.

    Besonders wichtig ist dabei, dass Jesus nicht sagt: „Ihr habt das Licht“, sondern: „Ihr seid das Licht.“ Das bedeutet, dass der Glaube nicht nur etwas Inneres ist, sondern das ganze Verhalten eines Menschen prägen soll. Wer anderen mit Respekt begegnet, Schwächeren hilft oder sich für Gerechtigkeit einsetzt, bringt Licht in die Welt. Schon kleine Taten können für andere Menschen ein Zeichen der Hoffnung sein.

    Außerdem zeigt der Ausdruck, dass Christen Verantwortung für ihre Mitmenschen tragen. Licht soll nicht verborgen bleiben. Direkt nach diesem Vers sagt Jesus, dass man kein Licht anzündet, um es unter einen Scheffel zu stellen. Stattdessen soll es leuchten, damit alle es sehen können. Damit fordert Jesus seine Jünger auf, ihren Glauben offen und mutig zu leben.

    Der Ausdruck kann aber auch allgemein verstanden werden. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, durch gutes Handeln Licht in das Leben anderer zu bringen. Freundlichkeit, Mitgefühl und Vergebung können die Welt heller machen. Gerade in Zeiten von Konflikten, Ungerechtigkeit und Einsamkeit gewinnt dieses Bild besondere Aktualität.

    Die Redewendung „Das Licht der Welt“ gibt den Auftrag des Menschen, Hoffnung und Liebe wieder. Die Worte Jesu erinnern daran, dass jeder Einzelne durch sein Verhalten Einfluss auf andere hat. Licht steht dabei für das Gute, das Menschen miteinander teilen können, und für die Hoffnung auf eine bessere und friedlichere Welt.

  • Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen

    Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen Matthäus 5,15

    Der Ausdruck „sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“ geht auf die Worte von Jesus Christus in Matthäus 5,15 zurück. Im Kontext der Bergpredigt verwendet Jesus dieses Bild, um deutlich zu machen, wie Menschen mit ihren Gaben, ihrem Glauben und ihrem Leben umgehen sollen. Ein „Scheffel“ war ein damaliges Maßgefäß, das man zum Abdecken oder Aufbewahren von Getreide benutzte. Ein Licht darunter zu stellen, würde es vollständig verdecken und seine Wirkung zunichtemachen.

    Mit diesem Bild macht Jesus klar, dass Licht dazu dient, gesehen zu werden. Eine Lampe leuchtet nicht, um anschließend verborgen zu bleiben, sondern um zu leuchten und Orientierung zu geben. Übertragen bedeutet das, dass die Fähigkeiten, Überzeugungen und das Gute, das ein Mensch in sich trägt, nicht versteckt, sondern sichtbar werden sollen. Es geht darum, die eigenen Möglichkeiten sinnvoll einzusetzen, damit sie anderen zugutekommen.

    Im weiteren Zusammenhang der Bergpredigt spricht Jesus davon, dass seine Nachfolger „das Licht der Welt“ sind. Damit wird deutlich, dass das Leben von Gläubigen eine Wirkung nach außen haben soll. Durch ihr Verhalten, ihre Worte und ihre Haltung können sie Orientierung geben, Hoffnung vermitteln und ein Beispiel für andere sein. Das „Licht“ steht dabei symbolisch für gute Werke, Glauben, Wahrheit und ein Leben, das von Gottes Prinzipien geprägt ist.

    „Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen“ bedeutet daher auch, sich seiner Verantwortung bewusst zu sein. Wer seine Fähigkeiten oder Überzeugungen versteckt, verpasst die Möglichkeit, etwas Positives in die Welt einzubringen. Gleichzeitig geht es nicht um Selbstinszenierung, sondern um ein authentisches Leben, das natürlich und ohne falsche Zurückhaltung Gutes sichtbar werden lässt.

    So wird der Satz zu einer Einladung, die eigenen Talente und Möglichkeiten nicht zu verstecken, sondern sie bewusst und verantwortungsvoll einzusetzen. Licht entfaltet seine Wirkung erst dann vollständig, wenn es leuchten darf – und genau dazu ermutigt diese biblische Aussage.

  • Sein Licht vor den Leuten leuchten lassen

    Sein Licht vor den Leuten leuchten lassen Matthäus 5,16

    Der Satz „Sein Licht vor den Leuten leuchten lassen“ aus Matthäus 5,16 stammt aus der Bergpredigt Jesus Christus und knüpft unmittelbar an das vorherige Bild vom Licht an. Jesus spricht zu seinen Jüngern. Er fordert sie auf, ihr Leben so zu gestalten, dass es für andere sichtbar wird und eine positive Wirkung entfaltet. Das „Licht“ steht dabei symbolisch für gute Werke, Glauben, Aufrichtigkeit und ein Verhalten, das von Gottes Werten geprägt ist.

    Das Bild macht deutlich, dass ein solches Leben nicht im Verborgenen bleiben soll. Wer Licht hat, ist dazu bestimmt, es in die Umgebung ausstrahlen zu lassen. In diesem Sinne geht es nicht um Selbstdarstellung, sondern um die Wirkung, die ein Mensch durch sein Handeln auf andere hat. Gute Taten, ehrliches Verhalten und ein mitfühlender Umgang mit anderen können Orientierung geben und Hoffnung vermitteln.

    Jesus verbindet diese Aufforderung mit einem klaren Ziel. Die Menschen sollen durch das sichtbare gute Handeln „den Vater im Himmel“ ehren. Das bedeutet, dass das eigene Verhalten nicht auf sich selbst zurückführen soll, sondern auf Gott verweist. Das Leben eines Menschen wird so zu einem Zeugnis, das über ihn selbst hinausweist. Nicht die eigene Person steht im Mittelpunkt, sondern die Quelle des Guten, aus der dieses Handeln entspringt.

    Im Alltag kann dieser Gedanke viele Formen annehmen. Hilfsbereitschaft, Fairness, Ehrlichkeit oder auch das Eintreten für andere. All diese Handlungen können wie ein Licht wirken, das in einer Umgebung Orientierung gibt oder anderen Menschen Mut macht. Dabei geht es nicht um Perfektion, sondern um Authentizität und die Bereitschaft, das Gute, das man erkannt hat, auch zu leben.

    So wird der Satz „Sein Licht vor den Leuten leuchten lassen“ zu einer Einladung, das eigene Leben bewusst und verantwortungsvoll zu gestalten. Er erinnert daran, dass jeder Mensch Einfluss auf seine Umgebung hat und diesen Einfluss nutzen kann, um Gutes zu bewirken und anderen ein Beispiel zu sein. Licht entfaltet seine volle Wirkung erst dann, wenn es gesehen wird – und genau dazu ermutigt diese biblische Aussage.

  • Jemandem geht ein Licht auf

    Jemandem geht ein Licht auf
    Hiob 25,3; Ps. 97,11; 112,4; Mt.4,16; Johannes 8,12

    Der Ausdruck „jemandem geht ein Licht auf“ beschreibt das plötzliche Verstehen, das Erkennen eines Zusammenhangs oder das Gewinnen von Klarheit in einer zuvor unklaren Situation. In den biblischen Texten, die darauf Bezug nehmen – etwa in Hiob 25,3, Psalm 97,11, Psalm 112,4 sowie in Matthäus 4,16 und Johannes 8,12 – spielt das Motiv des Lichts eine zentrale Rolle und wird häufig mit Erkenntnis, Orientierung und Gottes Nähe verbunden.

    In den Psalmen wird Licht oft als Zeichen von Freude, Gerechtigkeit und göttlicher Führung verstanden. So heißt es etwa, dass den Gerechten Licht aufgeht, was sinnbildlich für Hoffnung und Orientierung steht. Licht vertreibt Dunkelheit, die im übertragenen Sinn für Unwissenheit, Unsicherheit oder Bedrängnis stehen kann. Wenn „ein Licht aufgeht“, bedeutet das, dass ein Mensch Einsicht gewinnt. Plötzlich wird eine schwierige Lage verständlicher.

    Auch im Neuen Testament wird das Bild des Lichts in einer besonderen Weise verwendet. Matthäus 4,16 beschreibt das Kommen Jesu mit dem Aufleuchten eines großen Lichts, das über denen erscheint, die im „Land und Schatten des Todes“ leben. Dieses Licht bringt Hoffnung und zeigt einen neuen Weg. In Johannes 8,12 bezeichnet sich Jesus Christus selbst als das „Licht der Welt“. Er verbindet sich damit unmittelbar mit der Idee von Wahrheit, Leben und Orientierung für die Menschen.

    Das „Aufgehen eines Lichts“ kann somit sowohl eine persönliche als auch eine geistliche Dimension haben. Persönlich beschreibt es Momente der Erkenntnis. Im Moment versteht jemand, was zuvor unklar war. Es verweist auf die Erfahrung, dass Menschen durch Gottes Wirken Einsicht, Klarheit und Orientierung erhalten. In beiden Fällen steht das Licht für das Ende von Dunkelheit und Verwirrung.

    So wird der Ausdruck vom Aufgehen des Lichtes zu einem Bild für Erkenntnis und Orientierung. Das trägt sowohl im alltäglichen Sprachgebrauch als auch im biblischen Kontext eine tiefere Bedeutung. Er macht deutlich, wie wichtig Klarheit, Einsicht und das „Erleuchtetwerden“ durch Wahrheit sind, um den richtigen Weg zu erkennen und zu gehen.

  • Leben wie die Lilien auf dem Felde

    Leben wie die Lilien auf dem Felde Mt 6,28-29

    Der Ausdruck „Leben wie die Lilien auf dem Felde“ aus Matthäus 6,28–29 stammt aus der Bergpredigt. In diesem Abschnitt spricht Jesus über Sorgen, insbesondere über die Frage nach Kleidung und materieller Versorgung. Als Beispiel verweist er auf die Lilien auf dem Feld. Diese wachsen, ohne zu arbeiten oder sich zu sorgen, und dennoch in ihrer Schönheit unübertroffen sind.

    Die Lilien stehen dabei sinnbildlich für ein Leben in Einfachheit und Vertrauen. Sie wachsen und entfalten ihre Schönheit, ohne sich um ihre Versorgung zu kümmern. Jesus hebt hervor, dass selbst der prächtig gekleidete König Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht so geschmückt war wie eine dieser Blumen. Damit wird deutlich, dass die Schöpfung selbst ein Beispiel für Gottes Fürsorge und Kreativität ist.

    Der Vergleich soll den Menschen dazu ermutigen, sich weniger von Sorgen um materielle Dinge bestimmen zu lassen. Wenn schon die Pflanzen auf dem Feld in ihrer Schönheit und ihrem Dasein von Gott versorgt werden, wie viel mehr gilt das für den Menschen. Der Gedanke dahinter ist ein Aufruf zum Vertrauen. Statt sich ständig mit Zukunftsängsten zu beschäftigen, soll man darauf vertrauen, dass für das Notwendige gesorgt wird.

    Vertrauen und Dankbarkeit

    „Leben wie die Lilien auf dem Felde“ bedeutet daher nicht Untätigkeit oder Gleichgültigkeit. Vielnmehr um eine Haltung des Vertrauens und der inneren Ruhe. Es geht darum, das Leben nicht ausschließlich von Sorgen und Leistungsdruck bestimmen zu lassen, sondern die eigene Existenz als etwas zu verstehen, das getragen ist. Diese Perspektive kann helfen, gelassener mit den Anforderungen des Alltags umzugehen.

    So wird das Bild der Lilien zu einem kraftvollen Gleichnis für ein Leben in Vertrauen, Einfachheit und Dankbarkeit. Es lädt dazu ein, den Blick von den Sorgen weg und hin zu dem zu richten, was trägt und erhält, und die Schönheit des Lebens nicht aus Angst, sondern aus Zuversicht heraus wahrzunehmen und zu gestalten.

  • Lass die linke nicht wissen was die rechte tut

    Lass deine linke Hand nicht wissen was die rechte tut. Mt 6,3

    „Lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut“ aus Matthäus 6,3 stammt aus der Bergpredigt des Jesus von Nazareth. Es steht im Zusammenhang mit der Lehre über das richtige Geben. Und um die rechte Haltung im Umgang mit guten Taten. Jesus richtet sich gegen ein Verhalten, bei dem Menschen ihre Wohltaten öffentlich zur Schau stellen, um Anerkennung oder Lob von anderen zu erhalten.

    Das Bild von der linken und rechten Hand ist dabei bewusst übertrieben und bildhaft gewählt. Gute Taten sollen so verborgen und unauffällig wie möglich geschehen sollen. Wenn die „eine Hand“ nicht weiß, was die „andere“ tut, wird damit symbolisch ausgedrückt, dass jemand nicht aus Selbstdarstellung oder Eigenlob handelt, sondern aus innerer Überzeugung und Aufrichtigkeit.

    Im Kontext der Bergpredigt wird deutlich, dass es Jesus nicht nur um das äußere Handeln geht. Er schaut auf die innere Motivation. Gute Werke sollen nicht dazu dienen, vor anderen gesehen zu werden. Sie sollen vielmehr aus echter Nächstenliebe und Gottesbezug heraus geschehen. Die Aufmerksamkeit soll sich nicht auf den Handelnden richten, sondern auf das Gute, das geschieht.

    Der Vers stellt somit eine Einladung zur Bescheidenheit und zum inneren Gleichgewicht dar. Wer Gutes tut, soll sich nicht selbst erhöhen oder versuchen Anerkennung zu gewinnen. Jesus fragt nach in einer Haltung der Demut und Selbstlosigkeit. Dadurch wird das Handeln frei von Abhängigkeit von der Meinung anderer und gewinnt an Echtheit.

    So wird der Satz zu einem grundlegenden Prinzip für ein aufrichtiges und verantwortungsvolles Leben: Gute Taten sollen nicht zur Selbstdarstellung dienen, sondern aus einer inneren Haltung heraus geschehen, die nicht auf äußeren Lohn, sondern auf innere Überzeugung und echte Nächstenliebe ausgerichtet ist.

    Eine weitere Bedeutung

    Die Redewendung beschreibt im biblischen Zusammenhang ein postitives Ideal der Wohltätigkeit. Der Ausdruck wird aber heute auch gerne in anderem Zusammenhang genutzt. Dabei handelt es sich meist um Kritik, wenn zwei Parteien aneinander vorbeireden oder arbeiten, wenn keine Absprachen getroffen, Arbeiten nicht koordiniert sind und Informationen zurückgehalten werden.

  • Seinen Lohn dahin haben

    Seinen Lohn dahin haben Matthäus 6,5

    Der Ausdruck „seinen Lohn dahin haben“ aus Matthäus 6,5 stammt aus der Bergpredigt des Jesus von Nazareth. Er bezieht sich auf das Verhalten von Menschen, die beten oder gute Werke tun. Sie tun es um von anderen gesehen und gelobt zu werden. In diesem Abschnitt kritisiert Jesus eine Haltung, bei der äußere Frömmigkeit zur Selbstdarstellung genutzt wird.

    „Seinen Lohn dahin haben“ bedeutet, dass jemand seinen „Lohn“ bereits vollständig durch die Anerkennung der Menschen erhalten hat. Wer also seine Gebete öffentlich zur Schau stellt, um Aufmerksamkeit oder Bewunderung zu bekommen, hat damit schon das erreicht, was er eigentlich wollte. Es bleibt kein weiterer, tieferer Lohn mehr übrig, weil die Motivation nicht auf Gott, sondern auf menschliche Anerkennung ausgerichtet war.

    Jesus stellt diesem Verhalten eine andere Haltung gegenüber. Gebet und Frömmigkeit sollen nicht öffentlich zur Schau gestellt werden. Richtiges Beten soll in Aufrichtigkeit und im Verborgenen geschehen. Der eigentliche „Lohn“ liegt nicht in der Bewunderung durch andere, sondern in der Beziehung zu Gott. Diese innere Ausrichtung verleiht dem Handeln seinen wahren Wert.

    Aufrichtig oder inzeniert

    Der Ausdruck macht deutlich, dass Motivation und Absicht entscheidend sind. Zwei Menschen können äußerlich dasselbe tun, etwa beten oder helfen, doch wenn die Beweggründe unterschiedlich sind, ist auch die Bedeutung ihres Handelns verschieden. Wer auf Anerkennung aus ist, hat seinen Lohn bereits erhalten, während jemand, der aus echter Hingabe handelt, auf eine andere, tiefere Form von „Lohn“ ausgerichtet ist.

    Im übertragenen Sinn erinnert der Satz daran, dass es wichtig ist, nicht nur auf äußere Wirkung oder Anerkennung zu achten. Auch die inneren Beweggründe zu prüfen. Er lädt dazu ein, ehrlich mit sich selbst zu sein. Man soll eigenes Handeln nicht von dem abhängig zu machen, was andere sehen oder sagen.

    So wird „seinen Lohn dahin haben“ zu einer Mahnung gegen Selbstinszenierung und Oberflächlichkeit. Gleichzeitig weist der Satz auf einen tieferen Maßstab hin, bei dem nicht die äußere Anerkennung im Vordergrund steht, sondern die Echtheit des Herzens und die Ausrichtung auf Gott.

  • Dem schnöden Mammon dienen

    Dem schnöden Mammon dienen Matthäus 6,24; Lukas 16,9.11.13

    Der Ausdruck „dem schnöden Mammon dienen“ geht auf die Worte von Jesus Christus zurück, insbesondere auf Matthäus 6,24 sowie die parallelen Gedanken in Lukas 16,9.11.13. In der Bergpredigt warnt Jesus davor, zwei Herren gleichzeitig dienen zu wollen. Gott und dem „Mammon“. Mit „Mammon“ ist dabei nicht einfach Geld im neutralen Sinn gemeint. Mammon meint Reichtum als Macht, die den Menschen beherrschen und von Gott wegziehen kann.

    Der Begriff „schnöder Mammon“ bringt eine kritische Haltung gegenüber dem Geld zum Ausdruck, das als etwas Vergängliches und oft Verführendes verstanden wird. „Dienen“ bedeutet in diesem Zusammenhang, sich innerlich abhängig zu machen und seine Entscheidungen von materiellen Interessen leiten zu lassen. Jesus macht deutlich, dass ein Mensch nicht beiden Herren gleichzeitig dienen kann. Die Ausrichtung des Lebens muss sich letztlich auf einen Mittelpunkt konzentrieren.

    Im Kern geht es um die Frage der Prioritäten. Wer dem Mammon dient, richtet sein Leben stark auf Besitz, Sicherheit und materielle Absicherung aus. Diese Dinge können wichtig sein, aber sie dürfen nicht zum allein bestimmenden Maßstab werden. Wenn Reichtum der „Herr“ wird, besteht die Gefahr, dass Werte wie Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Vertrauen in den Hintergrund treten.

    Die Worte Jesu fordern dazu auf, eine bewusste Entscheidung zu treffen, wem das eigene Leben letztlich dienen soll. Gott und Geld stehen hier nicht einfach nebeneinander, sondern werden als konkurrierende Ausrichtungen dargestellt. Während Geld Mittel zum Zweck sein kann, soll die Menschen Gott als der eigentliche Mittelpunkt des Lebens verstehen

    Mahnung zur Prüfung

    Die weiteren Hinweise in Lukas 16 betonen zudem den verantwortungsvollen Umgang mit Besitz. Reichtum ist nicht grundsätzlich abzulehnen, aber er soll treu und gerecht verwaltet werden. Wer im Kleinen zuverlässig ist, kann auch im Großen Verantwortung tragen. Damit verbindet sich die Aufforderung, materielle Güter nicht als Selbstzweck zu sehen. Sondern sie sind so einzusetzen, dass sie dem Guten dienen.

    So wird der Ausdruck „dem schnöden Mammon dienen“ zu einer Mahnung, sich nicht von materiellen Werten bestimmen zu lassen. Er lädt dazu ein, das eigene Verhältnis zu Besitz zu prüfen und die innere Ausrichtung so zu gestalten, dass nicht Geld, sondern Vertrauen, Verantwortung und eine Orientierung an Gott das Leben prägen.

  • Mann und Frau sind eins

    Mann und Frau sind eins. Jesus erläutert das in Mt. 19,5. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen. Und sie werden ein Fleisch sein 1. Mose 2,24

    Der Satz „Mann und Frau sind eins“ bezieht sich auf die Worte aus 1. Mose 2,24 und wird von Jesus Christus in Matthäus 19,5 aufgegriffen und bestätigt. Dort verweist Jesus auf die Schöpfungsordnung, wie sie im Buch Genesis beschrieben wird. Damit erklärt er die tiefere Bedeutung von Ehe und Partnerschaft.

    In der ursprünglichen Schilderung heißt es, dass ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen wird, und dass beide „ein Fleisch“ werden. Dieser Ausdruck beschreibt eine enge, untrennbare Einheit zwischen Mann und Frau, die über eine rein äußere Verbindung hinausgeht. Es geht um eine ganzheitliche Gemeinschaft, die körperliche, seelische und geistige Aspekte umfasst.

    Eine besondere Gemeinschaft

    Jesus nimmt diesen Gedanken auf, um die Ehe als eine von Gott gestiftete Lebensgemeinschaft zu unterstreichen. Die Verbindung zwischen Mann und Frau ist nicht nur eine gesellschaftliche Vereinbarung. Sie wird auch als eine tiefe, verbindliche Einheit verstanden. Das „Ein-Fleisch-Sein“ deutet darauf hin, dass zwei eigenständige Menschen in der Ehe eine gemeinsame Lebenswirklichkeit bilden.

    Der Hinweis, dass der Mann „Vater und Mutter verlässt“, macht deutlich, dass die eheliche Beziehung eine neue Priorität im Leben erhält. Die Bindung zwischen den Ehepartnern soll so stark sein, dass sie die bisher wichtigsten familiären Beziehungen in eine neue Ordnung stellt. Dies bedeutet nicht, dass die Herkunftsfamilie unwichtig wird, sondern dass eine neue, eigenständige Einheit entsteht.

    Der Satz beschreibt eine tiefe Verbundenheit, die von Vertrauen, gegenseitiger Verantwortung und Treue geprägt ist. „Eins sein“ bedeutet, gemeinsam zu handeln, einander zu unterstützen. Es heißt auch,eine Einheit zu bilden, die auf Dauer angelegt ist. Diese Einheit lebt von gegenseitigem Respekt und der Bereitschaft, aufeinander einzugehen.

    So wird der Gedanke „Mann und Frau sind eins“ zu einem grundlegenden Verständnis von Ehe als einer besonderen Gemeinschaft. Er betont die Einzigartigkeit der Verbindung zwischen zwei Menschen, die in Liebe und Verbindlichkeit zusammenfinden und gemeinsam ein neues Ganzes bilden.

  • Mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen

    Mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.
    Lukas 6,38; Mt. 7,2; Markus 4,24

    Der Satz „Mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen“ findet sich in den Evangelien, unter anderem in Lukas 6,38 sowie in Matthäus 7,2 und Markus 4,24, und gehört zu den Lehren des Jesus von Nazareth. Er beschreibt ein grundlegendes Prinzip im Umgang der Menschen miteinander. Die Art und Weise, wie jemand anderen begegnet, hat auch Auswirkungen darauf, wie andere uns behandeln.

    Das Bild vom „Messen“ stammt aus dem Alltag, wo mit einem Maßstab oder Gefäß Mengen bestimmt werden. Übertragen bedeutet es, dass die Maßstäbe, die jemand an andere anlegt – etwa in Bezug auf Urteil, Großzügigkeit, Vergebung oder Strenge – in gewisser Weise auf ihn selbst zurückfallen. Wer großzügig und barmherzig handelt, erfährt eher ebenfalls Großzügigkeit. Wer hingegen streng, hart oder ungerecht urteilt, muss damit rechnen, selbst ähnlich behandelt zu werden.

    In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass es nicht nur um eine äußere Regel geht, sondern um eine innere Haltung. Der Vers ruft dazu auf, sich bewusst zu machen, wie man mit anderen umgeht. Maßstäbe, die man anlegt, spiegeln oft die eigene Einstellung wider und prägen das zwischenmenschliche Miteinander.

    Der Gedanke steht im Kontext der weiteren Lehren Jesu über Nächstenliebe, Vergebung und Barmherzigkeit. Er ermutigt dazu, nicht vorschnell zu urteilen, sondern mit Verständnis und Rücksicht auf andere zuzugehen. Wer bereit ist, anderen wohlwollend zu begegnen, schafft eine Grundlage für ein respektvolles und gerechtes Miteinander.

    Im übertragenen Sinn kann mann den Satz auch als Prinzip für das eigene Leben verstehen. Die Haltung, die man einnimmt – sei es in Güte, Geduld oder Strenge – wirkt sich auf die Beziehungen zu anderen aus und kann langfristig das eigene Erleben prägen. Es ist ein Aufruf zur Selbstreflexion und dazu, bewusst Maßstäbe zu wählen, die von Fairness und Mitmenschlichkeit geprägt sind.

    So macht der Satz deutlich, dass unser Umgang mit anderen nicht folgenlos bleibt. Er lädt dazu ein, achtsam, gerecht und barmherzig zu handeln. Diese Haltung kommt nicht nur anderen zugute, sondern wirkt auch auf uns selbst zurück.

  • Matthäi am Letzten

    Matthäi am Letzten Luther verweist damit auf den letzten Vers des Evangeliums

    Der Ausdruck „Matthäi am Letzten“ geht auf die Art zurück, wie Martin Luther in seiner Bibelübersetzung auf den letzten Vers des Evangeliums nach Matthäus verweist. Gemeint ist damit der abschließende Vers in Matthäus 28,20. Dort findet sich der sogenannte Missionsauftrag. Der Begriff selbst ist heute eine feste Redewendung geworden. Er bezeichnet allgemein den Schluss oder das Ende eines Textes oder einer Sache.

    Im ursprünglichen Zusammenhang steht am Ende des Matthäusevangeliums eine Zusage von Jesus Christus. „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Diese Worte bilden den Abschluss der Begegnung Jesu mit seinen Jüngern nach seiner Auferstehung. Sie enthalten sowohl einen Auftrag als auch eine Verheißung. Die Jünger sollen hinausgehen und alle Völker zu Jüngern machen, sie taufen und lehren. Und dabei dürfen sie sich der Gegenwart Jesu gewiss sein.

    Die Formulierung „Matthäi am Letzten“ verweist also nicht nur auf eine Stelle am Ende eines Buches, sondern auf einen inhaltlich bedeutenden Abschluss. Der letzte Vers fasst gewissermaßen die Botschaft des gesamten Evangeliums zusammen: die Sendung der Jünger und die bleibende Gegenwart Jesu. Dadurch erhält der Schluss eine besondere Gewichtung, die über eine bloße formale Beendigung hinausgeht.

    Für das Ende

    „Matthäi am Letzten“ wird heute oft verwendet, um den letzten Abschnitt oder das Ende einer Angelegenheit zu bezeichnen. Es kann sich dabei um den Abschluss eines Textes, eines Vorgangs oder auch einer längeren Entwicklung handeln.

    So verbindet der Ausdruck eine sprachgeschichtliche Herkunft mit einem inhaltlich zentralen biblischen Gedanken. Er erinnert daran, dass ein Ende nicht nur ein Abschluss ist. Es ist oft auch einen Höhepunkt oder eine zusammenfassende Aussage enthält, die dem Vorangegangenen Bedeutung verleiht.

    Und da das Matthäusevangelium in der Bibel somit am „Ende der Welt“ ankommt, wurde dies im Volksmund scherzhaft auf ein persönliches oder finanzielles Ende (z.B. den Ruin) umgedeutet

  • Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein 5.Mo.8,3; Mt 4,4; Lk.4,4

    Der Satz „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ stammt ursprünglich aus 5. Mose 8,3 im Buch Deuteronomium und wird von Jesus Christus in Matthäus 4,4 und Lukas 4,4 aufgegriffen. In seinem ursprünglichen Zusammenhang erinnert Mose das Volk Israel an die Zeit der Wüstenwanderung und daran, dass Gott sie nicht nur mit Manna versorgt hat, sondern sie auch geistlich geprägt hat.

    Die Aussage bedeutet, dass nicht allein materielle Nahrung und äußere Versorgung das Leben des Menschen bestimmen. Brot steht hier symbolisch für alles, was den körperlichen Bedarf deckt. So wichtig diese Dinge auch sind, sie reichen allein nicht aus, um ein erfülltes Leben zu führen. Der Mensch hat neben seinen körperlichen Bedürfnissen auch geistliche, seelische und sinnstiftende Bedürfnisse.

    Der vollständige Vers aus 5. Mose lautet sinngemäß, dass der Mensch von allem lebt, was aus dem Mund Gottes hervorgeht. Das macht deutlich, dass das Wort Gottes als eine Quelle von Orientierung, Sinn und Lebensführung verstanden wird. Es geht um Vertrauen, Weisung und die Beziehung zu Gott, die dem Leben Tiefe und Richtung gibt.

    Im Neuen Testament greift Jesus Christus diesen Gedanken in der Versuchungsgeschichte auf. Als der Teufel ihn auffordert, Steine in Brot zu verwandeln, verweist er auf diese Schriftstelle und macht deutlich, dass geistliche Treue und Vertrauen auf Gott wichtiger sind als die unmittelbare Befriedigung körperlicher Bedürfnisse. Damit zeigt er, dass der Mensch nicht nur von materiellen Ressourcen abhängig ist, sondern vor allem von der Verbindung zu Gott lebt.

    Sinn und Einsicht

    Der Satz erinnert daran, dass ein erfülltes Leben mehr umfasst als Ernährung, Besitz oder äußeren Erfolg. Auch Werte wie Sinn, Beziehung, Glaube und innere Orientierung spielen eine entscheidende Rolle. Ohne diese Dimension bleibt das Leben unvollständig, selbst wenn die materiellen Bedürfnisse gedeckt sind.

    So wird „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ zu einer grundlegenden Einsicht über die Natur des Menschen. Er weist darauf hin, dass wahres Leben aus mehr besteht als aus dem, was man sehen und anfassen kann, und dass die geistliche Dimension ebenso wichtig ist wie die körperliche Versorgung.

  • Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich

    Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich. Matthäus 12,30; Lukas (9,50) 11,23

    Der Satz „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich“ stammt aus den Evangelien des Neuen Testaments, insbesondere aus Matthäus 12,30 und in ähnlicher Form aus Lukas 11,23 (9,50). Jesus Christus sagt den Satz im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen über seine Vollmacht und sein Wirken.

    Die Aussage steht in einem Kontext, in dem Jesus kritisiert wird und seine Gegner seine Taten unterschiedlich deuten. Mit diesem Satz macht er deutlich, dass es keine neutrale Haltung ihm gegenüber gibt. Wer sich nicht bewusst für ihn entscheidet oder sein Wirken anerkennt, stellt sich – im übertragenen Sinn – gegen ihn. Es geht dabei weniger um eine aggressive Abgrenzung, sondern um die Klarheit einer Entscheidung.

    Der Gedanke unterstreicht die Bedeutung von Haltung und Positionierung. In Fragen des Glaubens reicht es nicht aus, unentschieden oder indifferent zu bleiben. Vielmehr fordert die Aussage dazu auf, sich bewusst zu verhalten: entweder für das, was Jesus verkündet und repräsentiert, oder dagegen. Diese Zuspitzung soll Klarheit schaffen und verdeutlichen, dass Gleichgültigkeit ebenfalls eine Form von Stellungnahme ist.

    Im weiteren Zusammenhang spricht Jesus auch davon, dass man „mit ihm sammelt oder zerstreut“. Damit wird bildhaft beschrieben, dass Handlungen entweder im Einklang mit seinem Wirken stehen und es fördern oder ihm entgegenwirken. Es geht also nicht nur um Worte oder Bekenntnisse, sondern auch um das konkrete Verhalten eines Menschen.

    Im übertragenen Sinn kann der Satz allgemein auf Lebensentscheidungen bezogen werden, bei denen es um grundlegende Werte und Richtungen geht. In solchen Situationen gibt es oft keine vollständig neutrale Position, sondern Entscheidungen, die sich gegenseitig ausschließen und eine klare Ausrichtung verlangen.

    So bringt die Aussage „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich“ die Bedeutung von Entscheidung und Klarheit zum Ausdruck. Sie fordert dazu auf, sich bewusst zu positionieren und macht deutlich, dass Zugehörigkeit und Haltung im Blick auf Jesus nicht beliebig oder gleichgültig sind, sondern eine eindeutige Ausrichtung erfordern.

  • Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen

    Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen Mt 21,13

    Der Ausdruck „aus seinem Herzen keine Mördergrube machen“ ist von einer Aussage Jesu im Neuen Testament inspiriert, die im Matthäusevangelium im Zusammenhang mit der Tempelreinigung überliefert ist (Mt 21,13) im Buch Matthäus. Jesus Christus zitiert dabei eine prophetische Schriftstelle und kritisiert, dass der Tempel, der ein Ort des Gebets sein soll, zu einer „Räuberhöhle“ geworden ist.

    Die Redewendung selbst hat sich im Deutschen weiterentwickelt und wird heute im übertragenen Sinn verwendet. „Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen“ bedeutet, seine wahren Gedanken und Absichten nicht zu verbergen oder zu verschleiern. Es ist weitaus besser, ehrlich und aufrichtig zu sein. Es geht darum, nichts zu heucheln oder hinter einer Fassade zu verstecken, sondern offen und transparent zu handeln und zu sprechen.

    Der biblische Hintergrund verweist auf die Kritik an äußerer Religiosität, die nicht mit innerer Aufrichtigkeit übereinstimmt. Jesus wendet sich gegen eine Praxis, bei der äußere Formen von Frömmigkeit nicht mit einem echten inneren Leben in Einklang stehen. Diese Spannung zwischen äußerem Verhalten und innerer Haltung ist ein zentrales Thema seiner Lehre.

    Im übertragenen Sinn fordert die Redewendung dazu auf, Ehrlichkeit und Authentizität zu leben. Wer „keine Mördergrube aus seinem Herzen macht“, steht zu dem, was er denkt und fühlt, und vermeidet Täuschung oder Doppelzüngigkeit. Das betrifft sowohl persönliche Beziehungen als auch das eigene Selbstverständnis.

    Gleichzeitig erinnert die Redewendung daran, dass ein offenes Herz Vertrauen schafft. Wo Menschen ehrlich miteinander umgehen, können Beziehungen wachsen. Auch Konflikte können dann konstruktiv geklärt werden. Verdeckte Absichten hingegen führen oft zu Misstrauen und Missverständnissen.

    „Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen“ für die Verbindung von innerer und äußerer Aufrichtigkeit. Der biblische Ursprung im Zusammenhang mit Jesu Worten unterstreicht die Bedeutung eines Lebens, in dem Worte, Handlungen und innere Haltung übereinstimmen und nicht von Täuschung oder Verstellung geprägt sind.

    Ehrlich währt am längsten

    Manche reden frei raus, halten nicht hinterm Berg und nennen das Kind beim Namen. Andere Menschen nehmen kein Blatt vor dem Mund oder reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Man kann natürlich auch einfach und ehrlich seine Meinung sagen.